Klimawahn der Wohlstandsverwöhnten

Klimawahn der Wohlstandsverwöhnten

Langsam dämmert es, dass die bisher mehrheitsfähige Klimapolitik, die ja die Grundlage zur Energiepolitik bildet, nicht in eine bessere, sondern in eine schlechtere Welt führt. Die deutsche Energiewende spricht Bände. Mehrheitsfähig war die Klimapolitik bisher, weil es moralisch in Ordnung ist, etwas für eine nachhaltig lebenswerte Umwelt tun zu wollen. Die Drohkulisse einer «Erderhitzung» und steigender Meeresspiegel hat gewirkt. Man will zu den Guten gehören. Und man will ja etwas tun.

Vermieden wird die Diskussion, was die «klimarettenden» Massnahmen überhaupt bewirken werden. Angefangen bei der grundlegenden Zielsetzung, die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf «Netto-Null» zu senken. Wieviel wird damit die Erwärmungskurve nach unten gebogen und wann überhaupt? Noch nie in der Geschichte wurde so viel Geld umverteilt, ohne vernünftige Abschätzung einer Rendite. Man darf das gar nicht hinterfragen, weil Klimarettung zu einem Geschäftsmodell für eine privilegierte Kaste von Subventionsempfängern geworden ist, zum Schaden ganzer Volkswirtschaften. Wer da nicht mitmacht wird als dumm, als Populist oder als Klimaleugner stigmatisiert. 

Angeführt wird von Reto Knutti, dass es sich um eine globale Krise handle, die man nur gemeinsam abwenden könne (Tagesanzeiger 1.7.26). Das Argument der Kritiker, dass die Schweiz nur einen minimalen Anteil (0.1%) an den Treibhausgas-Emissionen habe und unser Beitrag deshalb unbedeutend sei, kontert er mit der Logik, dass ein einzelner Steuerbeitrag in der Summe aller Steuereinnahmen auch unbedeutend sei. Der Fehler liegt darin, dass die Welt nicht so funktioniert. Ein Blick auf eine Weltkarte, welche die Länder  nicht in ihrer effektiven Grösse, sondern gemäss ihrer Bevölkerungszahl anzeigt mag das veranschaulichen: Die Hälfte der Erdbevölkerung lebt in Südostasien. 

In Indien als auch in Afrika leben je doppelt so viele Menschen als in Europa. Südostasien durchläuft gegenwärtig eine wirtschaftliche Entwicklung, welche die Industrialisierung Europas des vergangenen Jahrhunderts in den Schatten stellt. In Afrika, das noch ein riesiges Bevölkerungswachstum aufweist, dürfte das mit einer gewissen Verzögerung auch noch eintreten. Die haben ganz andere Prioritäten als eine Reduktion der Treibhausgas-Emissionen. Die haben begriffen, dass Wohlstand nur mit Energieverbrauch zu haben ist. Und um den zu erreichen, ist es legitim, die günstigsten Energieressourcen zu gebrauchen. Ohne staatliche Subvention sind das nach wie vor Kohle, Gas und Öl. Um es in Knuttis Argumentation zu fassen: Die überwiegende Mehrheit der Weltbevölkerung macht beim Steuerzahlen gar nicht mit. Und eine Vorbildfunktion haben unsere hehren Absichten auch nicht. Eine Energiewirtschaft aufbauend auf Wind und Sonne können sich nur wohlstandsgesättigte Gesellschaften leisten. Notabene, solange sie diesen Wohlstand noch erhalten können.

Es ist nun wirklich an der Zeit, den Klimawahn zu durchbrechen. Es gibt deutlich grössere Herausforderungen für die Weltgemeinschaft und bessere Perspektiven, als unter Verzicht auf Wohlstand das «Klima» in hundert Jahren eventuell um ein halbes Grad weniger ansteigen zu lassen. 

Abgesehen davon ist es nicht von der Hand zu weisen, dass es der Erde in wärmeren Zeiten jeweils besser ging, was Begrünung und Biodiversität betrifft, als in der heutigen Kaltzeit. Die gegenteilige Sicht des IPCC, die auf Modellen und nicht auf erdgeschichtlicher Evidenz beruht, wurde noch nie richtig in Frage gestellt. Ein Weltuntergang aufgrund wärmerer Temperaturen ist sowieso Unsinn, das behauptet nicht einmal das IPCC.

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Dies ist ein Blog von Autoren, deren Meinungen nicht mit denen von CCN übereinstimmen müssen.

14 thoughts on “Klimawahn der Wohlstandsverwöhnten”

  1. Das ist ein ausgezeichneter und konstruktiver Beitrag von Dr. Markus Häring. Ein aufrichtiges Kompliment und vielen Dank. Die nationale und weltweite Energieversorgung kann man nicht mit Ideologie, Fanatismus, Klimawahn, Lügen, Subventionen, Angst und Panik lösen. Und genügend Energie braucht die gesamte Erdbevölkerung. Ohne genügend Energie gibt es keine Lebensqualität. Es braucht weltweit noch viel Wissen, Forschung und Wahrheit, damit man optimale und effiziente Lösungen finden kann.

  2. Entwarnung, denn “peak oil” ist absehbar. Gilt auch für die anderen Fossilen. Je mehr und je länger Krieg, desto schneller. Alles ist eine Frage relativer Preise. “Netto null” bleibt trotzdem Wunschdenken gut gebetteter Eliten.

    1. Das ist leider wishful thinking. Kohle, die billigste aller fossilen Ressourcen ist bei heutigem Konsum und heutiger Erschliessungstechnik noch über 300 Jahre verfügbar. Und Kohle gibt es auch in nicht Krieg führenden Ländern zu Hauf. Global wird ein Drittel des Stroms mit Kohle generiert. Und da der Elektizitätsbedarf überproportional zu den anderen Energieträgern zunimmt, wird sich da nichht so schnell was ändern. Auch bei peak oil bin ich mir nicht so sicher. Es kommt immer auch auf die Kosten der Erschliessungstechnik an. Und die entwickeln sich weiter.

      1. Ich sehe dies gleich wie Markus Häring. Die förderbaren Kohlereserven reichen für Jahrhunderte. Auch jetzt noch geht in China alle 2-3 Wochen ein neues Kohlekraftwerk ans Netz, auch in Indien steht Kohle für die Stromproduktion im Vordergrund. „Peak coal“ wird es vorläufig kaum geben.

      2. Un, wie es dann nach den erwähnten 300 Jahren weiter geht, steht in den Sternen. Was sicher ist, ist dass die Sonne noch Jahrtausende scheinen wird und mehr oder weniger kostenlos Energie liefert. Hier braucht es Innovation, um das Potential auszuschöpfen, vor allem in der Speicherung der Energie.

      3. Das ist ein guter Hinweis, solange die fossilen Energieträger günstig verfügbar sind, werden sie benutzt. Und natürlich vor allem von den aufstrebenden Volkswirtschaften wie China und Indien. Sie argumentieren auch, dass sie dazu berechtigt sind, wie früher die westlichen Länder. Das Klima wird sich daher weiter erwärmen und die Folgekosten steigen und steigen. In einem klimatisierten Büro, Auto oder Haus kann es einem egal sein, das ist aus meiner Sicht gefährlich, weil die Folgekosten irgendwann durch höhere Steuereinnahmen kompensiert werden müssen ….

  3. Ich danke Markus Häring für seinen interessanten Beitrag. Seinem zentralen Befund: “Noch nie in der Geschichte wurde so viel Geld umverteilt, ohne vernünftige Abschätzung einer Rendite” kann man nur zustimmen. Und trotzdem wird von Leuten wie Knutti und links-grünen, teilweise aber auch sog. bürgerlichen Politkern weiter emotional geflunkert statt ökonomisch reflektiert.
    Man nimmt überdies die eigenen klimapolitischen Befürchtungen nicht einmal ernst, sonst würden die meist gleichen Leute nicht die Kernenergie weiter verteufeln. Ausgehend von der Tatsache, dass mehr als die Hälfte der weltweiten CO2-Emissionen auf die Stromproduktion zurückzuführen sind, müssten von diesen “Klimabesorgten” ganz andere Signale ausgehen.

  4. Ja, aber unbestritten soll doch auch sein, dass die Klimaerwärmung einige Herausforderungen für viele Menschen haben wird. Z. B. Aufgrund des steigenden Meeresspiegels, der grösseren Waldbrände, usw. Das IPCC macht nur darauf aufmerksam und empfiehlt den CO2 Ausstoss zu reduzieren. Ganz falsch ist das sicher nicht. Das können und wollen die meisten Menschen nicht, weil es sie in ihrer Entwicklung oder Konsum einschränkt. Das ist vielleicht egoistisch, aber erfolgreiche Menschen sind es meistens. Von einer Klimawahn kann man aber nicht reden, die Folgekosten der Klimaerwärmung werden aber früher oder später unsere Gesellschaften zwingen Massnahmen zu treffen, um diese soweit möglich zu begrenzen.

    1. Die Geschichte zeigt ebenso unbestreitbar, dass Zivilisationen in wärmeren Periodenaufblühen, in kälteren Perioden eingehen, da der Kampf um Resourcen sich in Kaltzeiten verschärft und damit kriege auslöst. Wir werden einen Preis bezahlen , nämlich den, des Klimawahns.

    2. Sie stellen wohl auf die Propaganda der SRG- und anderer Medien ab, die mit den aktuellen Bränden in Frankreich und Spanien die Klimaangst quasi revitalisieren wollen. Doch der Zusammenhang zwischen Klimaerwärmung (bis jetzt sprechen wir von etwa einem Grad) und Waldbränden ist alles andere als klar. Und kürzlich hat eine neue Statistik gezeigt, dass die CO2-Belastung durch Waldbrände in den letzten Jahren markant abgenommen hat.

      Ebenso wie die Schäden durch Naturkatastrophen durch Wind und Wasser abgenommen haben, was selbst die Versicherer und v.a. die Rückversicherer einräumen – insbesondere wegen besserer Schutzmassnahmen. Und dies, obwohl immer mehr Leute und Werte den Naturgefahren ausgesetzt sind wegen der weltweiten Bevölkerungszunahme.

      Eine Umfrage im Publikum bereffend Waldbrände, Windschäden, Überschwemmungen, Felsstürze würde ein den Statistiken diametral widersprechendes Ergebnis liefern. Die Medien reden den Leuten zunehmende Schäden und zunehmende Häufigkeit der Ereignisse ein – und die Leute glauben das oder wollen das glauben.

      Selbst ein Philippe Huber ist davor wohl nicht gefeit?

      1. Es wäre toll, wenn Sie Ihre Quellen für diese Aussagen angeben könnten. Das ist gut, wenn der CCN gegen den mainstream kämpft, aber dann bitte mit belastbaren Aussagen, sonst verliert der CCN immer mehr an Glaubwürdigkeit …

  5. Wenn man sich so in der Weltgeschichte herumschaut, so staunt man, wie es während der Kaltzeiten nach der Antike und nach der mittelalterlichen Wärmeperiode drunter und drüber ging. Eigentlich sollten die Klimawissenschaften vor allem Vorschläge entwickeln, wie die Kaltzeiten einigermassen zivilisiert überstanden werden könnten.

  6. Wie kann an nur Beiträge zur Erreichung des Paris Abkommens mit Steuern vergleichen?
    Wenn ich meine Steuern nicht bezahle, werde ich betrieben und gebüsst – bis zum Gefängnis.
    Wenn ich aber meinen “Verpflichtungen” vom Pariser Abkommen nicht nachkomme (obwohl ich unterschrieben habe) passiert gar nichts! Da zudem die grössten “Schuldner” (z.B. China) gar nicht daran denken, ihren Verpflichtungen nachzukommen, ist es nur logisch und natürlich, dass die “Kleinen” sich nur engagieren sollten, wen Ihnen das einen direkten Vorteil ergibt.

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