Vielleicht gehen Sie mit Berset etwas stark ins Gericht. Andere, heute fast voll allen gelobte Bundesräte, haben weit mehr Mist gebaut (Stich, Dreifuss, Calmy-Rey, Sommaruga……), die Bundesverwaltung von fähigen bürgerlichen Chefbeamten “befreit” und durch linke Ideologen ersetzt. Bei Covid war allen klar, dass Junge nichts zu befürchten hatten. Das wusste auch Berset. Die Frage war, wie man die Alten schützen kann. Hier gab es in europäischen Gesundheitsministerien offenbar nur eine Meinung. Die schweizerischen Massnahmen waren grösstenteils milder und vernünftiger als die unserer Nachbarn. Fraglich scheint mir hingegen, ob das Bundesamt für Gemütlichkeit BAG seiner Aufgabe gerecht geworden ist. Heute wissen wir, dass der (übrigens nicht vollständige) Lockdown falsch war. 2020 war aber nicht die Vernunft, sondern die Kapazität der Intensivstationen das mass aller Dinge. Die Unfähigkeit unseres Parlaments, dringend notwendige Reformen zu beschliessen, geht mir allerdings auch auf die Nerven. Ich habe lange genug in der Bundesverwaltung gearbeitet (unter den drei integren Bundesräten Ritschard, Schlumpf und Ogi) um zu wissen, dass man eine Vorlage niemals durchbringen kann, indem man dem Parlament eine viel zu lange komplizierte Botschaft zustellt (die ohnehin niemand liest) und im übrigen schweigt. Auch eine PK mit den Bundeshausjournalisten genügt nicht. Die Bundesverwaltung darf nicht Partei sein, aber sie hat das Recht anders denkenden Regierungsräten, Journis und Leserbriefschreibern ihre Ueberlegungen zu erklären und Falschaussagen mit sachlich unanfechtbaren Argumenten zu entkräften. An den Sitzungen der parlamentarischen Kommissionen sollte sie das ohnehin von Amtes wegen tun. Das ist harte Knochenarbeit. Aber so kann man die Mehrheitsfähigkeit einer Vorlage ein Stück weit selber herstellen. Reply