Merci. Hier kann kein vernünftiger Mensch diametral anderer Meinung sein. Eine Frage geht mir aber trotzdem durch den Kopf: “Meine Skepsis gilt vor allem einer von links-grüner Ideologie geprägten Klima- und Energiepolitik, die unter Einsatz enormer volkswirtschaftlicher Ressourcen kaum Wirkung erzeugt”. Meines Erachtens sind die Wirkungen grösser als man denkt, aber möglicherweise nicht im Sinne der Grünen: umweltzerstörender Abbau und do Verarbeitung (insbesondere in China) der für die “Energiewende” benötigten Mineralien und seltenen Erden; Bildung neuer Monopole (auch hier China) die den Rest der nicht auf Fossile setzenden Welt erpressbar machen; “umweltfreundliche” Regulierungen, wie etwa das künftige Bundesgesetz über die nachhaltige Unternehmensführung. Mit einer postkolonialen Arroganz, die ihresgleichen sucht, wird dort davon ausgegangen, die anderen Staaten seien nicht fähig, in ihrem Land Ordnung zu halten; hierfür brauche es Schweizer (NUFG 28 I). Die Flut verlangter Unterlagen wird dazu führen, dass es sich keine Schweizer Firma mehr leisten kann, mit Kleinbetrieben und start-ups zusammen zu arbeiten (zB kleine Kaffebauern, die mögllcherweise ihre Kinder von Zeit zu Zeit in ihrem eigenen Betrieb beschäftigen könnten), sondern nur noch mit (teils mafiösen) Grossbetrieben. Am schlimmsten ist aber der beantragte Bürokratie-Leerlauf in der Schweiz, wo mindestens drei Stellen (Unternehmen, Revisionsstellen und Verwaltung) mit Redaktion, bzw Ueberprüfung von Tausenden Seiten Text beschäftigt sein werden. Hinzu werden staatlich subventionierte NGOs kommen, die ihre Lieblingsfeinde (Glencore, Nestle, etc.) vor Gericht einklagen werden. In der Schweiz ist die überdimensonal wachsende Verwaltung erst daran, unsere “umweltgerechte” Zerstörung zu planen. Deutschand ist da schon wesentlich weiter. Reply
Wir sind gleicher Meinung. Es reizte mich aber, darauf hinzuweisen, dass die “Kollateralschäden” grösser sind als der bis heute erzielte Nutzen. Reply
Lieber Hans, in Vielem bin ich mit dir einig, aber nicht in Allem. Zwei Argumente: 1. Nicht alle Klimaforscher sind öffentlichgeile Scharlatane. Ich bin alt genug, um noch einige der ersten Klimaforscher persönlich gekannt zu haben. Ich glaube beurteilen zu können, wer seriös geforscht hat und wer sich profilieren wollte. Zum Beispiel Syukuro Manabe und Richard Wetherald waren solide Forscher ohne Drang zur Öffentlichkeit. Sie haben in den 60er Jahren vorausgesagt, dass eine Verdoppelung des CO2-Gehalts der Atmosphäre die globale Temperatur um 3,5 Grad C steigern werde. Sie gaben eine Unsicherheit von ±1 Grad an. Dabei waren sie, wie die Daten heute zeigen im “Bulls Eye”. Der überlebende Manabe erhielt dafür 2021 den Physik Nobelpreis. 2. Deine Grafik ist verständlich, aber es fehlt die Dimension Zeit. Das Klimasystem ist extrem träge. Wenn dereinst kein CO2 emittiert werden wird, also die CO2-Konzentration der Atmosphäre stabil bleibt, steigt die globale Temperatur weiter. Es dauert Jahrzehnte bis Jahrhunderte, bis sich das neue Gleichgewicht eingestellt hat. Noch länger geht es, bis die Eisschmelze stoppt. Wenn sich die Temperatur bei 3.5 Grad stabilisiert (was ich bezweifle) dann ist das vollständige Abschmelzen des Grönländischen Eisschildes nicht zu stoppen, ebensowenig wie der Kollaps des Westantarktischen Eisschildes. Ja, das dauert Jahrhunderte. Braucht uns das nicht zu kümmern? Auch wenn das bedeutet dass der Meeresspiegel um 7 bis 10 Meter ansteigt? Jedenfalls ist diese unabwendbare Hinterlassenschaft an unsere Nachkommen viel realer als das Bisschen Atommüll. Reply
Lieber Simon Danke für deinen ausführlichen Kommentar. Bei mir kannst du nirgends lesen, alle Klimaforscher seien Scharlatane. Am Schluss meines Blogbeitrags steht, dass der Versicherungsgedanke es nötig macht, sich auch mit schlimmeren Zukünften zu beschäftigen, als mit dem, was aktuell als plausibel erscheint. Und wenn du die Dimension Zeit ins Spiel bringst, dann möchte ich auf die kaum überbrückbare Diskrepanz zwischen dem zwingend beschränkten politischen Handlungshorizont und extrem langfristigen Klimavorgängen verweisen. Im dynamischen DICE-Modell von Nordhaus ist die Zeitdimension mit den Rückkoppelungsprozessen enthalten, aber das hört dann ca. im Jahr 2’100 auf, weil politisches Handeln auf einen Zeitpunkt hin, da fast alle heute Lebenden tot sind, nicht vorstellbar ist. Reply
Teil 1: Das ist ein guter analytischer Beitrag von Hans Rentsch. Doch zur heutigen Situation: Der Primärenergie-Verbrauchsanteil bei den Fossilen liegt seit 2015 (und länger) bei ca. 86% (Öl: 29%, Kohle: 26%, Erdgas: 24%). Die Erneuerbaren PV & Wind haben es seit Jahr 2000 auf ca. 5 % geschafft. Die Atomenergie liegt bei 4% und der Rest ist Hydro mit 6 % plus 1% an etc.. In diesem Zusammenhang lässt sich feststellen: Einen weltweiten Klimaschutz auf Basis CO2-Vermeidung gibt es bisher nicht. IPCC-Berichte AR- und CMIP-xy Modellszenarien hin oder her. Das CO2 steigt weiter an. Der Fossilenanteil steigt derzeit ebenfalls leicht an. Eine globale Temperatursenkung lässt sich nirgends feststellen. Alle nationalen und internationalen Bemühungen sind gescheitert und werden weiter scheitern. Hehere Klimaziele2050 und die unsägliche Phantasterei “NettoNull” sind faktisch tot. Niemand macht mit – ausser die angstgetriebenen links-grün doktrinierten Europäer, sowie die paar wenigen linksgerichteten Kanadier und Australier. Ergo kann man schlussfolgern: Bis zum Jahr 2100 bleibt die Welt zum grössten (oder weicher formuliert) zu erheblichem Teil weiter fossil gepowert. Eine Ersatzstrategie zu den Fossilen ist gescheitert und wird weiterhin scheitern: Vermeintlich günstige Neue Erneuerbare (PV &Wind) werden zwar schnell gebaut, generieren aber ab einem gewissen Anteil im Stromnetz sehr teure, schier unlösbare Probleme. Die Atomenergie dagegen könnte weltweit ein echter Gamechanger sein, scheint (nach ihrer fast 40 jährigen Projektpause) momentan aber noch viel zu langsam in Aufbau und raschem grossmasstäblichen Ersatz der Fossilen. Übermorgen ist bereits 2050. Reply
Teil 2: Was aber zunehmend klar wird: Die heutige Klimaschutzpraxis mit ihrem subventionierten Erneuerbarenboom auf Basis CO2-Vermeidung schadet uns Westlern, die da intensiv mitmachen, ungemein: Unsere westliche Industrie, unser Gewerbe und unser aller Wohlstand leiden darunter in höchstem Mass. Lachender Dritter ist China, das mittels seines gewaltigen Kohlestrom-produzierten Solarpannel-, Elektronic- und Batterien-Monopols (95% des Weltmarktes) der westlichen Welt für sehr viel Geld CO2 im intinitesimalen Bereich einzusparen hilft. 🙂 Die Diskussion, wie viel von der Erwärmung tatsächlich durch menschgemachtes CO2 verursacht wird, sei für den Moment mal dahin gestellt. Aber der einzig effektiv ganbare Weg ist vermutlich die schrittweise, nationenspezifische Adaption an Wetter & Klima in der Zukunft (siehe: Bjorn Lomborgs Arbeiten). Doch Vorsicht: Wenn der Westen seine heute noch verfügbaren Mittel weiterhin in unerreichbare Klimaschutzziele, wie die Illusion “NetZero” und eine sinnlose Klimapolitik der wirkungslosen CO2-Vermeidung mit überbordender Bürokratie, Verboten, Abkassiererei und Erneuerbaren-Pflästerli verpulvert, so wird man – bei den ohnehin hohen Staatsverschuldungen – auch die beträchtlichen Kosten einer generellen Adaptionsstrategie kaum mehr berappen können. Reply
Netto 0 2050 ist für sich schon ein “überdeterminiertes” Zielsystem, und wenn dann auch noch weitere Ziele wie Wirtschaftswachstum und Umweltschutz dazu kommen, umso mehr. Das ist, wie wenn man für eine quadratische Weidefläche mit 30m Seitenlänge für einen Zaun nur 100m Draht zur Verfügung hätte. Dann muss man mindestens einen Zaunpfosten nach innen verschieben, oder sogar zwei. Netto 0 2050 im Gesetz haben wir den Gletscher-Initianten zu verdanken, zudem einem mutlosen Bundesrat, der aus Angst vor der Initiative im Gegenvorschlag zu viele Konzessionen machte. Und im Endeffekt einem Stimmvolk, das unter dem staatlichen Versagen in der ökonomischen Bildung leidet. Reply
Besser als im letzten Satz kann man das Problem nicht schildern. Rund die Hälfte der Schweizer Bevölkerung glaubt immer noch, mit helvetischen Vorschriften könne man wirkungsvoll Einfluss auf das Weltklima nehmen. Selbstverständlich sofort, ohne sich über die Langfristikeit der Veränderung der auf das Klima Einfluss nehmen könnenden Faktoren Gedanken zu machen. Offenbar ist im Alpenraum die Wahrscheinlichkkeit von Gletscherrückgängen, Auftauen von Permafrost, langen Trockenperioden, gefolgt von sintflutartigen Niederschlägen gross. Dafür müssen wir uns wappnen. Etwa indem wir verschwundene Gletscher durch Stauseen ersetzen, um in künftigen Trockenperioden über gleich viel Wasser zu verfügen (auch für Alpweiden), wie heute. Oder indem wir potentiell gefährliche Bäche wirkungsvoll verbauen (z.B. mit mehreren Staustufen) oder umleiten. Indem wir potentiell gefährdete Verkehrswege in Tunnels verlegen, et. etc. Je mehr Wasser wir in den Bergen stauen, desto kleiner werden die Ueberschwemmungen im Tal. Das gilt auch für das Gornerli, das nun offenbar Umweltschützer mit dem Argument verhindern wollen, dadurch werde der unterste Teil des Gornergletschers unter Wasser gesetzt und deshalb einige Jahre früher schmelzen als er das ohnehin täte.. Heute dient Wasser aus Stauseen nur der (meist bloss einmaligen) Stromerzeugung oder der Alimentation von Schneekanonen. Gefragt ist ein auf das künftige Klima ausgerichtetes Wassermanagement, wo mit überflüssigem Bandstrom betriebene Pumpspeicherwerke durchaus ihren Platz haben können. Den Luxus, unser Wasser ungenutzt via Rhein, Inn, Adda, Ticino oder Rottu ins Ausland fliessen zu lassen, werden wir uns kaum mehr leisten können. Mit andern Worten: es fehlt ein Gesamtkonzept. Es fehlt aber insbesondere am Willen, mit den nötigen Arbeiten endlich anzufangen! Reply