Die Anti-Atomkraft-Bewegung verfolgt eine Ablenkungsstrategie, und die bürgerlichen Parteien fallen darauf wie die Spatzen herein. Die Grundsatzfrage „Soll das Bauverbot für neue Atomkraftwerke aufgehoben werden oder nicht?“ hängt überhaupt nicht von finanziellen Aspekten ab. Damit ein konkretes Projekt zur Erlangung einer Rahmenbewilligung vorgelegt werden kann, darf es zunächst einmal nicht verboten sein. Erst wenn ein Unternehmen weiss, dass es möglich ist, kann es ein Projekt mit allen erforderlichen Informationen und Zusicherungen auf den Weg bringen. Das kostet schon Zeit, Menschenenergie, und viel Geld. Niemand wird sich darauf einlassen, wenn das Verbot nicht aufgehoben wird. Ist das zu logisch für unsere Vertreter in Bern, die sich jetzt in ausweichenden Diskussionen verlieren? Reply
Absolut richtig, Michel. Ein hinterlistiges Ablenkungsmanöver, das seine Wirkung bis tief ins bürgerliche Lager entfaltet hat, fast zu spät als solches erkannt wurde, und gottseidank noch in letzter Minute durch starke Intervention von BR Rösti und Herr Aeschi hauchdünn abgeschmettert werden konnte. Wer macht diese ominöse “Finanzierungsstudie” nun? Das BfE? Echt jetzt? 🙂 Reply
Der Energielub hat schon vor einem halben Jahr Finanzierungsmöglichkeiten aufgezeigt. https://energieclub.ch/wie-finanziert-man-kernkraftwerke/ Einleuchtend ist doort der letzte Satz: Man hat früher Kernkraftwerke finanziert, man finanziert in aller Welt Kernkraftwerke. Es gibt keinen Grund, warum das in der Schweiz nicht wieder möglich sein sollte. Es ist die alte Geschichte: Wer nicht will, sieht Probleme – wer will, sieht Lösungen. Reply
An sich geht es um die Aufhebung eines mittelalterlich anmutenden Denkvebots, das in einem freien Land niemals hätte als Gesetz erlassen werden dürfen. Kein Mensch spricht von der Baubewilligung eines Kernkraftwerks. Folglich ist es sachfremd, Baukosten für etwas, das so niemand verlangt, errechnen zu lassen. Wenn trotzdem etwas ausgerechnet werden muss, dann scheint mir nur der Vorschlag Nöggerath zielführend. Die Spiesse müssen dann aber bei beiden Rechnungen gleich lang sein. Es müssen nicht die Kosten einer einzelnen Anlage ausgerechnet werden, sondern die des Gesamtsystems. Da die Kernkraft-Lösung weder Gaskraftwerke noch Stromimporte benötigt, dürfen diese auch in der Rechnung der Erneuerbaren nicht enthalten sein. D.h. es ist auf Teufel komm raus abzuschätzen, wie viele Windredli, Solarpanels (mittelländisch und hochalpin), Stauseen (Pumpspeicherwerke) und Uebertragungsleitungen es braucht, um mit Erneuerbaren eine gleich autarke Jahres- und insbesondere Winterstromversorgung hinzukriegen, wie mit AKWs. Wahrscheinlich geht das nicht ohne schwere Eingriffe in Wohnsiedlungen, Landwirtschaftsgebiete, Naturschutzgebiete und andere schützenswerte Landschaften. Das wäre politisch nicht realisierbar. Durchgerechnet werden muss et trotzdem. Um den Grünen und andern Romantikern zu zeigen, welche Umweltzerstörungen, Kosten (ich schätze einige hundert Milliarden Franken), Realisierungszeiten (wahrscheinlich bis ins nächst Jahrhundert) und Auslandabhängigkeiten (die chinesischen Solarpanels haben ein Ablaufdatum) die konsequente Verwirklichung ihrer Träume zur Folge haben würden. Alles andere wäre Selbstbetrug. Reply
Sehr gut. Danke Herr Vogel. Ich habe genau wegen der “Sachfremdheit” dieser Studienvorbedingunng noch einen wichtigen Satz ergänzt. Reply
Ich freue mich auf den Bericht des Bundesrats zu den Kosten von AKW. Man kann sogar die Subventionen von Erneuerbaren weiterlaufen lassen. Deren Ausbau lohnt sich ja offensichtlich auch mit Subventionen nicht. Reply