Über die Doppelmoral der Links-Grünen Politszene

Über die Doppelmoral der Links-Grünen Politszene

Eine Posse

Es ist gut möglich, dass Sie, werter Leser dieses Beitrags, denken mögen, jetzt vertiefe ich mich nun wirklich in ein kleines lokalpolitisches Detail. Das ist korrekt, jedoch zeigt dieses Detail ein Muster von politischem Verhalten auf, das auch auf der nationalen und internationalen Bühne auf die eine oder andere Art festgestellt werden kann.

In den NZZ- Ausgaben vom 30. und 31. Juli 2026 war zu lesen, dass die Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich (VBZ) neue Linienbusse in China bestellt haben. Diese Meldung konnte man zu diesem Zeitpunkt auch anderen Medien entnehmen. Immerhin hat die NZZ der Lokal-Nachricht in zwei Ausgaben Raum eingeräumt und in zwei weiteren nachfolgenden gab es anschliessend noch Kommentare zum Geschäft aus redaktioneller Feder.

In letzteren wurde über das Wie, Warum und Risiken zu diesem überraschenden VBZ-Entscheid diskutiert. Auch erfuhr man, dass sich in Europa bereits die Verkehrsbetriebe der Stadt Oslo für dieselben chinesischen Hersteller als Lieferanten von Elektro-Bussen entschieden haben.

In der NZZ wurde allen Ernstes auch darüber diskutiert, ob ein Risiko bestünde, dass China in die Geräte allenfalls einen Chip einbaut, mit «off-switch» Funktion oder gar für Spionage-Zwecke. Als ich dies las, habe ich mich gefragt, was China in der Stadt Zürich allenfalls Spezielles von Interesse ausspionieren könnte? Informationen wie etwa über ein Fahrrad-Parkhaus eines Stararchitekten mit Baukosten von MCHF 15.2 für 800 Fahrrad-Abstellplätze, das – was im Voraus abzusehen war und nun, nach der Eröffnung Ende 2025, auch festzustellen ist – im Wesentlichen leersteht.

Wie dem auch sei, zwei wesentliche Punkte zu diesem Geschäft wurden in den redaktionellen Kommentaren der NZZ nicht erwähnt.

Da ist einerseits die Frage, ob in der Administration der VBZ resp. der Stadt Zürich die Kompetenz zur Abwicklung von Geschäften mit China überhaupt vorhanden ist. Die Erfahrung zeigt, dass man von der Annahme ausgeht, dass alles Wesentliche vertraglich klar geregelt ist. Konfliktpotential liegt jedoch darin, wie und ob diese Vereinbarungen von beiden Parteien auch gleich verstanden werden. Dies kann nur dann sichergestellt werden, wenn auch Verständnis (Kompetenz) für die gegenseitige Geschäftskultur vorhanden ist. Ich möchte Herrn und Frau Schweizer in diesem Zusammenhang an das F 35-Geschäft mit den USA erinnern, wo genau unterschiedliche Interpretationen zu Vertragsfragen im Nachhinein zum Vorschein kamen – und dies auf Bundesebene (mit etablierter internationaler Vernetzung) und mit den USA!

Mit meiner Erfahrung von 36 Jahren intensiver Geschäftstätigkeit in und mit China (und Süd-Ost Asien allgemein) meine ich, dass die Unterschiede in der Kommunikationskultur Schweiz-(Europa-) China doch beträchtlich sind.

Andererseits – meiner Ansicht nach sehr markant – geht es um die Redlichkeit der Zürcher-Stadtverwaltung. Diese ist von einer Politik getrieben, welche «Netto Null» im Eilzugstempo anstrebt, koste es was es wolle. Und sie trägt eine Politik mit, welche dafür zu sorgen hat, dass der lokalen (auch europäischen) Industrie progressiv strenge Auflagen bezüglich CO2-Emissionen auferlegt werden, die alles andere als zum Nulltarif zu haben ist. Und ebendiese Verwaltung hat offenbar keine Hemmungen, Industrieartikel aus einem Land zu bestellen, wo CO2-Reduktion nach unseren Vorstellungen kein Thema ist.  Im Zeitraum 2015 bis 2025 hat der CO2 -Ausstoss der Schweiz um 19% abgenommen, während jener von China um 21% zugenommen hat. Auch sollte man sich merken, dass 2015 der relative CO2 -Ausstoss der Schweiz gegenüber China gerade mal 0.53% betrug und sich bis 2025 weiter auf 0.35% verringert hat. Wie können die Zürcher eine derart doppelbödige Klimapolitik betreiben und rechtfertigen?

Ich habe keine Zweifel, dass die Chinesischen Lieferanten fähig sind, gute und brauchbare Produkte zu liefern. Störend ist hingegen, dass unsere Behörden zulassen, dass mit zweierlei Ellen gemessen wird – zum Nachteil der eigenen Industrie. Das ist der eigentliche Skandal hinter dieser Lokalgeschichte.

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3 thoughts on “Über die Doppelmoral der Links-Grünen Politszene”

  1. Weil ein globales Abkommen zur CO2-Reduktion – längst absehbar – nicht erreicht werden konnte, hat man dann die Nationally Determined Contributions NDCs eingeführt. Also hat jedes Land logischerweise einen Anreiz, mit allen Mitteln bei sich zu reduizieren, auch wenn deswegen andernorts mehr CO2 anfällt. Nur die Stadt Zürich geht beispielhaft voran und will auch die von der Stadtbevölkerung verursachten Emissionen ausserhalb der Stadtgrenzen um 30 Prozent reduzieren. Das wird der ganzen Welt und den Chinesen zuvorderst sicher als leuchtendes Beispiel zur Nachahmung dienen.

    1. Zwei Anmerkungen dazu: Seit Jahrzehnten vernehme ich in Süd-Ostasien, dass unsere (d.h. die des «Westens») Vorstellungen von Energie-Politik, Umwelt- und Klimaschutz etwas für die Reichen und Satten ist. Wir in unseren Ländern wollen auch reich und satt werden, das hat Vorrang.
      Zudem, wenn Ihr (der «Westen») darauf besteht, dass uns Eure Vorstellungen auferlegt werden, so ist das Rückfall in Kolonialismus Machenschaften. Man merke, wie die hiesigen Linkskräfte mit Akribie verhindern, dass bei Verbrechen von Asylanten deren Herkunft nicht genannt werden darf, mit der Begründung, dies sei Rückfall in rassistischen Kolonialismus.
      Fakt ist, dass In Südost-Asien mehr Menschen Leben als im Rest der Welt.

  2. Die gesamte grüne Politik is verlogen. Was für Busse gilt, gilt auch für Solarpanels, Batterien, etc. Offenbar wünschen die Grünen nichts sehnlicher, als total von China abhängig und durch China erpressbar zu werden. Dabei spielt es keine Rolle wie stark die Umwelt (in China) durch die Produktion dieser Güter zerstört wird und ob dabei die Menschenrechte eingehalten werden (uigurische Sklavenarbeit, etc.).
    Würde man die von den Grünen heilig gesprochenen KVI-Kriterien auf die Importe aus China anwenden, so müsste jede Firma, die Solarpenels etc. importiert, wegen Förderung von Umweltzerstörung und Sklavenarbeit vor ein Gericht gezogen werden.
    Keine der vom Bund ohne ausreichende Rechtsgrundlage subventionierten NGOS wird in diesen Fällen aber Klage erheben, da sie alle wissen, dass sie ihre Kasse nur dann füllen können, wenn es ihenn gelingt, westliche Firmen zu erpressen.

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