Wenn man fundamental gegen das Rahmenabkommen ist, muss man natürlich auch beim Stromabkommen viele dicke Haare in der Suppe finden. Reply
Und wenn man fundamental dafür ist, übersieht man beim Stromabkommen gerne die Haare in der Suppe. Aber wenn wir die Ironie mal kurz zur Seite lassen, müssen wir uns schon fragen, weshalb wir uns für eine technisch-ökonomische Integration in den EU-Strommarkt auch noch gleich generell energiepolitisch und dekarbonisierungspolitisch zementieren lassen wollen oder sollen. Ich tippe darauf, dass unsere Unterhändler dies in der Tat wollten in der Meinung, damit die irreführende Energiestrategie 2050 noch etwas supranational absichern zu können. Das werde ich demnächst auch publik behaupten… Reply
Natürlich bringt das Stromabkommen auch Nachteile mit sich. Der VSE und die Überlandwerke, wie sie früher genannt wurden, unterstützen es aber, weil es unter dem Strich mehr Vorteile als Nachteile für eine sichere Stromversorgung hat. Das bedeutet nicht, dass damit alle Probleme gelöst werden, die sich die Schweiz mit dem neuen Stromgesetz aufgebürdet hat. Insbesondere die Produktionsziele für Windkraftanlagen, die völlig unrealistisch sind, und für PV, die im Sommer vor allem Probleme verursachen werden und in den Monaten November bis März kaum relevant sind. Die Diskussion über die Blackout Initiative wird hoffentlich aufzeigen, dass diese Ziele falsch oder unrealistisch sind und dazu führen werden, dass der Bau von grossen Gaskraftwerken (und nicht nur von Reservekraftwerken) zwingend notwendig sein wird, wenn die Schweiz nicht von massiven Importen aus der EU im Winter abhängig sein will. Reply
Der VSE und die grossen staatlichen Stromproduzenten unterstützen das Stromabkommen tatsächlich, aber nur wenn es nach ihrer Vorstellung umgesetzt wird. Dies wird aber kaum der Fall sein, weil andere inländische Player (z.B. Gewerkschaften) und indirekt auch die EU mitreden werden. Die im Entwurf vorliegende inländische Umsetzungsregulierung wird von diesen Stromproduzenten und vom VSE heute schon vehement bekämpft. Ihre Exponenten lassen verlauten, dass sie gegen das Stromabkommen sind, wenn es so umgesetzt wird, wie es vom Bundesamt für Energie/UVEK geplant ist. Na, also. Reply
Der AVES Zug kann man gratulieren für ihre hervorragende Analyse des Stromabkommens und damit zu ihrer ablehnenden Haltung desselben. Das Stromabkommen beinhaltet insbesondere das Mitmachen der Schweiz beim Green Deal, was uns noch tiefer in den Energiewende-Schlamassel hinein zieht. Deutschland hat seine KKW abgestellt und muss jetzt die EU fragen, ob sie Gaskraftwerke bauen darf. Deren Strompreis steigt weiter. Die Deindustrialisierung nimmt zu. Der Stellenabbau beschleunigt sich. Die Verfügbarkeit von wetterunabhängigen Exporten der EU-Länder zur Schweiz sinkt: Schlecht und teuer für die Winter-Versorgungssicherheit. Soll sich die Schweiz wirklich einer derart volkswirtschaftlich maroden EU teilweise und in dieser Form anschliessen? Nein. Nein zum Stromabkommen und Nein zur Stabilisierung und Weiterentwicklung solcher Beziehungen mit der EU. Reply
Völlig richtig. Die Schweiz ist für die sichere Stromversorgung von Norditalien und zunehmend auch von Süddeutschland physisch unverzichtbar. Umgekehrt sollte / kann man sich nicht darauf verlassen, egal was allenfalls in einem Vertrag steht. Die Schweiz muss ihre Stärke in der Stromversorgung behalten und entsprechend für ausreichende neue, steuerbare, inländische Kraftwerkskapazitäten sorgen, schon im eigenen Interesse und auch zur Stärkung unserer Stellung in der europäischen Nachbarschaft. Reply
Der Artikel zeigt auf, dass sich die Schweiz nicht politisch erpressen lassen darf, das Strommabkommen mit der EU garantiert keine Sicherheit und ist somit nur Makulatur. Die einzige Sicherheit bietet der Bau neuer AKWs. Wenn wir jetzt anfangen, können solche in 6 Jahren mittels modernster und sicherster Technologie ans Netz gehen. Wir müssen nur von Finnland die Pläne und das Know-How dafür tel Quelle übernehmen. Dann ist alles bestens durchdacht und wissenschaftlich abgesichert, auf Swissness sollten wir allerdings verzichten. Reply
Ich habe mir ebenfalls das Stromabkommen zu Gemüt geführt. Mein Eindruck deckt sich praktisch 1:1 mit dieser von Konrad Studerus. Die Integration der Schweiz in den Europäischen Strommarkt wäre äusserst wichtig für die Stabilität unseres Stromnetzes und unsere Wirtschaft. Dies wäre auch im Interesser der EU. Doch man verknüpft die Integration in den Strommarkt mit allerhand von bürokratischen Vorschriften, bis ins letzte Detail, dass wir im Bereich Stromwirtschaft nicht mehr selber entscheiden können: Vorgaben zum Ausbau von Wind- und Solarkraftwerken, usw. Reply