Buchempfehlung

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Stromloch im Winter

Die Schweiz will mit ihrer Energieversorgung bis 2050 vollständig CO2-frei werden. Die dazu notwendige Dekarbonisierung erfordert den Umbau unseres Energiesystems von fossilen Quellen hin zu ausschliesslich erneuerbaren Stromquellen. Mit der 2017 beschlossenen Energiewende 2050 wurde ausserdem bestimmt, dass wir unsere Kernkraftwerke schrittweise abstellen. Diese Strategie weist aber Schwachpunkte auf. Der grösste wird in diesem Buch thematisiert: Ohne Kernkraftwerke und mit Solarstrom als Hauptersatz schlittern wir auf ein riesiges Stromloch im Winter zu, das unsere Abhängigkeit von Stromimporten um ein Vielfaches erhöhen wird. Der Autor zeigt anhand der Vorgaben unserer Energie-wende 2050, wie der Strombedarf im Winter 2050 nur noch zur Hälfte gedeckt werden kann und analysiert, wie realistisch es ist, dieses Stromloch mit verschiedenen Stromerzeugern zu stopfen.

Stromloch im Winter – Edition Königstuhl

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17 thoughts on “Buchempfehlung”

  1. Stromimporte waren immer eine der wichtigen (wackeligen) Säulen der Leuthard-Energiewende – und der ETH-Gefälligkeitsstudien, die ja beide auch sonst nur auf das Prinzip Hoffnung bauten.

  2. Grundsätzlich hat die Schweiz genug Leitungskapazität um den gesamten Strombedarf zu importieren. Axpo und co können auch Importverträge mit grossen Playern in benachbarten Ländern abschliessen bzw. bestehende verlängern. Nur mit PV geht es im Winter nicht, das wissen schon alle, die Grünen sogar auch. Die Frage ist einzig, ob wir die Nuklearrisiken in der Schweiz oder im benachbarten Ausland lieber haben wollen.

  3. Neue und absolut sichere Kernkraftwerk können in 6-8 Jahren ans Netz gehen, wenn man dann wirklich will, siehe Finnland. Man könnte dort ab der Stange eine erprobte Technology einkaufen, wenn man auf „Swissness“ verzichtet. Auch das Atommüll-Problem hat Nagra gelöst. Die Möglichkeit einer dekarbonisierten Zukunft mit sauberer und brauchbarer Energie ist damit gegeben. Es ist ein rein politisches Versagen und die gezielte Angstmacherei, die eine prosperierende Schweiz verhindern.

  4. Mit Verlaub – Wikipedia schreibt: «2005 wurde in Olkiluoto mit dem Bau eines dritten Blocks begonnen, dem ersten EPR von Areva NP. Der Bau sollte ursprünglich 2009 abgeschlossen sein, verzögerte sich aber zunächst bis mindestens 2015. Der finnische Energiekonzern TVO hatte mit dem Baukonsortium einen Festpreis von 3,2 Milliarden Euro vereinbart. Im Oktober 2011 wurden die Baukosten mit 6,6 Milliarden Euro beziffert.[1] Der Termin wurde erneut verschoben. Der Reaktor ging 2023 in Betrieb und sein Bau hat ca. 11 Milliarden Euro gekostet.» Also nichts da von 6-8 Jahren Bauzeit – und die Planung kommt noch dazu! Ganz zu schweigen von den rund vervierfachten Kosten. Können AKW-Befürworter bitte wenigstens mit korrekten Zahlen argumentieren?

    1. Und wie erklären Sie dann, dass – wie Copilot ausführt: “Seit der Inbetriebnahme von Olkiluoto 3 im April 2023 sind die finnischen Strompreise massiv gefallen – zeitweise sogar ins Negative. Der neue Reaktor hat das Angebot deutlich erhöht und Finnland vom Stromimporteur zum Stromüberschuss-Land gemacht.”

      1. Reine Markt-Logik. Hat aber mit meinen vorgängigen Feststellungen zu den erwiesenermassen falschen Angaben betreffs Bauzeiten und Kosten des neuen finnischen AKW nichts zu tun.

    2. Da die Kosten eines noch zu erstellenden AKW weitgehend unbekannt sind, kann man sich als Ökonom einer anderen Rechnung bedienen: nämlich der Schätzung der Kosten, die ein AKW generieren dürfte, um immer noch besser und günstiger als PV- oder Windstromanlagen zu sein (umweltfreundlicher ist das AKW ja sowieso, wie inzwischen in einigen Ländern sogar die Grünen einräumen).
      Also man nehme die systemrelevanten Stückkosten (Fr. je kWh) des durch Speicherung, Back-ups, Netzmanagement und der Notwendigkeiten mehr verbrauchstauglich gemachten Stroms aus PV oder Wind und ermittle, wieviel ein AKW kosten dürfte, um diese Systeme verbrauchsaquivalent zu ersetzen. Ich kenne keine solche Rechnung, doch ist schon aufgrund der empirisch gegebenen Grössenordnungen der Stückkosten von Wind und Sonne klar, dass AKW ein Vielfaches ihrer heutigen Erstellungs- und Betriebskosten generieren könnten und immer noch weit günstiger als die Versorgung mit flatterhafter Herkunft wären.
      Früher oder später – so hoffe ich – muss das sogar ein Christoph Brand erkennen. Sonst hätte er seinen Posten in der Tat zu Unrecht. Rehsche weiss es im Innersten schon, will es aber nicht zugeben – auch sich selber nicht 😉

      1. So einfach ist es leider nicht!
        Die Systemkosten tragen alle, sie werden weitgehend sozialisiert. Die Gewinne bzw. Verluste tragen die Investoren bzw. Produzenten, das ist der Unterschied und das versteht Ch. Brand sehr gut!

        1. Na, davon sage ich gar nichts. Erst müssen jeder Stromquelle ihre adäquaten direkten und indirekten (systemischen) Kosten bzw. Grenzkosten zugerechnet werden. Egal, wer diese letztlich trägt (es sind immer die Kunden oder die Steuerzahler), müssen wir die Technologien mit den niedrigsten langfristigen Grenzkosten wählen. Der Markt kann dies tun – oder könnte, wenn man ihn es tun lassen und ihn nicht mit Subventionen verzerren würde.

  5. Ist „der Markt“ mittags, wenn es einen Überschuss an Solarstrom gibt, derselbe wie um Mitternacht, wenn der Solarstrom vom Mondlicht gespeist wird?
    Grenzkostenbetrachtungen sind situationsabhängig (eine physikalische Realität).
    Um sie zu verändern wird auch Strom “gespeichert”, was eigentlich eine zweimalige Umwandlung mit entspr. Investitionen und Kosten verlangt (und Grenzkosten verändert).

    1. Um 3 Uhr frühmorgens würde sich auch der Brotmarkt im Überangebot befinden, allerdings sind die Brote für ein paar Stunden so frisch, dass sie noch gekauft werden. Die angebotene und die Nachgefragte Menge sollten sich etwa im Verlaufe eines Tages die Waage halten (mal abgesehen von Tiefkühlbrot, das rasch aufgebacken werden kann).

      Beim Strom ist das nicht so. Angebot und Nachfrage müssen in Sekundenbruchteilen ausgeglichen sein. Wenn die Sonne scheint, sind die Grenzkosten in diesen Sekundenbruchteilen Null für den verfügbaren Solarstrom… darüber hinaus könnte noch Solarstrom aus Batterien verfügbar sein … mit positiven Grenzkosten. Die Grenzkosten bemessen ja, wieviele Kosten die Produktion einer zusätzlichen Einheit ceteris paribus generieren würde. Die kurzfristigen Grenzkosten des Solarstroms sind somit an sich die Kosten von Salarstrom ab Batterie. Scheint die Sonne weiter und geht der Batterie-Solarstrom aus, dann kommen die Kosten von Back-up-Strom ins Spiel…. das wären dann wohl die Grenzkosten von Strom ab Gaskraftwerk….

      Aber ich habe ausdrücklich von langfristigen Grenzkosten gesprochen… Auf Dauer gilt nicht ceteris paribus, sondern mutatis mutandis. Solartrom-Grenzkosten umfassen auf Dauer sämtliche systemische Zusatzkosten, die in Kauf genommen werden müssen, damit mit einem Solarstrom-System überhaupt eine Versorgung gewährleistet werden kann. Diese sind offensichtlich sehr hoch – wie wir etwa in Deutschland sehen können.

        1. Ja, es ist aber simpel: Die langfristigen GK der AKW sind enorm hoch, diejenigen des Flatterstromanlagen aber eben auch. Und dann produzieren die AKW eben auch enorme Energiemengen, während die Produktion des Flatterstroms in nutzbarer Form (mit positiven Preisen) doch sehr überschaubar ist. Ergebnis: Die Grenzkosten pro kWh des Atomstroms betragen nur ein Bruchteils der Grenkosten pro kWh des nutzbargemachten Flatterstroms.
          Die Mikroökonomik dahinter muss man gar nicht verstehen, es reicht, wenn man die Kosten und die Preise der Deutschen Energiewende sich vor Augen führt.

        2. Welche?
          In den kurzfristigen Kosten sind Rückstellungen für die Abfallbehandlung und den Rückbau der Anlagen bereits inbegriffen. Diese werden tatsächlich dem Stilllegungsfonds und dem Entsorgungsfonds bezahlt.
          Welche sonstigen langfristigen Grenzkosten fallen noch an?

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