Weltweite Mindeststeuern: Eine brandgefährliche Idee

Reblog eines Beitrags von Andreas Tögel, in: Ludwig von Mises Institut.
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2 Kommentare

  • Bei den Unternehmenssteuern sehe ich eine einzige sinnvolle Harmonisierung, nämlich deren vollständige Abschaffung. Die Unternehmenssteuern werden ja von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Eigenkapitalgebern (Aktionäre) und von den Konsumentinnen und Konsumenten getragen. Sie alle werden durch Geschäftsvorfälle des betreffenden Unternehmens ohnehin schon besteuert (Löhne, Dividenden, MWST) und falls sie Ersparnisse gebildet haben zusätzlich mit Vermögenssteuern belastet. Es kommt schon so zu massiven Allokationsverzerrungen und zu toten Lasten, und diese werden durch die Besteuerung der Unternehmensgewinne noch verstärkt. Die Linken unterliegen der Illusion, durch letztere würden v.a. die Kapitalisten belastet, doch wie wir wissen, werden die elastischsten Player am wenigsten oder gar nicht belastet. In die Röhre gucken sowieso die nicht flexiblen Arbeitskräfte sowie die Besitzer immobiler Vermögenswerte – einfach alle, die den Steuern nicht ausweichen können.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Y. Nellen eine bahnbrechende ökonomische Entdeckung gemacht hat, die diese Position Lügen straft.

    Wie Hanspeter Vogel indirekt antönt, ist ein Steuerkartell wie alle anderen Kartelle zum Scheitern verurteilt, wenn es genügend Aussenseiter gibt. Die wird es beim Steuerkartell geben. Also werden sich die Kartellisten viele Tricks einfallen lassen, um das Kartell nicht einzuhalten. Die ganze Übung wird in Transaktionskosten ersticken….

  • Hanspeter Vogel

    Eigentlich iinteressant, dass sich die linken Rezepte zur Rettung der Welt seit über einem Jahrhundert kaum verändert haben. Das ganze seither erarbeitete Wissen über die Zusammenhänge zwischen Wirtschafts- und Abgabenpolitik.und die vielen ständig verfeinerten Instrumente, die zur Zielerreichung – so man wirklich ein sinnvolles Ziel definiert hat und diesbezüglich nicht bloss in der Mottenkiste der Wirtschaftsgeschichte fündig zu werden glaubt (z.B. Abschaffung des Kapitalismus als Vorbedingung zur Rettung des Klimas) – zur Verfügung stehen, scheint an linken Ideologen abzuperlen wie Wasser an einer Teflonpfanne.

    Das Papier von Yellen kenne ich nicht und kann es nicht kommentieren. So wie es dargestellt wird (Konzentration auf Unternehmensgewinne), würde es wahrscheinlich selbst dann nicht viel bewirken, wenn die halbe Welt mitmachen würde (was ohnehin nie der Fall sein dürfte).Beziehungen zwischen Staat und Wirtschaft sind vielgestaltig und nicht zuletzt auch durch kulturelle Unterschiede geprägt. Sie lassen sich nicht auf den Tarif von 1-2 Steuern reduzieren.

    Die Hauptfrage dürfte aber heissen: worin liegt der Nutzen, wenn wir nicht bloss gleiches, sondern auch ungleiches coûte que coûte gleich behandeln?

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