Die Website https://atlas.hks.harvard.edu ist hervorragend, um Import- und Exportbeziehungen von einzelnen Ländern oder für bestimmte Güterkategorien dazustellen. Da sieht man beispielsweise, dass die australische Kohle nach Japan (14.3 Mrd. USD), nach Indien (11.1) und erst dann nach China (7.7) geht. Man sieht aber auch, dass die Darstellung von Markus Häring weitgehend stimmt. Australien ist, wie Kanada auch, ein grossen Land mit vergleichsweise kleiner Bevölkerung und riesigen Rohstoffschätzen. Das Land liegt recht nahe an ärmeren, bevölkerungsreichen Länder. Entsprechend gibt es eine Arbeitsteilung. Die ökonomischen Gesetze (absolute und komparative Vorteile) wirken daher nur in eine Richtung: Australien und Kanada sind Bergbau-Nationen, die den grössten Teil ihrer Rohstoffe unverarbeitet exportieren. Will man dies ändern, so braucht es sehr energische und teure politische Eingriffe. Anders ist den ökonomischen Gesetzen nicht beizukommen. Es ist fraglich in welchem Zeitraum dies überhaupt geschehen kann, weil politisch erwünschte Branchen nicht einfach aus dem Boden gestampft werden können. Es braucht immer auch Fachkräfte (Wissen). Australien weiss wie man Erdgas, Kohle, Eisen, Gold, Aluminium oder landwirtschaftliche Produkte herstellt. Aber wie ist es mit zum Beispiel Goldraffinerien? Das scheint offenbar nicht so einfach zu sein, sonst hätte man sich nicht im Tessin oder Jura darauf spezialisiert! Reply
Vielen Dank für die Präzisierung betreffend Kohle. Die erwähnte Website ist tatsächlich grossartig. Ich stimme deinen Bemerkungen betreffend komparative Vorteile natürlich zu. Nur funktioniert das alles grossartig solange Frieden herrscht. Handel ist ja in sich selbst ein Frieden sicherndes Element. Aber wie wir gerade erleben kann man auch Handelskriege führen. Während die USA sowohl militärisch wie wirtschaftlich ihre weltweite Vorherrschaft behaupten wollen, lässt sich das China nicht gefallen. China braucht nicht einmal militärisch stark sein, China baut seine Macht mit gezielter Marktdominanz auf. Nur als ein Beispiel mit der Beherrschung des Marktes seltener Erden. So können gefährliche Abhängigkeiten entstehen. Jedes Land sollte deswegen nicht nur in militärische Verteidigung investieren, sondern auch strategisch wichtige Ressourcen sichern und die Fähigkeit pflegen sich selbst versorgen zu können. Wie du richtig bemerkst bedarf das teurer politischer Eingriffe. Reply