Interessanter Vorschlag. Wir müssen uns allerdings vergegenwärtigen, dass eine voll autonome AHV im Sinne der oben gemachten Vorschläge zu mehr als “bloss” einer Verdoppelung der Lohnprozente führen würde. Heute betragen die Beiträge (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) rund 40 Mrd Franken und diejenigen des Bundes (Bundeskasse und MWSt) rund 15 Mrd Franken. Trotzdem ist nicht auszuschliessen, dass die Defizite bis in einigen Jahren auf gegen 5 Mrd. Franken anwachsen. Das bedeutet, dass die Beiträge in Lohnprozenten gegenüber heute nicht verdoppelt, sondern verdreifacht werden müssten, auf je 13 Prozent für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Diese Kostenerhöhung könnten viele KMUs nur schwer verkraften, wenn überhaupt! Interessant wäre die Definition der Begriffe Kindesalter, Erwerbsalter und Rentenalter. Auf jeden Fall wäre es sinnvoll, die Altersguillotine von 65 fallen zu lassen und die Leute so lange arbeiten zu lassen, wie sie wollen und können. Möglicherweise könnte man das Pensionierungsalter durch eine Lebensarbeitszeit ersetzen. Reply
Die Kosten der erwerbslosen Lebensabschnitte fallen ohnehin an. Die Frage ist bloss, wie und von wem sie getragen werden. Dabei scheint mir eine verursachergerechte Überwälzung am sinnvollsten zu sein und am ehesten zu einem stabilen System zu führen. Daher der Bezug auf die Wertflüsse. Das heutige System ist eine historisch gewachsene Mischung von Lohnprozenten und Steuern, welche nicht verursachergerecht verteilt werden. Auch die Bundeskasse basiert auf Steuern, und wenn die Ausschüttungen der Nationalbank für die AHV verwendet werden, dann fehlt dieses Geld anderswo, was wiederum die Steuern hochtreibt. Für Firmen sind nicht nur Personalkosten wichtig, sondern auch Steuern. Was nicht über Lohnprozente kommt, muss über Steuern eingetrieben werden. Das belastet Unternehmen ebenfalls. Die Löhne werden durch den freien Arbeitsmarkt in Schach gehalten – mit Ausnahme der obersten Führungsebene – weshalb bei höheren AHV-Beiträgen tendenziell lediglich der Betrag sinkt, der auf den Konti der Arbeitsnehmer erscheint. Wie sich die Situation für Unternehmen unter dem Strich auswirkt, kann nur nach vertiefter Untersuchung beurteilt werden. Die angegebenen Lebensabschnitte orientieren sich lediglich nach der Erwerbstätigkeit. Dabei fällt auf, dass die Zeit des Erwerbsalters etwa gleich lang ist wie die beiden erwerbslosen Lebensabschnitte zusammen, und die beiden erwerbslosen Abschnitte unter sich ebenfalls ungefähr gleich lang sind. Das erleichtert eine grobe Abschätzung Reply