Ich befürchte auch, dass Swisscom hier ein masochistisches Pricing eingeht. Insbesondere Salt ist sehr aggressiv unterwegs, Swisscom auf ihrem eigenen Glasfaseranschlussnetz die Endkunden abzujagen. Mit dem Preisaufschlag bei Swisscom wird Salt und werden andere Swisscom-Wiederverkäufer sowie auch Netzkonkurrenten von Swisscom ein noch leichteres Spiel haben. Oder will Swisscom mit einem Preissignal nach oben die Preisspirale nach unten des Marktes “brechen”? Hochrisiko! Ich selber habe, als Swisscom in unserem Haus Glasfaser eingezogen hat (letzten Herbst), nicht etwa von Sunrise (Kabelnetz) zu Swisscom, sondern gleich zu Salt gewechselt. Damit verdient Swisscom an mir viel weniger als wenn ich direkt (und nicht nur indirekt über Salt) ihr Kunde wäre. Aber ist es nicht so, dass die Börse immer Recht hat und also, wie Michel de R. schreibt, davon ausgeht, das der Wert von Swisscom mit der Preismassnahme gestiegen ist (saut de +4%)? Nein, hier geht es um eine Frage der Anpassungszeit. Die Kunden sind an Verträge gebunden und können nicht von heute auf morgen den Anbieter wechseln. Es ist also möglich, dass Swisscom zunächst einen Anstieg der Erträge und somit der Gewinne verzeichnen wird. Der Abzug der Kunden dauert länger. Gut möglich, dass Swisscom dann mit Rabatten, attraktiven Bündelangeboten und anderen Massnahmen versuchen wird, die potenziellen Wechselkunden (marginale Kunden) bei der Stange zu halten. Die Kunst besteht wohl darin, an den inframarginalen Kunden so viel wie möglich zu verdienen und die marginalen Kunden an der Abwanderung zu hindern (differential marketing). Reply