E-Autos sind CO2-Schleudern

Elektroautos tragen wenig zur Dekarbonisierung bei. In der Grenzbetrachtung zeigt sich, dass sie sogar kontraproduktiv fahren.
E-Autos und Diesel

Bitte lesen Sie meinen Leitartikel in der «Finanz und Wirtschaft».

Saurer Markus
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63 Kommentare

  • Franz-J. Schulte-Wermeling (FJSW)

    @ P. Huber: Sie verstehen nicht nur etwas in der Argumentation vom CCN effektiv nicht, sondern gar nichts: Bei Ihnen ist es nachts kälter als draussen und über den Berg näher als zu Fuss. Auch zum Bau neuer KKW braucht es zusätzliche graue (Fossil)energie, wodurch eine sofortige Zunahme des CO2-Ausstosses bewirkt wird. Zwar haben KKWs einen hinreichenden Erntefaktor, aber auch eine lange Lebensdauer, so dass auch der Bau von KKWs den CO2-Ausstoss sofort erhöht und somit den Klimawandel sofort irreversibel beschleunigt, während die vollständige Substitution des klimaschädlichen Fossilstroms durch klimafreundlichen Atomstrom erst allmählich gegen Ende der Lebensdauer der KKWs erfolgt. Weil die Schweiz über grosse Pflichtlager für fossile Brenn- und Treibstoffe sowie über einen noch für viele Jahre ausreichenden Bestand an Ölbrennern und Fossilautos verfügt, ist hierzulande jeder Dekarbonisierungsversuch grober Unfug, zumal die Schweiz den Klimawandel nicht verhindern, sondern bis 2050 um lediglich 5 Tage verzögern könnte, falls sie ihren CO2-Ausstoss SOFORT auf null hinunterfahen würde.
    Und vergessen Sie bitte nicht: Dass der anthropogene Anteil des Klimawandels überhaupt relevant ist, lässt sich nicht beweisen, solange der natürliche Klimawandel nicht quantifizierbar ist.

  • Vielen Dank an alle Teilnehmer. Ich will nicht nur für den Winter neue KKW, sondern generell. Unsere ante Fukushima-Strategie mit Hydro und KKW neuerer Generationen ist auf Dauer die einzig gangbare Strategie für die Schweiz. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Was die Frage des Interpellanten Huber soll, entzieht sich meinem Zugang…

    Das muss nicht die Meinung des CCN sein… es ist meine pers. Meinung.

    Da Hydro und KKW für die Schweiz die so genannt dominierende Strategie ist, produzieren wir im Moment grösstenteils künftige gestrandete Investitionen. Schade. Zum Glück bremsen die Grünen sich da aber weitgehend selber aus. Sie wollen neue Erneuerbare, verhindern sie aber gleich wieder tatkräftig.

  • Philippe Huber

    Ein letztes Kommentar meinerseits nach diesem Feuerwerk! Etwas verstehe ich effektiv nicht in der Argumentation vom CCN. Würde eine starke Zunahme des Strombedarfs dank E-Autos und Wärmepumpen nicht den Bedarf an neuen KKW im Winter begründen? Oder bleiben wir lieber im fossilen Zeitalter, weil gemäss der Grenzbetrachtung von M. Saurer jeder zusätzlicher Stromverbraucher ein CO2 Schleuder ist?

  • Franz-J. Schulte-Wermeling (FJSW)

    @kai Ruhsert: Nach meiner Meinung ist der Vergleich mit dem täubelnden Kind unzutreffend, weil ein täubelndes Kind im Gegensatz zu Herrn Huber nicht argumentiert. Herr Huber argumentiert mit Sachwissen, welches man sich heutzutage im Internet und anderswo leicht verschaffen und als Argument einsetzen kann. Er verfügt aber nach meiner Einschätzung über zu wenig Sachverstand, um dieses Wissen einzuordnen und analytisch zu verwerten. Hier liegt vermutlich eher eine Denkblockade als eine Wahrnehmungsblockade vor, jedoch sind psychoanalytische Ferndiagnosen eigentlich nicht mein Ding. Ich finde es jedenfalls schade, dass in dieser Diskussion kein ernst zu nehmendes Gegenargument vorgebracht wurde.

  • Philippe Huber schreibt allen Ernstes: «Gemäss dieser schönen Theorie sind dann alle zusätzlichen Stromverbraucher CO2 Schleudern, weil Kohlekraftwerke hochgefahren werden müssen. Das ist nicht nur völlig absurd, sondern auch falsch, so läuft der Kraftwerkeinsatz in Europa nicht.»

    Offenbar muss man ihm doch noch einmal dicht unter die Nase halten, wie heftig sein Weltbild mit der Wirklichkeit konfligiert. Nur darum wiederhole ich ein Zitat von weiter unten:

    Eine empirische Bestätigung des hohen Kohlestromanteils im Marginalstrom lieferte für Deutschland zuletzt die Denkfabrik AGORA mit einem Bericht über das Jahr 2020, als der Stromverbrauch wegen der Corona-Krise sank:
    „Insbesondere die Kohleverstromung erreichte einen neuen Tiefststand seit Beginn der ganzheitlichen Aufzeichnung im Jahr 1990. … Der Nachfragerückgang wirkte sich fast ausschließlich auf die fossile Energieerzeugung aus, da diese in der Merit-Order – die Einsatzreihenfolge der Kraftwerke beim Verkauf von Strom an der Börse – hinter den Erneuerbaren Energien stehen und somit als erste ihre Erzeugung reduzieren.“
    Quelle: https://static.agora-energiewende.de/fileadmin/Projekte/2021/2020_01_Jahresauswertung_2020/200_A-EW_Jahresauswertung_2020_WEB.pdf

    Da steht es schwarz auf weiß, Herr Huber: Für zusätzliche Stromverbraucher müssen Kohlekraftwerke hochgefahren werden, genau darum sind es CO2-Schleudern.
    Sie benehmen sich wie ein kleines Kind, dass diese Wahrheit einfach nicht akzeptieren will und mit dem Fuß auf den Boden stampft: «Aber wenn ich’s doch sag›!»
    Sie geben damit ein prototypisches Beispiel ab für die erwähnten Wahrnehmungs- und Denkblockaden.

  • haha…. mit der Chemie hast du selbstverständlich recht… mit dem Rest des Textes auch…. das ist eben ein so genannter Filibuster…. 😉

  • Hanspeter Vogel

    52 Kommentare. Félicitations!!!
    (Und ich bin wahrscheinlich der einzige, der alle non stop hintereinander gelesen hat.)
    Dabei sind mir einige Politiker es letzten Jahrhunderts in den Sinn gekommen.
    Aschi Leuenberger hätte wahrscheinlich wieder mal gesagt: «So viu gschids Züg, das cha me jo nid aus läse, die würde gschider diräkt säge, was sie vo üs wei» , während Willi Ritschard seine berühmte Weisung «schreiben Sie so einfach, dass es sogar ein Bundesrat versteht» wiederholt hätte.Was würden wir denen sagen? Vielleicht das, was Schulte-Wermeling vor drei Tagen in einem Satz zusammenfasste, bloss etwas volkstümlicher ausgedrückt: «man kann den Pflug nicht vor die Ochsen spannen, man kann den Konsum fossiler Energie durch Elektrifizierung solange nicht reduzieren, als der Strom durch fossile Energie erzeugt wird. Also muss man zuerst die Stromproduktion «entfossilisieren», bevor man an die Förderung stromverbrauchender Vehikel denken kann.

    Zu Markus Saurers Preistheorie möchte ich zu bedenken geben, dass Erdöl/Kohle viele Grundstoffe für die Pharmazeutik (z.B. Aspirin) und ganz generell für die Petrochemie liefern. Der Preis null könnte wahrschinlich nur erzielt werden, wenn es auch dort günstigere Alternativen gäbe.

    Simonetta Sommaruga müssen wir wahrscheinlich im UVEK weiter ertragen. Oder sollte sie ins VBS versetzt werden und die dortigen Stäbe mit GSOA-Leuten besetzen?….oder im EDA an Calmy-Rey anknüpfen…….oder im WBF im Enklang mit NGOs gegen alle Handelsvertragsverhandlungen ihr Veto einlegen?

  • @FJSW: Ausgezeichnet! Schade, habe ich diesen Punkt nicht in meinem FuW-Beitrag integriert. An sich wollte ich schon…. hab’s dann aber vergessen. Naja, weitere Beiträge können ja folgen.

  • Franz-J. Schulte-Wermeling (FJSW)

    @ P. Huber: Es macht absolut keinen Sinn, ältere, noch gebrauchstüchtige Autos, egal ob Diesel oder Benziner, durch E-Autos zu ersetzen, weil neue E-Autos eine wesentlich schlechtere Energiebilanz über die gesamte Lebensdauer haben und daher einen höheren CO2-Austoss verursachen:
    Zur Herstellung eines E-Autos benötigt man bereist fast doppelt soviel graue (Fossil-) Energie wie einst zur Herstellung eines vergleichbaren Turbodiesels benötigt wurde.. Diese graue Energie beschleunigt (!!) den Klimawandel SOFORT bereits unwiderruflich, bevor das E-Auto auch nur vom Band gerollt ist. Die graue Energie, welche vor 20 Jahren zur Herstellung meines inzwischen 20-jährigen Turbodiesels eingesetzt wurde, führte aber bereits vor 20 Jahren zur Beschleunigung des Klimawandels und bleibt auch dann klimawirksam, wenn ich meinen 90-PS- Franzosen heute vorzeitig verschrotte und dem Klima zuliebe ein neues 4×4-E-Auto mit eingebauten Ellenbogen kaufe. Weil ich lediglich 4’000 Jahreskilometer zurücklege, wird mein tuktuk bis zum Ende seiner technischen Lebensdauer weniger CO2 emittieren als ein neues E-Auto bereits emittiert hat, bevor ich es kaufen würde. Das trifft auch zu, wenn ich statt eines neuen E-Autos eine benzinsaufende Jung-Occasion kaufe!!!
    Ob ein neues E-Auto während der Gesamt- Lebensdauer weniger CO2 ausstösst als ein vergleichbarer neuer Turbodiesel, hängt nicht vom Strommix, sondern von der jährlichen Fahrleistung ab: Beide Neuautos sind jedoch CO2-Schleudern.
    Vielfahrer würden vorzugsweise auf E-Autos umsteigen, wenn sie beim Aufladen unterwegs nicht so viel Zeit verlören..

  • Und nicht vergessen: die geförderten Fossilen werden verbrannt… hier oder anderswo auf der Welt. An sich müsste man somit nur beim Angebot ansetzen. Doch das würde unweigerlich Krieg bedeuten. Man könnte schon mal Hugo Chavez zum Umweltwohltäter erklären, denn der hat dafür gesorgt, das sein Land dekarbonisiert wird und die riesigen Ölvorräte des Landes im Boden bleiben.

    An Venezuela kann man erforschen, wohin die erfolgreiche Dekarbonisirung von Wirtschaft und Gesellschaft beim aktuellen STand der Technik führt 😉

  • Argumente und Gegenargumente sind meistens nichts wert – was wir brauchen, sind Zahlen. Mein FuW-Beitrag kommt aber ohne Zahlen aus, weil vorläufig die zusätzlichen Stromverbraucher schlicht die Steigerung der thermischen Stromproduktion zur Folge haben. Und daraus folgt, dass E-Autos CO2-Scheludern sind, mit denen wir nichts zur Dekarbonisierung beitragen. Daran kann nicht gerüttelt werden.

    Zudem kommen die CO2-Opportunitäten, die Huber einfach nicht begreifen will: Wer sein Auto mit PV-Strom «betankt», der sorgt dafür, dass dieser PV-Strom nicht mehr für andere Verbraucher zur Verfügung steht. Auch daran kann nicht gerüttelt werden. Beim Strom gilt ja das Briefmarkensystem… die Basler und Zürcher rühmen sich, weil ihre Kunden Grünstrom bestellen… sie kaufen diesen dann tatsächlich irgendwo ein…. aber aus der Steckdose kommt was ganz anderes.

    Ich sage voraus, dass wir und Europa die Pariser Ziele nie und nimmer erreichen werden. Die Kosten werden in schwindelerregende Höhe klettern, und dann wird das Volk (Abstimmung oder Gelbwesten) der Übung den Garaus bereiten.

    Und des weiteren sage ich voraus, dass die Menschen in 100 Jahren prima leben werden…. egal, ob mit ein paar Grad wärmer oder nicht. Früher oder später wird man dann nämlich Mittel und Intelligenz dort einsetzen, wo sie den höchsten Nutzen abwerfen: bei der Anpassung.

  • Franz-J. Schulte-Wermeling (FJSW)

    @P. Huber: Niemand behauptet, dass der Ersatz von thermischen Maschinen durch viel effizientere Elektromotoren keinen Sinn macht: Man unterscheidet in der Energietechnik hauptsächlich zwischen Elektroenergie, Mechanischer Energie und Wärmeenergie. Die Elektroenergie ist die Königin der Energieformen: Nur mit Elektroenergie lassen sich Computer betreiben, sie lässt sich, wie Sie zu wissen scheinen (bravo!), mit hohem Wirkungsgrad in mechanische Energie und mit 100%-tigem Wirkungsgrad in Wärme umwandeln. Im zweiten Rang steht die mechanische Energie, mit welcher man keine Computer betreiben kann, welche man jedoch mit sehr hohem Wirkungsgrad in Elektrizität und ebenfalls mit 100%-tigem Wirkungsgrad in Wärme umwandeln kann. Die Wärmeenergie nimmt in dieser Rangliste lediglich Platz 3 ein, weil man mit ihr, wie Sie ebenfalls zu wissen scheinen (bravo!), eben nur Wärme erzeugen und mit dieser Wärme thermische Maschinen antreiben kann. Diese thermischen Maschinen erzeugen mechanische Energie, welche man dann mit hohem Wirkungsgrad in Elektrizität umwandeln kann.
    Die thermischen Maschinen beziehen die Antriebsenergie beim heutigen Stand der Technik hauptsächlich aus Uran oder fossilen Energieträgern, wobei jedoch nach den Gesetzen der Thermodynamik ein sehr schlechter Wirkungsgrad in Kauf genommen werden muss. Der Einsatz thermischer Maschinen macht also nur dann Sinn, wenn der zu erwartende Ertrag an mechanischer Energie grösser ist als der Energieaufwand zur Erstellung dieser thermischen Maschinen. Diese Verhältniszahl nennt man Erntefaktor, der Erntefaktor des Einsatzes von Wärmeenergie lässt sich durch Koppelung der Erzeugung von mechanischer und thermischer Energie stark steigern und kommt bei modernen thermischen Kraftwerken ebenso zur Anwendung wie umgekehrt bei der Wärmeerzeugung durch Wärmepumpen. Während thermische Kraftwerke, welche durch Uran oder fossile Energieträger befeuert werden, zur Stromerzeugung beim heutigen Stand der Technik einen komfortablen Erntefaktor aufweisen, ist dies bei den neuen alternaiven Energien zumindest dann nicht der Fall, wenn man die zur Speicherung nötige graue Energie berücksichtigt. Solange jedoch Fossilstrom im Netz ist, kann man den Alternaivstrom durch Verdrängung von Fossilstrom aus dem Netz auch virtuell speichern, wodurch dessen Erntefaktor fallweise hinreichend wird. Unter Berücksichtigung dieser Überlegungen ist der Einsatz von Sonnen- und Windstrom zur Bekämpfung des angeblich anthropogenen Klimawandels vergleichbar mit den Bemühungen des Barons von Münchhausen, welcher sich bekanntlich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen hat.

  • Philippe Huber

    Es stimmt, dass der Wirkungsgrad von thermischen Kraftwerken nicht besonders hoch ist, wenn es keine Wärmekopplung gibt. Das gilt übrigens auch für KKW. Aber, der Wirkungsgrad von Benzin- oder Dieselautos ist noch viel schlechter, ausser vielleicht im Winter, wenn Sie keine kalten Füssen haben möchten! Im Sommer noch schlechter, wenn Sie die Klimaanlage einschalten. Daher macht es absolut Sinn diese Autos, durch E-Autos zu ersetzen, weil E-Autos eine wesentlich bessere Energiebilanz über die gesamte Lebensdauer haben und daher einen tieferen CO2-Austoss verursachen. Das gilt generell für alle Anlagen, die das Ende der Lebensdauer erreichen und teilweise sogar auch früher, und bisher mit Öl oder Gas betrieben wurden. Die Elektrifizierung verbessert in den meisten Fällen die Energiebilanz. Wenn der Strom durch PV-Anlagen oder Windkraftwerke erzeugt wird, umso mehr. Aber das scheinen Sie und Ihre Kollegen aus Prinzip nicht einsehen zu wollen, egal welche Gegenargumente ich einbringe.

  • Naja, es es weder kompliziert noch abstrus, sondern simpel und brutal: Wenn der E-Ersatz der thermischen Maschinen mit Strom hergestellt und betrieben wird, der mehr thermische Energie benötigt als die ersetzten thermischen Maschinen, dann macht diese Übung eben keinen Sinn.

    Und bei E-Autos ist es halt so. Bei Wärmepumpen ev. auch.

    Wie ich schon x-Mal sagte: das ist einfach keine Glaubensfrage, es ist nur eine Frage der richtigen Bilanzierung…. und wenn da die Zahl unter dem Strich nicht ok ist, dann Finger weg davon.

    Es ist einfach kaum vorstellbar, dass Philippe Huber das einfach nicht begreifen will….

  • Philippe Huber

    Unglaublich, diese abstrusen Theorien führen dazu, dass der Ersatz von thermischen Maschinen durch viel effizientere Elektromotoren keinen Sinn macht.
    Mit dieser Einstellung wäre die Menschheit in der Steinzeit geblieben! Da haben die Menschen effektiv kaum CO2 ausgestossen.

  • Vielen Dank… für einmal kann man FJSW 100% zustimmen. Aus diesem Grund fordere ich schon lange, dass die Führung des UVEK sofort erneuert wird – ebenfalls muss man im BFE und BAFU alle Kaderleute entlassen und durch rationale Leute ersetzen.

  • Franz-J. Schulte-Wermeling

    Frage @ P. Huber: Kennen Sie das kleinste Bestandteil Ihres Elektroautos? Antwort : Das Gehirn seines Besitzers!
    Tatsächlich sind sämtliche zusätzlichen Stromverbraucher CO2-Schleudern, insbesondere werden sämtliche Anlagen zur Erzeugung alternaiver Energie (Windmühlen, Photovoltaik etc.) mit zusätzlichem Fossilstrom (= graue Energie) erstellt. (Das gilt übrigens auch für neue AKWs.)
    Weil diese alternaiven Anlagen (inkl. notwendiger Speicher) einen ungenügenden Erntefaktor aufweisen, entsteht bis zum Ende der Lebensdauer dieser Anlagen mehr CO2 als durch den jeweils erzeugten Biostrom vermieden wird. Weil die graue Energie ihren CO2-Ausstoss bereits bewirkt, bevor die Anlage Biostrom erzeugt, schadet die neue Anlage dem Klima früher und damit nachhaltiger. (Das gilt übrigens ebenfalls für neue AKWs.)
    Daraus folgt, dass die gesamte Klimapolitik und insbesondere das Pariser Abkommen absurd und falsch sind.

  • Doch, Herr Huber, das sind sie…. CO2 Schleudern. Genau. Kai Ruhsert hat es prima geschrieben und beschrieben. Sie können nun noch vom CO2 ihres Autos an der Steckdose das CO2 abziehen, das sie einsparen, weil sie kein Benzin und kein Diesel verbrennen. Immer schön pro Kilometer. Das verbessert die Sache wohl etwas, vermag aber das zusätzliche CO2 ihres E-Autos nicht ganz zu kompensieren.

    Und jetzt kommt aus systemischer Gesamtsicht noch ein grausames Problem hinzu. Was Sie nun nicht mehr an Benzin und Diesel verbrennen, wird irgendwo in der Welt ein anderer verbrennen…. das ist das Green Paradox von Hans-W. Sinn. Trifft haargenau zu. Solange Fossile Energieträger einen positiven Preis haben, werden sie irgendwo in der Welt verbrannt. Darum nützt es ja auch gar nichts, wenn die Norweger mit ihren exorbitanten Öleinnahmen jedem ein E-Auto vors Haus stellen….

  • Philippe Huber

    Gemäss dieser schönen Theorie sind dann alle zusätzlichen Stromverbraucher CO2 Schleudern, weil Kohlekraftwerke hochgefahren werden müssen.
    Das ist nicht nur völlig absurd, sondern auch falsch, so läuft der Kraftwerkeinsatz in Europa nicht.

  • @Huber: „Man muss übrigens die Seiten 6 und 7 sowie 12 und 13 der ENTSO-E Präsentation anschauen, um meine Aussagen betreffend eine richtige Anwendung der Grenzbetrachtung nachvollziehen zu können.“

    Na, dann machen wir das doch mal:
    Seite 6: Rückgang des Anteils der fossilen Stromproduktion von 2017 auf 2018 von 42,9 auf 40,8 %
    Seite 7: Anteile der EE an der Stromproduktion in verschiedenen Ländern
    Seite 12: Angestrebte Anteile von EE für 2030 und 2040 mit einer Unterscheidung zwischen „Variable RES“ und „Total RES“ (mit „Variable RES“ sind laut Text Wind- und Solarenergie gemeint)
    Seite 13: Angestrebter „Generation mix“ 2025 bis 2040

    Auf diesen Seiten geht es durchweg um die Zusammensetzung des Durchschnittsstroms. Entgegen Ihrer Behauptung ist da rein gar nichts von einer Grenzbetrachtung zu lesen. Ihr obiger Satz beweist erneut, dass Sie noch nicht einmal ansatzweise verstanden haben, was das eigentlich ist.
    Vielleicht hilft Ihnen ja dieser Hinweis auf die Sprünge:
    Bei einer Grenzbetrachtung geht es nicht um die Systemgrenze zwischen dem Stromnetz und Ihrer Steckdose. Grenz-, Marginal- oder Differenzstrom ist nicht das, was Sie verbrauchen – sondern der Strom, der von Grenzkraftwerken zusätzlich produziert und ins Netz eingespeist werden muss, um Ihre Stromentnahme zu kompensieren. Dessen Zusammensetzung weicht meist erheblich vom Durchschnittsstrom ab.
    Daraus folgt in der Regel, dass zusätzliche Stromverbraucher die Ökostromquote senken. Für E-Auto-Fans, welche sich doch für Angehörige einer Öko-Avantgarde halten, ist dies eine völlig inakzeptable Vorstellung – vor der sie sich mit sofort einsetzenden Wahrnehmungs- und Denkblockaden schützen wollen.

  • Franz-J. Schulte-Wermeling

    @ Philippe Huber: Ich bin kein Kollege des Herrn Saurer und äussere mich auch nicht zu Atomkraftwerken, weil ich davon nur soviel verstehe wie ich im Internet zusammenklicken kann. Wer Ihre Beiträge liest, muss tatsächlich an Ihrer Bildungsfähigkeit zweifeln, was ich keineswegs herablassend, sondern mit einem Schuss Ironie offensichtlich treffend zum Ausdruck gebracht habe. Und der getroffene Hund hat dann erwartungsgemäss sofort gebellt. Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihr kognitiver Werdegang nach Abschluss des Kindergartens verlief und ob er mit einem einschlägigen Hochschulstudium oder lediglich mit dem Erwerb künstlicher Intelligenz aus dem Internet endete. Den Umgang mit dem Internet musste ich mir von meinem Sohn erklären lassen, welcher für seine Informatik-Diplomarbeit an der ETH eine ETH-Medaille erhielt. Nach Lektüre dieser Zeilen wissen Sie hoffentlich, wie es tönt, wenn ich mich herablassend äussere.

  • Bitte tun Sie das gleich selber… ich muss gleich weg.

  • Philippe Huber

    Lieber Herr Saurer, vielleicht können Sie mal Ihren Kollegen meinen Background und meinen Werdegang erklären. Diese scheinen aber kaum Spass zu verstehen, und bei Kritik neigen sie dann zu herablassenden Worten. Man muss übrigens die Seiten 6 und 7 sowie 12 und 13 der ENTSO-E Präsentation anschauen, um meine Aussagen betreffend eine richtige Anwendung der Grenzbetrachtung nachvollziehen zu können.

  • Man könnte sagen, nicht ganz ernst gemeint aber fast: Wenn es uns gelingt, Huber zu überzeugen, dann überzeugen wir jeden … äh… jeden*.

  • Franz-J. Schulte-Wermeling

    @ Ruhsert Kai:
    Nach Lektüre der Beiträge des Herrn Huber muss ich feststellen, dass man offenbar vorab einen Kurs in Sonderpädagogik absolviert haben muss, bevor man Ihm die einfachsten Grundlagen der Energietechnik erklären kann:
    Dass die Dekarbonisierung der Energieproduktion der Dekarbonisierung des Energieverbrauchs zwingend VORANGEHEN (!!!) muss, wird inzwischen auch von denjenigen ETH-Professoren, welche auf dem ETH-Zukunftsblog der Elektromobilität das Wort reden, nicht mehr bestritten. Da es zur Aufklärung weiterer Bevölkerungskreise wichtig ist, dass die Problematik der alternaiven Energieversorgung verständlich gemacht wird, halte ich die Fortsetzung des Kommentar-Dauerfeuers trotz Ihrer Bedenken für sinnvoll.

  • @Huber: Dass die Zusammensetzung des Stroms aus einer bestimmten Steckdose davon abhängt, welche Kraftwerke sich in deren Nähe befinden, das zumindest scheinen Sie tatsächlich verstanden zu haben. Im Kontext des Artikels von Markus Saurer ist das aber belanglos.
    Um etwas gehaltvollere Beiträge zustandezubringen, müssten Sie sich nun auch noch das Wesen des Differenzstroms und seine Relevanz für die Klimabilanz zusätzlicher stromverbrauchender Produkte gedanklich aneignen. Da haben Sie noch einen ziemlich weiten Weg vor sich (wie u.a. die missbräuchliche Verwendung des Begriffs «Grenzbetrachtung» in Ihrem letzten Beitrag zeigt). Und obwohl Sie schon einige Links auf weiterführende Seiten erhalten haben, ist bislang noch keinerlei Fortschritt erkennbar.

  • Philippe Huber

    Noch eine Grenzbetrachtung betreffend den Strombedarf meines E-Autos. Da alle Elektronen sich gleich schnell bewegen, egal ob sie grün, blau, gelb oder schwarz sind, kommen bei mir immer zuerst die grünen (PV Anlagen der benachbarten Bauernhöfe) und die blauen (Wasser KW Wildegg-Brugg) zuerst an. In der Nacht schaffen es vielleicht die gelben von KW Beznau, aber die schwarzen aus dem hohen Norden haben kaum eine Chance. Überzeugt?

  • Philippe Huber

    oder steht drin einen Mini Kernreaktor?

  • Philippe Huber

    das Foto, dass sie mit Ihrem Beitrag gepostet haben, ist auch ganz lustig, nur das PV-Panel und das Windrad auf dem Dach des Anhängers fehlen …

  • Philippe Huber

    ja, klar, Spass muss auch sein! die Energiewelten sonst genug kompliziert und abstrakt, sodass jeder fast alles behaupten kann, wie der lieber Herr Imark vom SVP Man muss es nur emotional erzählen und schon hat man eine Mehrheit überzeugt …

  • Herr Huber, ich will doch hoffen, dass Ihr letzter Kommentar als Witz gedacht war.

  • Philippe Huber

    aber die CCN Mitglieder können auch hier finden, woher der Strom aus ihrer Steckdose kommt:
    https://stromlandschaft.mynewenergy.ch/
    Wer damit nicht glücklich ist, kann ich in die Nähe eines KKW umziehen …,
    und kann dazu noch den Kühlturm und die Dampfwolke bewundern!

  • Philippe Huber

    Die Aussage, dass der Marginalstrom nur von E-Autos abgerufen wird, ist prinzipiell falsch, das versteht jeder. Falls trotzdem für die Berechnung der Klimabilanz darauf beharrt wird, sieht es sogar für E-Autos noch besser aus. Der Mehrbedarf an Strom in Europa wird heute, und in Zukunft noch mehr, durch den massiven Zubau von Erneuerbaren und nicht durch Kohlekraftwerke gedeckt. Das zeigen auf eindrücklicher Weise die Statistiken der ENTSO-E.

  • Sätze wie diese deuten darauf hin, dass jemand seine persönliche Merit Order herbeizuphantasieren versucht:
    «Die meisten E-Autos werden heute in der Nacht geladen, wenn viele Kraftwerke im europäischen Verbund auch zurückgefahren werden müssen.
    Es werden dann nicht zwingend Kohlekraftwerke hochgefahren, sondern die verfügbaren und günstigsten.»

    Auf Seite 66 der Fundstelle des Herrn Huber steht zu lesen, was seine Quelle leistet:
    ———————–
    Live access to a summary of the data from the ENTSO-E Transparency Platform:
    • Generation mix
    • Cross-border physical flows
    • Day-ahead prices
    ———————–
    «Generation mix» steht für – Durchschnittsstrom.

    Solange Herr Huber nicht in eigenen Worten erklären kann, was den Marginal- vom Durchschnittsstrom unterscheidet, halte ich eine Fortsetzung dieses Kommentar-Dauerfeuers für wenig sinnvoll.

  • Wir können dann wieder mal darauf zurückkommen… jetzt muss ich mich für ein Meeting vorbereiten. Sorry. Gruss und merci für die engagierte Diskussion.

  • Philippe Huber

    Dann haben Sie meine Beiträge nicht richtig gelesen. Noch ein Mal, die Aussage, dass nur Kohlekraftwerke den zusätzliche Strombedarf von E-Autos in Europa decken, ist grundfasch. Schauen Sie bitte die Statistiken der ENTSO-E an:
    https://eepublicdownloads.entsoe.eu/clean-documents/Publications/ENTSO-E%20general%20publications/191113_Powerfacts.pdf
    Das ist natürlich etwas aufwendiger, als nur links von irgendwelchen kritischen Webseiten zu kopieren.
    Das ist keine Reklameschrift! Das sind die Fakten!

  • Aufgrund der Rückmeldungen, die ich nach der Publikation meines FuW-Leitartikels erhalten habe, muss ich nicht die Hand aufs Herz legen: Ja, das ist ein guter Beitrag zur Versachlichung der Diskussion.

    Dass man dies vom vorliegenden Chat nicht in allen Teilen sagen könnte, trifft freilich auch zu. Immerhin versuchen wir (z.B. Ruhsert und ich) mit Argumenten zu kommen. Mit Verlaub, bei Ihnen scheint mir, dass Sie uns statt Argumente Pamphlete der E-Glaubenskongregation vorlegen.

    Wie auch immer, so ein Chat soll auch ein wenig zur Unterhaltung beitragen, finde ich.

    Erstaunlich nur, dass mich bisher der ehrenwerte Herr Rehsche hier noch nicht als Atomlobbyist gemassregelt hat. Das ist eigentlich immer das schönste Lob. 😉

  • Philippe Huber

    Werter Herr Saurer, Hand aufs Herz, haben Sie den Eindruck, dass Sie im diesem Chat zu einer sachlichen Diskussion über das Thema beigetragen haben? Am Schluss war es nur noch einen rundum Umschlag gegen die CH-Energiepolitiik! Auf meine Einwände betreffend den Strommix in der Grenzbetrachtung kamen nur noch pauschale Aussagen aus Internetseiten, die einfach zu widerlegen sind.

  • Philippe Huber, wollen Sie uns nun allen ernstes diese Reklameschriften ans Herz legen?

    Ich finde es toll, dass Sie die Diskussion ankurbeln. Aber ich will jetzt nicht dieses Electrosuisse Paper durchsuchen und hinterfragen, was Ihre Meinung sein könnte, was wir darauf bezogen alles durcheinanderbringen. Es ist viel effizienter, wenn Sie diese Punkte gleich selber vorbringen.

  • Philippe Huber

    Wenn man sich beim CCN über das Thema E-Auto doch richtig informieren möchte, aber die Diskussion zeigt, dass viele alles durcheinander bringen:
    https://www.electrosuisse.ch/de/map-emobile/

  • @ Jürg Jehle: Vielen Dank für diese Grössenordnungen. Sie und nur sie sind relevant. Und zeigen auf, dass der aktuell verfolgte Weg (D, CH et a.) irgendwann nicht mehr weitergegangen werden kann. Die Fossilen werden bleiben. Paris wird Lippenbekenntnis. Wir stehen auf einem Berg gestrandeter Investitionen und kehren zurück auf den KKW-Pfad.

    Kann sein, dass die Deutschen schon bald nach den Wahlen vernünftig werden. Oder von den Daten zur Vernunft gezwungen werden.

    In der Schweiz wird das Stimmvolk bald einmal ein Veto gegen Sommaruga verhängen. Schneller wären wir noch, wenn die Politiker etwas mehr denken und Frau Sommaruga in ein anderes Departement verfrachten würden. Zudem müssten sie die Gesichtswahrer-Kader in UVEK, BFE und BAFU durch neue Kräfte ersetzen. Dann geht’s flott voran… seien wir optimistisch.

    Ein enormes Problem stellen auch all die Kantonal- und Kommunalpolitiker dar, die heute alle noch ein eigenes Energiewende- und Klimasüppchen kochen wollen, weil das ihnen so schön viel Geld und Spielraum verschafft…werde dann dazu ev. auch mal einen Artikel schreiben.

  • „2000 Stunden Sonnenschein, 6000 Stunden ist es Dunkel.“
    Alle technischen Einrichtungen und politischen Gesetze zu Klimawandel und Energiewende gehen davon aus, dass die Sonne beliebig Strom produzieren kann, es wurde wenig berücksichtigt, dass die Sonne rund 6000 Stunden gleichzeitig an allen Anlagen KEIN Strom produzieren kann. Sinngemäss für Wind. Genaue Zahlen sind nicht verfügbar.
    2018 lieferte ein altes Kraftwerk 8133 Stunden lang volle Leistung!
    👉Der künftige Leistungsbedarf (kW und kWh) steigt wegen +20% Bevölkerungszuwachs, Speicher füllen, Wärmepumpen, eMobilität, Digitalisierung und Ersatz von CO2, Gas, Erdöl, usw.
    Was erwartet unsere Nachkommen ab 2050?

  • @Huber: Diese Anmerkung richtet sich nicht mehr an Sie. Diese Fakten könnten aber für für andere Leser interessant sein.

    Eine empirische Bestätigung des hohen Kohlestromanteils im Marginalstrom lieferte für Deutschland zuletzt die Denkfabrik AGORA mit einem Bericht über das Jahr 2020, als der Stromverbrauch wegen der Corona-Krise sank:
    „Insbesondere die Kohleverstromung erreichte einen neuen Tiefststand seit Beginn der ganzheitlichen Aufzeichnung im Jahr 1990. … Der Nachfragerückgang wirkte sich fast ausschließlich auf die fossile Energieerzeugung aus, da diese in der Merit-Order – die Einsatzreihenfolge der Kraftwerke beim Verkauf von Strom an der Börse – hinter den Erneuerbaren Energien stehen und somit als erste ihre Erzeugung reduzieren.“
    Quelle: https://static.agora-energiewende.de/fileadmin/Projekte/2021/2020_01_Jahresauswertung_2020/200_A-EW_Jahresauswertung_2020_WEB.pdf

    Diese Zahlen lassen nur einen Schluss zu: Weniger E-Autos bedeuten weniger Kohlestrom.
    Strombedarfssteigerungen aufgrund neu hinzukommender stromverbrauchender Produkte haben nahezu weltweit stets den gleichen Effekt auf die Stromerzeugung: Der erhöhte Strombedarf, der Marginalstrom, kann nur von fossilen Kraftwerken gedeckt werden. Die zur Deckung des Zusatzbedarfs erhöhte Fossilstromproduktion bewirkt eine Verringerung der Ökostromquote.

  • Philippe Huber

    Herr Rushert, ich lebe halt in Europa und nicht in Indien, aber wenn Sie sie nicht richtig informieren möchten, kann ich nichts dagegen tun.

  • @Huber: Der Marginalstromansatz ist gewiss nicht auf den ersten Blick zu verstehen. Warum E-Autos trotz sinkenden Kohlestromanteils noch für lange Zeit mit Kohlestrom zu bilanzieren sind, können Sie u.a. hier nachlesen:
    Nachhilfe für E-Auto-Fans: Der Marginalmix im globalen Lockdown
    https://derelektroautoschwindel.wordpress.com/2021/02/28/nachsitzen-fur-e-auto-fans-der-marginalmix-im-globalen-lockdown/

  • Der Mehrbedarf wird in vielen Ländern, darunter Deutschland, noch lange von Kohle gedeckt werden.
    Danach (irgendwann ab den Dreißigern) ist der Marginalstrom aber immer noch fossil, nur ist es dann keine Kohle mehr, sondern Gas.
    Das nützt dem E-Auto aber wenig, denn optimierte Verbrenner liegen etwa auf dem gleichen Emissionsniveau. Somit ist jeder in die Elektromobilität investierte Euro für den Klimaschutz verlorenes Geld.
    Die Vorstellung wiederum, EE könnte in absehbarer Zeit Regelleistung stellen, finde ich eher erheiternd, wenn ich bedenke, dass erstens in D demnächst noch die KKW abgeschaltet werden und zweitens allein die chemische Industrie Anfang des Jahres für die Dekarbonisierung einen zusätzlichen Strombedarf von über 600 TWh angemeldet hat – mehr als die bisherige Stromerzeugung.

    • Philippe Huber

      Herr Rusehrt, Sie sind wirklich schlecht informiert. Studieren Sie doch die Statistiken der Entso-E, dort finden Sie alle Informationen über die Deckung des Strombedarfs heute und in Zukunft in Europa. Die Erzeugung aus Kohlekraftwerken nimmt ständig ab und wird laufend durch die Erneuerbaren ersetzt! deswegen sind die Aussagen von M. Saurer schlicht falsch.

  • Das ist ein Autorenblog, Herr Huber, das CCN wird durch meine persönlichen Beitrag in keiner Art und Weise gebunden oder in Haft genommen!

    Ich mache keinen Überlegungsfehler und habe auch nichts vergessen. Die Warnung vor den Versorgungslücken stammt auch nicht von mir, sondern von der ElCom, dem PSI, der ETH, der IEA…. und die rechnen teilweise noch nicht einmal mit der Umstellung des Verkehrs auf Strom.

  • Philippe Huber

    Haben Sie bemerkt, welche Überlegungsfehler Sie gemacht haben? Der Mehrbedarf an Strom aufgrund E-Autos wird zukünftig in Europa durch PV, Windenergie, Gaskraftwerke und teilweise KKW (Osteuropa, Frankreich?) gedeckt. Aber sicher nicht durch Kohlekraftwerke, oder ist beim CCN immer noch in der alten Welt geblieben?

  • @ Kai Ruhsert und Philippe Huber: Man muss einfach in den Grössenordnungen denken, die von der EU angeblich für den Ersatz von Verbrennungsmotoren durch Elektromotoren angestrebt werden sollen. Allein für die Schweiz habe ich schon von mehreren KKW der Grösse Gösgens (1 GW Leistung) gehört, die für die «Dekarbonisierung des Verkehrs» benötigt würden. Dabei wissen wir schon jetzt, dass wir auch nicht den Ersatz der noch bestehenden 4 KKW durch neue Erneuerbare und zusätzliche Wasserkraftwerke schaffen. Wie soll das also gehen, wenn nicht durch fossile Stromproduktion? Mikroökonomisch würde man in diesem Falle sagen: in der mittel- bis langfristigen Betrachtung der Zusatzbelastung des Stromnetzes zur Dekarbonisierung des Verkehrs ist der Fall sonnenklar.

    Pladkativ könnten wir sagen: Die Dekarbonisierung des Verkehrs ist nur mit einer Rekarbonisierung des Stromproduktion zu haben – es sei denn, wir bauen ausreichend neue Kernkraftwerke.

    Das Potenzial der neuen Erneuerbaren reicht ja auf absehbare Zeit noch nicht einmal aus, um die aktuelle fossile Stromproduktion abzulösen (also ohne Zusatznachfrage des Verkehrs.)

    Die Politik muss jedenfalls alle laufenden Energie- und Klimaübungen unverzüglich stoppen. Dann darf sie nur noch Programme aufgleisen, deren Machbarkeit plausibel nachzuweisen ist.

  • «Ich stelle die Theorie der Grenzbetrachtung nicht in Frage,»
    Immerhin – eben hatten Sie die Grenzebetrachtung ja noch als absurd bezeichnet.

    «Die meisten E-Autos werden heute in der Nacht geladen, wenn viele Kraftwerke im europäischen Verbund auch zurückgefahren werden müssen»
    Darf ich Sie daran erinnern, dass nachts keine Sonne scheint?

    Mehr zum Thema hier:
    E-Autos als Abnehmer von ansonsten abgeregeltem Ökostrom? Über eine kollektive Wahrnehmungsstörung
    https://derelektroautoschwindel.wordpress.com/2020/06/28/e-autos-als-abnehmer-von-ansonsten-abgeregeltem-okostrom-eine-kollektive-wahrnehmungsstorung/

  • Philippe Huber

    Ich stelle die Theorie der Grenzbetrachtung nicht in Frage, deren Anwendung ist in diesem Fall aber nicht korrekt.
    Die meisten E-Autos werden heute in der Nacht geladen, wenn viele Kraftwerke im europäischen Verbund auch zurückgefahren werden müssen.
    Es werden dann nicht zwingend Kohlekraftwerke hochgefahren, sondern die verfügbaren und günstigsten.
    In Zukunft werden die E-Autos eher tagsüber durch die günstige PV geladen, wenn die Sonne scheint, oder sonst meistens durch neue Windkraftwerke.
    Die Realität ist daher viel komplexer, als sie es darstellen.

  • @Saurer: Eine länderübergreifende Betrachtung des Netzverbunds ist Gegenstand des am Schluss meines Kommentar verlinkten Papiers. Zitat daraus: «The analysis shows that even countries with an almost carbon-free generation mix, like Switzerland, may sustain very high marginal emission factors. The application of the developed model to the case of e-mobility suggests that electric vehicles could have emissions levels comparable to modern conventional cars.»

  • Vielen Dank @ Kai Ruhsert. Ich möchte aber darauf hinweisen – auf die ökologisch relevanten Opportunitäten -, dass aus der Sicht der globalen Klimaproblematik eine Länderbetrachtung (in der Schweiz sei der Marginalstrom etwas besser) nicht relevant ist. Da müssen wir im Netzverbund operieren. Also wird ein zusätzliches E-Auto im Sinne der Ruhsert’schen Argumentation von einer Zusatzproduktion aus Kohle (etwa in Polen oder anderswo im Netzverbund) zu erzeugen sein.

    Verbraucht der Schweizer Fahrer scheinbar besseren Strom, ist das eine Täuschung, bzw. dieser hätte auch zum Wechsel eines anderen Verbrauchers auf Öko verwendet werden können.

  • Nachtrag: Die Grenzbetrachtung ist für Klimabilanzen natürlich auch außerhalb Deutschlands die einzig sinnvolle.

  • @Philippe Huber: Die Grenzbetrachtung ist absurd, weil sie davon ausgeht, dass der Mehrbedarf nur durch Kohlekraftwerke gedeckt wird!

    In Deutschland ist die Grenzbetrachtung die einzig richtige. Das ist ganz einfach zu verstehen.
    Angenommen, Jemand möchte sein eigenes E-Auto nachladen. Woher kommt der zusätzliche Strom?

    Jeder Verbraucher erhält den regionalen Durchschnittsstrom. Dieser setzt sich in D zusammen aus Fossil-, Atom- und Ökostrom. Gehen wir diese der Reihe nach durch und achten dabei vor allem auf die Herkunft der zusätzlichen Energie:

    1.) Fossilstrom
    Unmittelbar vor Beginn des Ladevorgangs produzierten die Fossilkraftwerke gerade so viel Strom, wie nötig war, um den über Öko- und Atomstrom hinausgehenden Bedarf zu decken. Jemand bezieht für sein Auto nun aber zusätzlichen Durchschnittsstrom.
    Der Fossilstromanteil muss natürlich von fossilen Kraftwerken zusätzlich produziert werden.

    2.) Atomstrom
    Dieser Strom ist so billig, dass Kernkraftwerke in der Regel mit voller Leistung durchlaufen. Für Jemands Auto werden sie daher meist keinen zusätzlichen Strom produzieren können. Da Jemand aber wie alle anderen auch Durchschnittsstrom mit einem Anteil Atomkraft erhält, muss jemand diese anderswo entstehende Lücke füllen.
    Die Stromversorger sind darauf vorbereitet. Sie verfügen über regelbare Kraftwerke und können auf Bedarfsschwankungen schnell reagieren. Schon aufgrund der EE-Vorrangregelung können dies aber keine Solar- oder Windkraftanlagen sein. In Deutschland wie auch in den meisten anderen Ländern wird Regelleistung fast ausschließlich von fossilen Kraftwerken erbracht. Nur diese können ihre Leistung an den Bedarf anpassen.
    Daher muss auch Jemands Atomkraftanteil von fossilen Kraftwerken zusätzlich erzeugt werden.

    3.) Grünstrom
    Im Schnitt beträgt die deutsche Ökostromquote 45 bis 50 %, an Tagen mit viel Wind und Sonne kann es vorübergehend auch deutlich mehr sein.
    Auch Jemands Durchschnittsstrom enthält einen Anteil Grünstrom. Doch wer liefert ihm diese Energie wirklich? Nur weil Jemand sein Auto laden möchte, scheint die Sonne nicht heller und weht der Wind nicht stärker. Die Ökostromproduktion schwankt zwar stark, sie ist aber nicht regelbar und kann daher nicht auf Jemands Zusatzbedarf reagieren.
    Trotzdem erhält auch Jemand Ökostrom. Wo kommt der her?
    Das ist ganz einfach zu beantworten: Dieser Grünstrom wird anderen Verbrauchern entzogen! Dort würde eine Versorgungslücke drohen, wenn die Versorger mittels regelbarer Kraftwerke nicht gegensteuern könnten.
    Tatsächlich muss auch der Ökostromanteil in Jemands Durchschnittsstrom mit Fossilstrom ersetzt werden.

    Fazit:
    * Der Differenzstrom zusätzlicher Verbraucher muss nahezu vollständig durch die Hochregelung von Fossilkraftwerken erzeugt werden
    * Obwohl Jemands Auto unzweifelhaft mit Durchschnittsstrom geladen wird, der einen Anteil Grünstrom enthält, löst er damit im Stromerzeugungssystem die Produktion von Fossilstrom in der Menge des von ihm benötigten Ladestroms aus
    * Ob die Ökostromquote zum Zeitpunkt des Ladevorgang bei 10 oder bei 60 Prozent liegt, hat hierauf keinen Einfluss
    * Ernstzunehmende Klimabilanzen müssen daher auf dem Differenzstrom, auch Marginalstrom genannt, basieren

    Diese im Grunde recht einfachen Zusammenhänge sind unter Fachleuten völlig unstrittig, werden aber dennoch gerne missverständlich dargestellt.

    Für die Schweiz ergibt sich natürlich ein etwas günstigerer Marginalstrom, siehe dort: https://mobilityintegrationsymposium.org/wp-content/uploads/sites/7/2017/11/3B_5_EMob17_154_paper_Pareschi_Giacomo.pdf

  • @Philippe Huber: Ich kann – was meinen Text anbelangt – ohne Sorge in die Zukunft blicken. Sie wird (leider) zeigen, dass die Grenzbetrachtung, die ökologischen Opportunitätskosten der E-Autos, relevant ist – und nur sie. Darum noch einmal: Wenn wir nun im Sinne der EU-Planungen auf E-Autos setzen, dann werden wir messen können, wie der CO2-Ausstoss im Verkehr zunimmt. Genau so wird es uns bei der Umstellung der Heizungen von Öl und Gas auf Wärmepumpen gehen.

    Wäre schön, wenn wir in diesen Wahnsinn aber gar nicht eintreten würden.

  • Philippe Huber

    Entscheidend ist eben wie der Mehrbedarf an Strom erzeugt wird. Durch Kohlekraftwerke oder durch erneuerbare Energiequellen? Die Grenzbetrachtung ist absurd, weil sie davon ausgeht, dass der Mehrbedarf nur durch Kohlekraftwerke gedeckt wird! Das ist eindeutig nicht der Fall. Und wieso sollen diejenigen, die bereit sind nur erneuerbaren Strom zu beziehen, nicht den Anspruch haben zu dürfen den Ausstieg aus den fossilen Energien zu unterstützen?

  • Es ist offenbar noch viel Aufklärung vonnöten:

    * «Die Behauptung, man könne Ökostrom kaufen und dann (nahezu) emissionsfrei mit dem Elektroauto herumfahren, ist eine rein rechnerische Umverteilung von Strom, die nichts daran ändert, dass der Strom de facto zum größten Teil aus alten Gas- und Kohlekraftwerken kommt, die ohne dem zusätzlichen Stromverbrauch von Elektroautos abschalten würden. Es wird auch kein zusätzlicher Ökostrom-Ausbau angeregt.»
    https://sedl.at/Elektroauto/Stromherkunft

    * «Ein reines Verschieben von Strommengen auf dem Papier (Sie bekommen den “Ökostrom”, andere Kunden dafür entsprechend mehr Dreckstrom) hilft der Umwelt nicht und ist keinen Cent Mehrpreis wert. Dies kann als Ökostrom-Schwindel bezeichnet werden.»
    https://www.energie-lexikon.info/oekostrom.html

  • @ Philippe Huber: Nein, eben nicht. Mit dieser Wasserkraft könnte ein Kohlekraftwerk gespart werden, wenn ausser Ihnen noch mehr so verfahren würden (was sie übrigens tun). Sofern die EU ihre Pläne umsetzt, dh. Diesler und Benziner par force in kurzer Zeit durch E-Autos ersetzen lässt, werden wir zwei empirisch beobachten können, dass die CO2-Belastung steigt statt sinkt. Lehnen Sie zurück und überlegen Sie sich das alles noch einmal messerscharf. Das Minus an CO2 an nicht verbrennten Fossilen wird durch ein grösseres Plus in der Stromproduktion überkompensiert. Die Systemische Zuatzbelastung mit CO2 wird ansteigen. Wetten?

  • Philippe Huber

    Das wäre alles richtig, wenn es eine Rangfolge für den Bezug von Strom gäbe. Das ist aber nicht der Fall. Ich beziehe z.B. den Strom für mein E-Auto von AEW aus zertifizierter Wasserkraft. Gemäss M. Saurer würde ist Kohlenstrom aus Deutschland beziehen. Das ist doch Unsinn!

  • Es wäre einfach schön, wenn Herr Rehsche den Text kommentierte, wie er dasteht… und nicht sonst irgend etwas. Und was steht da? Noch einmal in Kurzform: Massgebend für die CO2-Belastung der E-Autos (und aller anderen Verbraucher, also auch Wärmepumpen) ist, wie diese den Gesamtausstoss an CO2 verändern. D.h. ihre Grenzbelastung!

    Zum Glück wird Rehsche noch in der Praxis sehen, was relevant ist. Steigt Europa in relevantem Ausmass auf E-Autos um, dann werden die CO2-Emissionen massiv ansteigen. Ein sog. Kobra-Effekt.

  • Guntram Rehsche

    Da haben wir es also wieder, dieses unsinnige Carbon-Leakage-Argument, das für die Dekarbonisierung gemäss Autor ein Riesenproblem darstellt. Es fällt ihm als Befürworter von neuen AKW quasi auf die Füsse. Denn dann gilt eben auch für eine Nuklearstrategie: «Was in den einen Ländern mit strengen und teuren Massnahmen (eben den Bau neuer Atomanlagen) an fossilen Brenn- und Treibstoffen eingespart wird, wird einfach anderswo auf der Welt verbrannt und in CO2 umgewandelt…. Ist das im Sinn (!) der Atomapologeten?

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