Grossens Behauptungen

Grossens Behauptungen

Jürg Grossens Behauptungen zur Stromversorgung sind falsch

Jürg Grossen, Präsident der Grünliberalen (GLP) und Berner Nationalrat, hat in einem Gastbeitrag bei nau.ch behauptet: «die Schweizer Stromversorgung ist wegen des Ausbaus der erneuerbaren Energien robuster geworden … Neue AKW jedoch würden die Stromversorgung verteuern, ohne sie robuster zu machen … Solar und Wasserkraft bilden gemeinsam das Dreamteam der Schweizer Stromversorgung.» (siehe hier). Alle drei Aussagen sind aber falsch. Alex Reichmuth hat in seinem Newsletter auf Grossen reagiert: «Keiner verdreht die Fakten so dreist wie Jürg Grossen» (siehe hier). Und wiederum darauf hat Grossen mit einer Replik bei nebelspalter.ch reagiert: «Fakten zur Stromversorgung statt Schlagworte» (siehe hier).

Was wichtig ist:

  • GLP-Präsident Jürg Grossen verschweigt in seinen Artikeln die massive Winterschwäche der Photovoltaik (PV).
  • Er argumentiert mit Jahreszahlen und lenkt so von der Flatterstromerzeugung der PV-Anlagen ab, die nicht verbrauchsgerecht ist.
  • Jürg Grossen redet ohne stichhaltige Argumente die Kernenergie schlecht.
  • Er verschweigt, dass Solarstrom die Winterschwäche der Wasserkraft massiv verstärkt.

[…]

Lesen Sie weiter im Originalbeitrag, der als „Schlumpfs Grafik 167“ im Online-Nebelspalter vom 26. Januar 2026 erschienen ist (mit Bezahlschranke) oder in meinem Blog Schlumpf-Argumente.


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10 thoughts on “Grossens Behauptungen”

  1. Eigentlich sollte man Herrn Nationalrat Grossen wegen der Verbreitung von Unwahrheiten, Falschinformationen, respektive „Fake News“ einklagen.

    Wieso eigentlich nicht ? Nichtwissen, Dummheit, Verbreitung von Falschinformationen etc, schützt bekanntlich vor Klage nicht !

    Übrigens vielen Dank Herr Prof. Schlumpf, dass Sie immer wieder mit nachvollziehbaren Fakten und grossem Engagement die grünen Rattenfänger und Ideologen mit Scharfsinn entblössen !

  2. Ein Kompliment an Prof. Martin Schlumpf für seinen sehr sachlichen und klaren Beitrag. Prof. Schlumpf sagt mit grosser Kompetenz die Wahrheit!Die Behauptungen und Aussagen von Herrn NR Grossen sind komplett falsch und irreführend.

  3. Dass Herr Grossen Unwahrheiten erzählt, weiss er doch selber. Es geht ja bloss darum, möglichst lange Subventionen abzugreifen.

    1. Genau. Das ist doch das Schlimmste an dieser Geschichte. Grossen kann wirklich nicht meinen, was er da posaunt. Das ist noch nicht einmal hauptsächlich Ideologie, sondern purer Gruppen-Eigennutz. Leider gibt es immer noch Leute, die in der Meinung, etwas Gutes zu tun, Grossen und Co. Glauben schenken. Wie erreichen wir die? Wie bringen wir sie vom Irrweg ab? Das ist die Frage.

      1. 50 Jahre links-grüne Propaganda gegen Kernkraftwerke, lassen sich nicht so leicht aus den Köpfen der Leichtgläubigen wischen. Die Grünen haben ftüh begriffen, steter Tropfen höhlt den Stein, oder im übertragenen Sinn, die Köpfe.

  4. Gerne wird von jener Seite behauptet, dezentrale Systeme ergäben eine robustere Versorgung als zentrale, und denken dabei an viele PV und Windkraftanlagen. Dabei stimmt die Behauptung nur unter zwei Voraussetzungen: Erstens müssen die dezentralen Stromproduzenten alle einen hohen Kapazitätsfaktor ausweisen, und zweitens müssen sie unabhängig voneinander sein. Beide Voraussetzungen sind bei PV und Windkraft nicht erfüllt. Aufgrund von Grosswetterlagen und der Rotation der Erdkugel laufen die Beiträge weitgehend synchron. Ab einer gewissen Schwelle des Anteils solcher Erzeuger am Strommix wird die Sache kritisch, von der Dunkelflaute ganz zu schweigen. Geht die Sonne im Osten von Europa auf, dann muss PV im Osten nicht nur die eigene Versorgung sicherstellen, sondern auch die Versorgung im Rest von Europa. Das heisst, PV und Windkraft führen bei Vollausbau zum schlimmstmöglichen Fall einer zentralen Versorgung, nämlich einer zentralen Versorgung mit wanderndem Zentrum. Die effektive und stabile dezentrale Versorgung von Europa besteht hingegen aus einer vierstelligen, auf ganz Europa verteilten Zahl von grundlastfähigen Kraftwerken, z.B. von Kernkraftwerken.

  5. Ein Elektroenergiesystem ist kein Lego-Baukasten, in dem man Erzeugungstechnologien nach ideologischer Vorliebe austauscht und Stabilität einfach voraussetzt, es resultieren systemische Risiken und explodierende Kosten.

    Ein Stromsystem ist ein Echtzeit-Balancierungssystem und auch ein Übertragungssystem, synchron, stabil und verlustarm über Hoch- und Höchstspannungsnetze. Im Zieldreieck Zuverlässigkeit- Sicherheit-Wirtschaftlichkeit umfasst Wirtschaftlichkeit nicht nur Investitions-, Betriebs- und Instandhaltungskosten, sondern ebenso Bezahlbarkeit für Haushalte und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Diese physikalische Realität lässt sich weder politisch wegmoderieren noch durch Schlagworte ersetzen.

    Die enorme Komplexität hinter der Steckdose bleibt den meisten verborgen. Doch ohne jederzeit verfügbaren Strom steht die Wirtschaft still – von technischen Laien und politischen Entscheidungsträgern gleichermassen unterschätzt. Das propagierte „Dreamteam“ aus PV und Wasserkraft läuft daher auf Unsicher-Unbezahlbar-Utopisch hinaus.

    Mit wachsendem Anteil fluktuierender Erzeugung steigen die Systemkosten massiv. In Deutschland werden Erhöhungen der jährlichen Netzkosten von rund 30 auf über 70 Milliarden Euro bis 2045 prognostiziert, Gesamtinvestitionen summieren sich bis 2035 auf über 1,2 Billionen Euro.

    Der Rückbau von Kern- und Kohlekraftwerken eliminiert rotierende Schwungmassen und damit die natürliche Netzstabilität. Defizite werden durch technische „Patches“ kompensiert: Synchronkondensatoren, Phasenschiebertransformatoren und als teuerste Massnahme der Unified Power Flow Controller. Dieser regelt gleichzeitig Spannung, Blindleistung, Wirkleistungsfluss und Phasenwinkel – beeindruckend, aber mit 50 bis 150 Millionen Euro pro Anlage extrem teuer.

    Für Elektroplaner ist all das nachvollziehbar. Ideologische Fixierungen und ökonomische Eigeninteressen führen jedoch zu Pfadabhängigkeit und Lock-in. Alternativen gelten als undenkbar – bis zum Wohlstandsverlust.

    1. Ja, genau. Wir haben schon 2014/15 vorausgesagt, dass zwar PV und Solar von fallenden Komponentenpreisen profitieren würden, dadurch das System aber nicht billiger, sondern trotzdem teurer würde, weil die systemischen Zusatzkosten mit steigenden Anteilen von Flatterstrom überproportional ansteigen werden. Auch Hans-Werner Sinn hat schon um diese Zeit so argumentiert. Und genauso ist es ja dann auch herausgekommen… und geht immer noch weiter so. Aus diesem Grund haben Länder wie Dänemark und Deutschland mit hohen Wind- und/oder Solaranteilen die höchsten Strompreise (inkl. Netz- und andere Systemabgaben) und hohe und steigende industrielle Probleme. Der Staat entlastet dann die Industrie, womit die anderen Endkunden und Steuerzahler noch mehr belastet werden.

  6. Noch etwas möchte ich ökonomisch ergänzen. Die Dekarbonisierungsfans wollen immer wieder glaubhaft machen, dass Investitionen in dekarbonisierte Systeme auf Dauer den Wohlstand erhöhen würden. Auch die Grünliberalen sagen oder glauben gar selber diesen absoluten Nonsense. Je mehr Ressourcen wir in das Energiesystem stecken müssen, um gleich viel nutzbare Energie daraus zu gewinnen wie vorher, desto ärmer werden wir. Im Mittelalter waren die Leute wohl 50 oder noch mehr Prozent ihrer möglichen Arbeitszeit damit beschäftigt, Energie zu erzeugen … diese Zeit ist nicht als Zeit des grossen Wohlstandes bekannt…

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