Green Deal ist keine Mondlandung, sondern grüner Interventionismus

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Lesen Sie nachstehend meinen Leserbrief (NZZ vom 18. Dezember 2019), angeregt u.a. durch den nebenstehenden Kommentar von Christoph Eisenring (NZZ vom 12. Dezember 2019). 

Die Transformation der Zivilisation in Richtung netto null beim CO2 für 2050 mit der amerikanischen Mondlandung zu vergleichen, wie das die EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen getan hat, sagt eigentlich alles: Das ist verrückt und verräterisch zugleich. Die Mondreise war ein eng definiertes, rein politisches und vom Staat finanziertes Prestigeprojekt auf der Basis bereits vorhandener Technologien im Kalten Krieg. Unsere historisch einmalige industrielle Entwicklung auf der Basis fossiler Energieträger ist gut 200 Jahre alt und hat den Wohlstand für eine schnell wachsende Weltbevölkerung enorm gesteigert. Die fossile Energieversorgung ist global und kann deshalb nur langfristig durch ganz neue Technologien abgelöst werden.

In seinem Kommentar weist Christoph Eisenring auf das zentrale Instrument eines möglichst umfassenden Emissionshandels hin. Statt diesen marktwirtschaftlichen Ansatz der EU auszubauen, setzt von der Leyen auf staatlichen Interventionismus, Bürokratismus und politischen Aktivismus in Forschung und Entwicklung. Wo wir «landen» sollen bzw. können, muss jedoch anders als beim Mond offenbleiben. Gewiss ist, dass wir es weder mit Wunschträumen noch zivilisatorischen Rückschritten (Muskelkraft, Biomasse, Wind und Sonne) schaffen werden. CO2 muss einen Preis bekommen, aber eben nicht auf der Nachfrage-, sondern der Angebotsseite. CO2-Steuern werden weitestgehend auf die Konsumenten überwälzt und drosseln so die Nachfrage. Aber solange die Extraktionskosten der Anbieter kleiner sind als die Preise der Alternativen, werden sie ihre Vorräte an Öl, Gas oder Kohle nur über eine längere Zeit ausschöpfen und so den CO2-Ausstoss langfristig kaum reduzieren. Wenn sie jedoch Emissionsrechte ersteigern müssen, geht das zu ihren Lasten. Anbieter fossiler Energieträger steigen dann früher oder später aus, angefangen bei Kohle und zuletzt beim Gas.

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