Sehr interessanter Beitrag – vielen Dank Max Fischer. Der Beitrag passt, weil sich das CCN künftig noch etwas mehr um institutionelle Fragen des System- oder Marktdesigns kümmern will. Inhaltlich möchte ich Folgendes bemerken: Betreffend Liberalisierungen sollte unterschieden werden in deren Bestandteile (1) Marktöffnung und (2) Entstaatlichung. In der Regel funktionieren teilliberalisierte Märkte nicht richtig. Krass ineffizient und darum falsch ist eine Entstaatlichung ohne Marktöffnung, wie in den 1980-er Jahren in GB im Gas- und später im Eisenbahnsektor gelernt werden konnte. Auch falsch ist Marktöffnung ohne Entstaatlichung. Die Liberalisierung der Strommärkte kann aus technisch-ökonomischen Gründen – wir werden darauf zurückkommen – nur mit vertikaler Separation klappen. Doch benötigt diese hoch-komplexe Regulierungen. Dazu wird ständig mit angeblich überwiegenden öffentlichen Interessen interveniert und subventioniert (Dekarbonisierung). Die Sache wird dann dermassen verzerrt und komplex, dass eine integrierte staatliche Lösung einfacher wäre und als besser erscheint. Das vermeintliche Marktversagen ist allerdings effektiv ein Staats- und Regulierungsversagen. Reply
Mir gefällt dieser Beitrag sehr gut, weil er konventionelle Pfade verlässt. Persönlich bin ich sehr skeptisch, ob die konventionelle Energiepolitik ökonomisch fundiert ist. Ich beginne bei Coase (1960), welcher uns auffordert, die beste institutionelle ganz ideologiefrei Lösung zu wählen. Mein zweites Prinzip lautet Kiss: Keep it simple, stupid. Die dritte Feststellung: In unserer modernen Welt geht es zuerst immer nur um Versorgungssicherheit, dann um Versorgungssicherheit und dann vielleicht auch um Preise für Leistung und für Energie. Fazit: Die zuverlässigen alten vertikal integrierten Systeme machen so viel mehr Sinn als der ganze deregulierte und reregulierte Schmarren. Reply