Gesundheitspolitik, wohin?

Gesundheitspolitik, wohin?

Das geltende Krankenversicherungsgesetz taugt als Basis, doch es braucht echten Wettbewerb, um die Ursachen der für den Ausgabenanstieg mitverantwortlichen Fehlentwicklungen auszumerzen.

Lesen Sie weiter in meinem Leitartikel in der "Finanz und Wirtschaft" vom 21. März 2018 (mit freundlicher Genehmigung der FuW-Redaktion).

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Hans Rentsch am 22.03.2018
Seit Jahrzehnten das gleiche Lied der Ökonomen

Was Professor Schips zum Grundproblem des strangulierten Wettbewerbs schreibt, vertreten Gesundheitsökonomen seit langem. Ausgerechnet das wichtigste Wettbewerbselement, Vertragsfreiehit für die Krankenkassen, hat man bei der Diskussion um das KVG in den 1990er-Jahren eliminiert. Und jetzt wird an allen möglichen und ummöglichen Orten mit Regulierungen versucht, das Kostenwachstum zu bremsen. Populär sind Eingriffe bei den Tarifen, was aber über Mengenausweitungen (wo das wirkliche Problem liegt) leicht wieder aufgefangen werden kann.

In Umfragen bekennen sich die Leute zwar mehrheitlich für mehr Wettbewerb und eine Lockerung des Vertragszwanges, aber in der Politik gilt dies unter dem Einfluss der mächtigen Ärzte-Lobbies immer noch als "nicht mehrheitsfähig". Viele Leute fallen auf das unsägliche Argument der Ärzteverbände herein, die Aufhebung des Vertragszwangs bedeute auch die Abschaffung der freien Arztwahl.

Umfragen und Volksabstimmungen sind halt nicht dasselbe, und so lassen sich Umfrageergebnisse auch nicht einfach als verlässliche Hinweise auf das politisch Opportune verwenden. Und wenn in Volksabstimmungen die "Lösung" Einheits-Krankenkasse verworfen wird, lässt dies auch nicht den Schluss zu, dass eine Mehrheit der Leute in anderen Abstimmungen über Mssnahmen im Gesundheitswesen ebenso wettbewerbsfreundlich entscheiden. Rationales Verhalten in diesem ökonomisch relevanten Sinne ist weder beim Stimmvolk, noch bei den gewählten Politikern sehr verbreitet. Das erklärt auch, weshalb echte Reformen im Gesundheitswesen "nicht mehrheitsfähig" sind.

Was Professor Schips zum Grundproblem des strangulierten Wettbewerbs schreibt, vertreten Gesundheitsökonomen seit langem. Ausgerechnet das wichtigste Wettbewerbselement, Vertragsfreiehit für die Krankenkassen, hat man bei der Diskussion um das KVG in den 1990er-Jahren eliminiert. Und jetzt wird an allen möglichen und ummöglichen Orten mit Regulierungen versucht, das Kostenwachstum zu bremsen. Populär sind Eingriffe bei den Tarifen, was aber über Mengenausweitungen (wo das wirkliche Problem liegt) leicht wieder aufgefangen werden kann. In Umfragen bekennen sich die Leute zwar mehrheitlich für mehr Wettbewerb und eine Lockerung des Vertragszwanges, aber in der Politik gilt dies unter dem Einfluss der mächtigen Ärzte-Lobbies immer noch als "nicht mehrheitsfähig". Viele Leute fallen auf das unsägliche Argument der Ärzteverbände herein, die Aufhebung des Vertragszwangs bedeute auch die Abschaffung der freien Arztwahl. Umfragen und Volksabstimmungen sind halt nicht dasselbe, und so lassen sich Umfrageergebnisse auch nicht einfach als verlässliche Hinweise auf das politisch Opportune verwenden. Und wenn in Volksabstimmungen die "Lösung" Einheits-Krankenkasse verworfen wird, lässt dies auch nicht den Schluss zu, dass eine Mehrheit der Leute in anderen Abstimmungen über Mssnahmen im Gesundheitswesen ebenso wettbewerbsfreundlich entscheiden. Rationales Verhalten in diesem ökonomisch relevanten Sinne ist weder beim Stimmvolk, noch bei den gewählten Politikern sehr verbreitet. Das erklärt auch, weshalb echte Reformen im Gesundheitswesen "nicht mehrheitsfähig" sind.
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