WENN FORSCHENDE AM FAMILIENTISCH SITZEN

Gedanken zur "Top-Story" des Jahresberichts der Universität St.Gallen.
Familientisch

Dann essen sie wohl zu Mittag wie alle übrigen Menschen und führen Tischgespräche zu Themen aus Familie, Politik oder Geschäftliches. Doch weit gefehlt: Gemäss Jahresbericht 2019/2020 der Uni St.Gallen ist das eine  Top-Forschungsstory über Ungleichheiten in Ungarn, Österreich und der Schweiz: „Ethnografische Feldforschung, deren wissenschaftliche Erkenntnisse sich mit konkreten Fallbeispielen begründen und so einer breiten Öffentlichkeit erschliesst.“ Banaler geht es einfach nicht.

Die Fragestellung lautet: WER BEKOMMT WAS UND WARUM? Das ist nach meinem Verständnis primär eine statistisch-empirische Frage. Aber halt: „Die Frage wird in Europa immer öfter(s) vor dem Hintergrund von Rechtspopulismus, Gender-Konservatismus und Produktivismus (?) verhandelt. Also alles ideologielastige „ismen“. Aber die Anthropologen erheben den Anspruch auf „sachliche Debatten statt Ideologie“. In der Schweiz wird vor allem das „Einbürgerungsverfahren „kritisiert oder im rechtspopulistischen Ungarn „weisse Kernfamilien mit traditionellen Geschlechterrollen.“ Randgruppen hätten „grundsätzlich schon eine schwierige Situation zu bewältigen. Eine Moralisierung ihrer Position ist zusätzlich belastend und wenig hilfreich“(Schlusssatz). Nur was machen diese Forscher an Familientischen wirklich? Sie propagieren nicht rechts-konservative Moral, sondern linkslastige Umverteilungen.Forschungsleiterin ist eine 47-jährige Belgraderin in der Funktion einer Assistenzprofessorin für transkulturelle Studien an der Uni St.Gallen – ein klarer Fall von „Gender-Konservatismus“ oder einer Fehlbesetzung; denn Assistenzprofs sind als Nachwuchskräfte 20 Jahre jünger. Doch dahinter verbirgt sich ein grundsätzliches Problem sozialwissenschaftlicher Pseudo-Forschung. Statt drängende Herausforderungen der Wirtschaft und Gesellschaft wie z.B. Corona-Krise, explosive Staatsverschuldung, Zerstörung der Marktwirtschaft oder Verhältnis zur EU werden politische und wirtschaftliche Ungleichheiten nicht hart und ergebnisoffen analysiert, sondern unter dem Vorwand des Rechtspopulismus links moralisiert und ideologisiert. Warum führt ein solches und erst noch vom Nationalfonds finanziertes Nebengleis an einer der angeblich führenden Wirtschaftshochschulen nicht zu einem Aufschrei der Leser? Meine Antwort: weil Manager auf dem seichten Mainstream mitschwimmen und echten Problemen ausweichen.

Bitte teilen Sie diesen Beitrag mit

Bitte hinterlassen Sie Ihren Kommentar