Was ist ein Klimaleugner?

Martin Schlumpf und Hans Rentsch diskutieren über „Klimaleugner“, „Klimaskeptiker“ und „Klimapolitik-Skeptiker“.
Rentsch und Schlumpf

Nicht nur Klimaaktivisten nennen Skeptiker der Klimaforschung gerne auch mal „Klimaleugner“ – im vollen Bewusstsein der unvermeidlichen Assoziationen. Mit dem unsinnigen Begriff wird eine diffamierende Wirkung beabsichtigt. Dagegen hilft nur eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Skepsis von Klimaforschern.

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Die Zweifel von „Klimaskeptikern“ können sich auf verschiedene Aussagen der offiziellen IPCC-nahen Klimaforschung beziehen. Der äusserst seltene harte „Klimaskeptiker“ bezweifelt die Zuverlässigkeit der Temperaturmessungen und -rekonstruktionen und den Sinn einer durchschnittlichen Welttemperatur. Der gemässigtere „Klimaskeptiker“ bestreitet eine messbare Erderwärmung nicht. Weil es aber dafür auch natürliche Ursachen gebe, sei der menschliche Einfluss nicht so dominierend wie behauptet. Der noch moderatere „Klimaskeptiker“ stimmt einem überwiegenden menschlichen Einfluss auf das Klima zu, meint aber, die negativen Folgen für Natur und Lebenswelt würden überschätzt und die positiven Auswirkungen zu wenig gewichtet. Als „Klimaskeptiker“ gelten auch Forscher, die den behaupteten erdrückenden Konsens in der Klimaforschung in Frage stellen.

Praktisch alle namhaften Klimapolitik-Skeptiker gehen von der offiziellen Konsens-Klimaforschung aus. Sie akzeptieren, dass der Klimawandel längerfristig beträchtliche Schadensfolgen haben könnte, können aber der gängigen Klimapolitik nicht viel abgewinnen. Die gewählten Vermeidungsstrategien zur Reduktion des CO2-Ausstosses seien teuer und ineffizient. In diese Kategorie fallen neben Björn Lomborg („False Alarm“) auch der bekannte deutsche Ökonom Hans-Werner Sinn („Das grüne Paradoxon“) sowie der prominenteste Klima-Ökonom und Nobelpreis-Träger William Nordhaus.

Martin Schlumpf war bis zu seiner Pensionierung Musikprofessor an der Zürcher Hochschule der Künste. Seit einigen Jahren beschäftigt er sich intensiv mit Energiedaten im Zusammenhang mit der aktuellen Klimapolitik. Dazu verfasste er in jüngerer Zeit mehrere Beiträge für verschiedene Medien. Hans Rentsch ist pensionierter Ökonom und Wirtschaftspublizist. Angeregt durch „Climategate“ und die „Hockeystick-Kontroverse“, wandte er sein Interesse vor gut zehn Jahren Themen der Klimapolitik zu. Seither äusserte er sich immer wieder zum Thema in verschiedenen Medien. Martin Schlumpf und Hans Rentsch sind Mitglieder des Carnot-Cournot-Netzwerks https://www.c-c-netzwerk.ch/.

Kamera und Ton: Martin Schlumpf

Dieses Video ist auch auf den Webseiten von Hans Rentsch und Martin Schlumpf zu sehen.

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3 Kommentare

  • Franz-J. Schulte-Wermeling

    „Leugnen“ heisst, einen Sachverhalt wider besseres Wissen (!) zu bestreiten. Durch Gletscherbohrungen der ETH-Geomorphologen wissen (!) auch Knutti & Konsorten, dass die Schweizer Gletscher in den vergangenen 115’000 Jahren mehrmals nahezu eisfrei waren, dass es also bereits in vorindustrieller Zeit ohne anthropogenen CO2-Ausstoss mehrmals bedeutend wärmer war als heute. Es gibt aber lediglich Hypothesen, jedoch kein gesichertes Wissen, wonach der Klimawandel ganz oder auch nur teilweise anthropogen ist. Die wahren Leugner sind mithin Knutti & Konsorten, welche sich endlich öffentlich dazu bekennen sollten, dass unser Klima kein globales, sondern ein kosmisches Phänomen ist, welches durch die Thermodynamik des Weltalls dominiert und determiniert wird:
    Unsere Sonne hat 9 Planeten, welche die Sonne in Abständen von 56 bis 5’900 Mio. km mit Umlaufzeiten von 88 Tagen bis 248 Jahren umrunden, wobei sie zusätzlich in Zeiten von 10 Stunden bis 6 Tagen um die eigene Achse rotieren, mit Oberflächentemperaturen von -235 bis + 350 Grad. Man müsste eine Fourier- Analyse zur Berechnung der Phasen und Amplituden des Wärmeausgleichs zwischen der Sonne und ihren Planeten erstellen, bevor man Klimaphasen erklären und damit wenigstens abschätzen (!) kann, wie gross der Anteil des nach heutigem Wissen lediglich vermuteten anthropogenen Klimawandels sein könnte.

  • Auswirkungen:
    Vor allem gibt es Unterschiede zwischen tatsächlich beobachteten Klimaveränderungen (Temperatur, Schmelze von Gletscher und Eiskappen, Verkürzung von Kulturzyklen, Migration von Tier- und Pflanzenarten) und aus Modell abgeleiteten Prognosen von mutmasslichen Veränderungen (Regenfälle, Dürreperioden, Völkerwanderungen, usw.), die heute [noch] nicht statistisch signifikant dem Klimawandel zugeschrieben werden dürfen [können].
    Zudem erweisen sich die Modelle immer wieder als ungültig (auch die aktuellsten der CMIP6 Reihe), da sie systematisch im Vergleich zur beobachteten Realität massiv überhitzen.
    Die Beobachtungen können nur in deren Exaktheit und Relevanz kritisiert werden, was nicht wirklich von allgemeinen Interessen ist.
    Die Prognosen sind massgebend aus arbiträr ausgewählten Klimasensitivität (wissenschaftliche Auswertung) und von Zukunftsszenarien der Natur und der menschlichen Aktivitäten (Kristallkugel) abgeleitet.
    Bei deren Auswertung werden fast immer die „worst of worst“ Fälle zur Vorstellung eines düsteren Ausblicks verwendet.

    Wenn diese institutionelle Übertreibung nicht praktiziert würde, gäbe es eine völlig andere Klimapolitik, die vielmehr der Anpassung als dem Kampf gegen CO2 gewidmet wäre und keine Dringlichkeit hätte.
    Daher darf man sich nicht begnügen, über die Ausführung dieser Politik zu reden. Sie muss grundsätzlich infrage gestellt werden.
    Das nennt man Häresie, überhaupt nicht Skepsis.

  • Ich gehöre zu den harten Klimaskeptikern. Und das nicht nur bezüglich der unter IPCC-Ägide und zweifelhaft organisierten Reviews zum Teil mehrmals verfälschten T-Daten der Vergangenheit. Die nennen das „homogenisieren“ und „anpassen“. Woanders heisst das Geschichtsfälschung. Ja, auch gemessene Originaldaten so lange zu verändern bis es passt, ist Geschichtsfälschung. So gechehen mit der Erwärmungspause (Hiatus) zwischen 1984 und 2012. Diese Erwärmunspause haben die IPCC-Jünger in den letzten Jahren sukzessive und auf Katzenpfoten in einen konstanteN Ewärmungstrend „umgedatet“. Zum Irrsinn der Klimamodelle resp. „Fake-Klimaprognosen“ auf Basis von RCP 8.5 bis zum Jahr 2100, womit auch CH-ETH-„Klimaforscher“ den Leuten heute Angst einjagen, lasse ich mich das nächste Mal aus.

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