Verdrängte Risiken einer Corona-Hysterie – Reblog

Man rettet heute durch eine maximal interventionistische Politik Leben auf Kosten späterer Opfer.
Corona

(Auch veröffentlicht in meinem Blog „voll daneben“.)

Divergenzen zwischen einer eng medizinischen und einer umfassend gesellschaftlichen Sichtweise

Meine heutige Leserzuschrift an die NZZ (leicht nachredigiert):

Die NZZ berichtet leider fast ausschliesslich lobend und unterstützend über die massiven politisch verordneten Einschränkungen des Lebens durch die Corona-Epidemie. Was mir verstörend erscheint, ist, dass sich prominente Epidemiologen nicht lautstark zu Wort melden und überschiessende politische Massnahmen verurteilen. Die Experten, die in den Medien zu Wort kommen, haben oft einen aus ihrer speziellen Position eingeengten Tunnelblick, nämlich den des unmittelbaren Rettens von Menschenleben hier und jetzt. Was aber not täte, ist eine gesellschaftliche längerfristige Kosten-Nutzen-Perspektive.

Nach allem, was ich bisher gelesen und gehört habe, sind die Symptome einer Corona-Virus-Erkrankung Atemwegsinfektionen, ganz ähnlich wie bei einer normalen Grippe. Solche Viren sind sanfte Erreger, weil sie „evolutionsbiologisch“ nicht wollen, dass wir sterben, sonst sterben sie auch. Das Corona-Virus will sich möglichst breitflächig verbreiten. Das geht aber nur, wenn die Infektion nicht zum Tod des Infizierten führt. Deshalb ist der Krankheitsverlauf relativ harmlos, ausser für ältere stark geschwächte Menschen mit oft mehreren Vorerkrankungen. Praktisch alle Todesfälle betrafen bisher solche Menschen. 

Das Problem mit rigorosen Quarantänen, wie sie jetzt überall Trumpf sind, liegt darin, dass sich die Masse der Menschen nicht via Infizierung gegen das Virus immunisieren kann und das Virus im Zuge dieses Prozesses an Virulenz verliert. Ich weiss als Laie nicht, ob ich das biologisch ganz korrekt und fachgerecht ausgedrückt habe, aber dem Sinn nach dürfte es stimmen. Die Verhinderung des genannten Prozesses erhöht das Risiko, dass früher oder später neue Wellen der Erkrankung auftreten und man mit neuen Opfern rechnen muss, weil das Virus weiterhin für die Menschen virulent ist.

So funktioniert halt eine Gesellschaft, deren moderne Medizin die Evolutionsmechanismen ausser Kraft setzt: Man rettet heute durch eine maximal interventionistische Politik Leben auf Kosten späterer Opfer. Zudem produziert eine extreme Quarantänenpolitik mit massiven gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Einbrüchen auch unmittelbare finale Opfer, die aber nicht sicht- und zählbar sind und deshalb politisch nicht zählen.

Sicher kommt nun Kritik, es sei vermessen, dass sich ein Ökonom zu Themen äussere, für die Fachleute aus Medizin, Biologie und Epidemiologie zuständig seien. Solche Kritik verkennt jedoch, dass es bei der Bewältigung von gesellschaftlichen Krisen unter Mittelknappheit stets um Kosten-Nutzen-Überlegungen, um Trade-offs und um Opportunitätskosten geht. Ein einmal eingeschlagener Weg schliesst alle anderen möglichen Ansätze des Handelns aus. Solches Abwägen gehört zu den Kernkonzepten ökonomischen Denkens.

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10 Kommentare

  • Gegen diese Darstellung muss ich doch ganz entschieden protestieren. Es ist unverantwortlich, die Erkrankung mit dem neuen Coronavirus in dieser Weise zu verharmlosen und damit die erforderlichen Schutzmassnahmen zu unterlaufen. Der Beitrag entspricht in mehreren Punkten nicht den Tatsachen. So ist die Erkrankung mit den neuen Coronaviren in keiner Weise mit einer normalen Grippe (Influenza) vergleichbar. Die Grippe verläuft in etwa 0.1% der Fälle tödlich. Bei Coronaviren sind es 1-3%. Personen über 65 und speziell über 70 haben sehr häufig schwere Verläufe. „Schwerer Verlauf“ bedeutet Intubation und künstliche Beatmung und einen 2-3-wöchigen Aufenthalt in einer Intensivpflegestation. In rund 10% der Fälle führt dies trotz allem zum Tod. Lässt man das neue Coronavirus sich ungehindert verbreiten, so genügen die vorhandenen Intensivpflegebetten nicht, um alle zu behandeln. Das heisst, die Anzahl Todesfälle steigt massiv an, ganz abgesehen von den ethischen Fragen (wer wird beatmet, wer nicht?). Die gegenwärtige Strategie der maximalen interventionistischen Politik“ ist als Hauptziel darauf ausgerichtet, die Ausbreitung des neuen Coronavirus zu verlangsamen, sodass pro Zeiteinheit weniger schwere Verläufe auftreten, in der Hoffnung, dass die vorhandenen Intensivpflegekapazitäten dann für alle ausreichen. Die Gesamtzahl der infizierten Personen ändert sich dabei nicht, nur die Anzahl infizierte Patienten pro Zeiteinheit nimmt ab.

  • Es ist immerhin wahrscheinlich, dass in der Zwischenzeit eine Impfung oder gar ein Medikament entwickelt wird, bevor „neue Wellen der Erkrankung auftreten und man mit neuen Opfern rechnen muss“.

  • Lieber Herr Rentsch,

    schauen Sie sich unbedingt auf YouTube den Beitrag vom 13.März Punkt Peradovic mit Dr.Wolfgang Wodarg an!

    Moritz Suter

    • Also es tut mir leid, aber was Wodarg von sich gibt, ist ein übles Geschwurbel und er stellt nicht belegbare und teilweise sicher falsche Behauptungen auf. Er wirft alles durcheinander, Influenzaviren, Coronaviren, die normale Erkältungen verursachen, und das neue Coronavirus. Er behauptet auch, der RT-PCR-Test auf das neue Coronavirus sei nicht spezifisch und erkenne einfach alle Coronaviren. So etwas kann man nicht ernst nehmen! – Ich frage mich sogar, ob all die beruflichen Qualifikationen, die Wodarg für sich beansprucht, den Tatsachen entsprechen. Ich kann es fast nicht glauben!

  • Rolando Santana

    Hach ja, die pharmadominierte Regierung, Abt. BAG wieder und im Schlepptau, die Medienknechte. Wer die Forschungen von Dr. Huld Clark kennt, „deren Konzepte sich natürlich weit außerhalb der wissenschaftlichen Medizin und der Biophysik bewegen“, anhand der Pharmadoktrine, was aber nicht zwingend schlecht sein muss, nimmt das „Coronatheater“ gelassen 😉 Vor einigen Jahren baute ich anhand im Netz zu findenden Baupläne einen für den (von den Pharmazocktoren) umstrittenen Clark-Zapper als Geschenk und schickte diesen einen Freund in Kanada, der mich kontaktierte, weil der nach pharmadiktierter Schulmedizin, hätte sterben sollen an einem sehr aggressiven Herpes, der das Gehirn erreichte. Komischerweise war dann dieser Herpes nach zwei Wochen Nutzung des Clark-Zappers nicht mehr nachweisbar. Eine gute Schweizer Freundin seiner Mutter, die in Kenya lebte erfuhr von dem Vorfall und bat mich 70 Stk.. für Sie zu bauen welche sie an kenyanische Ärzte verschenken wollte und merkwürdiger weise verschwanden anhand dort der Rückmeldungen angeblich unheilbare Immunkrankheiten, was ich natürlich nicht überprüfen konnte, Aber nun ja, ich mache weder Werbung für so ein Teil ( von denen man mittlerweile von diversen Herstellern solche Zapper kaufen kann) noch Heilversprechungen. Was anbei Doktoren , traue ich prinzipiell den kubanischen Doktoren – weil diese profunde Kenntnisse über Chemie besitzen – im Gegensatz zu pharmadikierten schweizerischen/deutschen/brasilianischen/argentinischen Doktoren, mit denen ich leider schon zu tun hatte. So, nun können die lieben Leser von meinen Geschreibe, ihre Munition Laden und auf mich Blasphemiker schiessen 😉 Schöne Grüsse aus Brasilien 😀

  • Die immer besser werdenden statistischen Daten bestätigen Hans Rentsch. Der Krankheitsverlauf des Coronavirus ist, ausser bei älteren und alten Menschen, mild. Zudem treten die Todesfälle fast ausschliesslich bei Menschen auf, welche bereits krank waren (Atemwege, Herz Kreislauf, Diabetes). Es ist oft nicht klar, ob diese Menschen am Virus oder an den bereits vorhandenen Krankheiten starben. Grossbritannien setzt deshalb konsequent auf den Schutz von alten Personen und verzichtet auf rigorose Massnahmen, wie wir sie aus der EU oder Schweiz kennen. Hans Rentsch hat recht: Die bei uns umgesetzten Massnahmen sind nicht verhältnissmässig. Die Politik und die Medien versetzen die Menschen in eine Massenpanik und provoziert eine Wirtschaftskrise der Sonderklasse. Diese Medizin ist viel gefährlicher als die Krankheit. Die nun in Gang gesetzten gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Verwerfungen werden viel mehr Opfer fordern, als es das Virus je hätte tun können. Die 100% All Inclusive Wohlfühlgesellschaft in der wir leben ist nicht mehr in der Lage mit Risiken rational umzugehen. Lieber stürzt sie sich, vor lauter Angst vor einem vermeindlichen Risiko, wie Lemminge in den Tod.

  • Ferruccio Ferroni

    Dieser Beitrag von John P.A. Ioannidis – Professor of epidemiology and population health at Standford University datiert 17. März 2020
    https://www.statnews.com/2020/03/17/a-fiasco-in-the-making-as-the-coronavirus-pandemic-takes-hold-we-are-making-decisions-without-reliable-data/
    ist lesenswert. Er gibt einen wissenschaftlichen Nachweis für die Vermutungen/Thesen von Hans Rentsch. Der Beitrag beginnt mit “ The current coronavirus disease, Covid-19, has been called a once-in-a-century pandemic. But it may also be once-in a-century evidence fiasco.

  • Ich kann mich gut erinnern, wie mir mein Nachbar in meinem damaligen Wohnort Zug, ein Chiropraktiker, in den 1980er-Jahren, als Aids gerade zum grossen Thema wurde, warnend von den damals aktuellen Verlaufsprognosen erzählte. In den zugänglichen Quellen zirkulierten Schauergeschichten mit x Millionen Toten durch die kaum eindämmbare Aids-Epidemie. Grundlage waren Berechnungen von Statistik-Scharlatanen, die irgendwelche exponentiellen Verläufe prognostizierten, ohne jegliche Rücksicht auf Verhaltensänderungen in den Geschlechtsbeziehungen oder auch auf medizinische Fortschritte.

    Segensreiche Verhaltensänderungen in unserer Gesllschaft nach Abflauen der Corona-Hysterie wären zum Beispiel der Verzicht auf die modische schweiztypische 3-fache Abküsserei oder sogar das unerbittliche Händeschütteln bei jeder Gelegenheit. (Auch die angestrengte europäische Duzerei, wie sie sich in der Werbung bereits grossflächig durchgesetzt hat, geht mir persönlich zu weit). In all diesen Punkten sind uns asiatische Kulturen voraus. In Japan oder Thailand gibt es keine aufdringlichen Annäherungen bei Begrüssungen, sondern eine respektvolle kurze Verbeugung, natürlich aus gegenseitigem Respekt, nicht aus Unterwürfigkeit.

    • Das ist sicher alles richtig, aber die 3-malige Abküsserei und das Händeschütteln ist aller Wahrscheinlichkeit nach nicht der Hauptgrund für die Ausbreitung von solchen Krankheiten. HIV konnte nur dadurch eingedämmt werden, dass man relativ schnell erkannte, wie es sich verbreitete und entsprechende Verhaltensänderungen etablieren konnte. Hätte man das nicht getan, hätte Ihr Chiropraktor wahrscheinlich recht bekommen, zumal HIV/AIDS fast zu 100% tödlich war. Selbstverständlich gilt dies auch für das neue Coronavirus. Sobald ein wirksames Medikament oder eine wirksame Impfung dagegen allgemein verfügbar ist, wird sich die Verbreitung des Virus eindämmen lassen. Das gleiche gilt für die natürliche Immunität, die sich hoffentlich nach einer Infektion/Krankheit einstellt.

  • Die sich überstürzenden Ereignisse in (Nord)Italien und anderen Ländern, auch in der Schweiz sprechen gegen die hier formulierten hypothetischen Hoffnungen, dass es sich nur um ein nicht besonders aggressives Erkältungsvirus handle, das im allgemeinen Rauschen unterginge, wenn nicht speziell darauf getestet würde. Gerade weil dies nicht der Fall ist, ist man ja in China überhaupt auf die Krankheit aufmerksam geworden. Wir sind in der ungemütlichen Lage, dass wir aufgrund unvollständiger Daten Entscheidungen von grosser Tragweite fällen müssen. Es scheint mir richtig zu sein, tendenziell eher ein schlimmeres Szenario anzunehmen. Eine ungerechtfertigte Verharmlosung könnte jedenfalls fatale, irreparable Konsequenzen haben.

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