Unhaltbare Studie über Beschäftigungseffekte der Atomausstiegsinitiative

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So-nicht.png«Beschäftigungseffekte des geordneten Atomausstiegs in der Schweiz»Sperr Nadia & Rohrer Jürg, Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen IUNRZü…

«Beschäftigungseffekte des geordneten Atomausstiegs in der Schweiz»
Sperr Nadia & Rohrer Jürg, Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen IUNR
Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zhaw

Auftraggeber: Schweizerische Energie-Stiftung SES

Ergebnis der Studie (Zitat):

Wird der gesamte KKW-Strom bis im Jahr 2030 vollständig durch erneuerbare Energien ersetzt (Szenario 100% Erneuerbar), so entstehen unter Berücksichtigung der wegfallenden Stellen in den KKW netto 6’000 neue Arbeitsplätze. Bei Ablehnung der Atomausstiegsinitiative und Umsetzung des 1. Massnahmenpakets der Energiestrategie 2050 (Szenario 1. Massnahmenpaket) werden netto ca. 2’000 neue Stellen geschaffen. Wenn hingegen auch die Energiestrategie vom Volk abgelehnt werden sollte (Szenario Minimaler Ausbau), kann noch mit ca. 500 neuen Stellen gerechnet werden. Mit Abstand am meisten neue Stellen werden durch den Ausbau der Photovoltaik geschaffen, wobei diese aufgrund ihres grossen Potentials auch am stärksten ausgebaut werden soll».

Kurzkommentar CCN

Die offenbar politisch opportune, ökonomisch jedoch unhaltbare Fixierung auf Beschäftigungswirkungen im Energiesektor blendet die Frage der gesamtwirtschaftlichen Nebenwirkungen einer massiven Verteuerung und Verschlechterung der Elektrizitätsversorgung ebenso aus wie die Frage der Produktivität. Selbst wenn sogar insgesamt zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen würden, was indes höchst unwahrscheinlich ist, dann erhöht dies keineswegs automatisch den Wohlstand. Das Gegenteil wird eintreffen. Die Studie ist absolut unhaltbar.

Kommentar von Silvio Borner

«Mit der Umstellung auf menschliche Tretmühlen könnten wir Hunderttausende von neuen Arbeitsplätzen schaffen, aber leider nur mit einem Tageslohn von etwa einem Franken. Für den Wohlstand entscheidend ist nicht die Zahl der Arbeitsplätze, sondern deren Produktivität. Milton Friedman hat in Indien den Bau eines Kanals besucht und sich über die Handarbeit mit Schaufeln gewundert. Ihm wurde erklärt, es sei eben auch ein Beschäftigungsprogramm, worauf Friedman antwortete: „Warum gebt ihr den Arbeitern dann nicht Teelöffel statt Schaufeln»? 

Die Pseudo-Wissenschaft hat mit dieser „Studie» wohl einen neuen Höhepunkt erreicht, was in Sachen Energiewende mit Atomausstieg etwas heissen will. Ob aus fachlicher Überforderung oder ideologischer Verblendung, ist nicht entscheidend. So oder so ist ein solches Gefälligkeits-Gutachten zugunsten der Ausstiegs-Initiative ein Armutszeugnis für den hiesigen Forschungsplatz: methodisch falsch, aber halt „politisch korrekt». 

Finden Sie mir einen unabhängigen Ökonomen, der diese Studie nicht als reine Polit-Propaganda einstuft! 

Carnot • Cournot • Netzwerk
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