«Mutter Natur und Vater Staat»

Weshalb wird der Umwelt in wohlhabenden, freiheitlichen Ländern erfolgreicher Sorge getragen als anderswo? Und weshalb erweisen sich planwirtschaftliche Ansätze als nicht-zielführend?
BLIb

Rezension zum neusten Buch des Liberalen Instituts von Olivier Kessler und Claudia Wirz (Hrsg.)

«Mutter Natur und Vater Staat» könnte man als Einstand des neuen Institutsdirektors Olivier Kessler und der neuen Stiftungsrätin Claudia Wirz als Herausgeber deuten. Doch sie sind auch Autoren im Buch mit weiteren Beiträgen von vierzehn Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Wirtschaft, darunter auch Professor Silvio Borner, der Gründungspräsident des Carnot-Cournot-Netzwerks. 

Das Buch ist ein Plädoyer für einen freiheitlichen Weg in eine Zukunft mit einer wohlbehaltenen, lebenswerten Umwelt. Dabei geht die Diskussion wesentlich weiter als der Untertitel «Freiheitliche Wege aus der Beziehungskrise» vermuten liesse. 

Die zentralen Fragen sind: Weshalb wird der Umwelt in wohlhabenden, freiheitlichen Ländern erfolgreicher Sorge getragen als anderswo? Und weshalb erweisen sich planwirtschaftliche Ansätze als nicht-zielführend? Bei der Beantwortung dieser und weiterer Fragen wird erfreulicherweise die Klimadebatte, die nicht nur die Umwelt- und die Energiepolitik dominiert, sondern zunehmend auch das marktwirtschaftlich orientierte Wirtschaftssystem in Frage stellt, sehr unbefangen, jedoch auch sehr kritisch hinterfragt.

Dabei werden vermeintlich «wissenschaftlich» begründete und politisch als «korrekt» empfundene Massnahmen ideologiefrei und faktenbasiert überprüft. So auch vor dem Hintergrund der eindrücklichen Frage aus der Einleitung, wie es zu erklären sei, dass das Risiko, an einer klimabedingten Katastrophe zu sterben, seit 1959 um 95% gesunken ist?  Und dies, obwohl das globale Sozialprodukt in diesem Zeitraum auf ein Mehrfaches angewachsen ist.

«Mutter Natur und Vater Staat» ist kein Argumentarium zum Festhalten an einem «Business as usual» – ganz im Gegenteil. Die Autoren adressieren die grossen Herausforderungen der Zukunft aus unterschiedlichen Perspektiven und mit unterschiedlichen Überlegungen, kommen aber zu durchaus ähnlichen Schlüssen. Zwei davon seien hier vorweggenommen: Innovation lässt sich (1) nicht verordnen und sie braucht (2) genügend Freiräume. 

Kessler und Wirz machen vielleicht als Herausgeber den Fehler, die Erkenntnisse der Autoren bereits in der Zusammenfassung zu verraten. Doch es lohnt sich in jedem Fall, diese in den einzelnen Beiträgen en détail nachzulesen und nachzuvollziehen.Das Buch ist erhältlich beim Liberalen Institut und kann mit Klick auf diesen Link direkt dort bestellt werden.

Markus Häring
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