Mit dem Alterskapital die Welt retten?

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alter-mann_InPixio.pngEinladung zur Teilnahme an freiwilligen Klimaverträglichkeits-Pilottests des Portfolios / 25.04.2017Im Sinne der Sensibilisierung finden Sie im Anhang…

Einladung zur Teilnahme an freiwilligen Klimaverträglichkeits-Pilottests des Portfolios / 25.04.2017

Im Sinne der Sensibilisierung finden Sie im Anhang eine Einladung des Bundesamtes für Umwelt BAFU und Staatssekretariats für internationale Finanzfragen SIF zur freiwilligen Teilnahme an den Klimaverträglichkeits-Pilottests. Zwischen Mitte April und Mitte Juli 2017 bieten BAFU und SIF in Zusammenarbeit mit dem unabhängigen, gemeinnützigen Think Tank „2°Investing Initiative“ allen Versicherungen und Pensionskassen der Schweiz die Gelegenheit, anonym und kostenlos ihre Aktien- und Unternehmensanleihensportfolien auf deren Verträglichkeit mit dem 2°C Klimaziel testen zu lassen.

> 01-Einladung Pilottests

Schweizerischer Pensionskassenverband ASIP

Bekanntlich nimmt der Bund und nehmen wohl auch Kantone und Gemeinden ihre Verwaltungen und die staatlichen und staatsnahen Betriebe immer mehr in die Pflicht, ihr Verhalten klimaverträglich (richtigerweise müsste man sagen „klimapolitikverträglich“) auszurichten und dadurch erhebliche Mehrkosten in Kauf zu nehmen. Niemand weiss, ob diese „Klimapolitik im weiteren Sinne“ diese Mehrkosten rechtfertigt. Klar ist aber, dass sie dem Einfluss der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger praktisch vollständig entzogen ist. Und klar sollte ebenfalls sein, dass die Kosten nicht von der Verwaltung oder von den betreffenden Betrieben, sondern einzig und allein von den Steuerzahlern und von den gefangenen Monopolkunden getragen werden müssen.

Es ist zu hoffen, dass zumindest das Parlament Rechenschaft über die Kosten und den Nutzen dieser „Politik“ ablegen lässt und für demokratische Legitimation sorgt.

Und jetzt noch klimapolitikgerechte Altersrenten?

Eine neue Spielart dieser verkappten Klimapolitik wird zurzeit vom Bund/Bundesamt für Umwelt in die Wege geleitet. Die Pensionskassen werden zunächst einmal angehalten, ihre Anlagepolitik freiwillig einem Klimaverträglichkeitstest zu unterziehen. Vermutlich wird dieser Anstupser (Nudging) schon eine gewisse Wirkung zeigen, denn die Pensionskassen sind ja leider unter sich auch keinem Wettbewerb ausgesetzt, der einen „freiwilligen Renditeverzicht“ zugunsten der Klimapolitik verunmöglichen würde. Zu Lasten der Beitragszahler und späteren Rentner kann ja problemlos etwas Geld für einen angeblich guten Zweck „gespendet“ werden, wenn die eigentlichen Spender gar nicht um ihr Einverständnis gefragt werden müssen.

Und die Erfahrung zeigt: Sollten die „freiwilligen“ Bemühungen zu wenig fruchten, dann wird mit Gesetzen und Verordnungen nachgedoppelt. Dies wäre allerdings der „Freiwilligkeit“ vorzuziehen, weil Gesetz und Verordnungen wenigstens im politischen Prozess demokratisch legitimiert werden müssten.

Lesen Sie zu dieser Problematik die folgenden Beiträge aus der NZZ:

„Drohende Bevormundung von Pensionskassen –
der Bundesrat will zur Bekämpfung der Klimaerwärmung auch institutionelle Investoren in die Pflicht nehmen“
von Michael Schäfer, NZZ vom 20. Juli 2017, S. 29
>> hier die online Version. 

und den hervorragenden Kommentar

„Keine Klimapolitik auf Kosten der Rentner –
Klimatest für Pensionskassen“
von Michael Schäfer, Reflexe, NZZ vom 20. Juli 2017, S. 34.
>>hier die online Version.

Saurer Markus
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3 Kommentare

  • Michel de Rougemont

    Wenn die sog. «Klimapolitik» wirklich mit einem Nutzen verbunden wäre, würden sich Investoren auf jegliche Anlagemöglichkeit stürzen, insbesondere clevere.
    Wenn die Fondsmanager der Pensionskassen sich als clever bezeichnen (alle sind es, nicht wahr?) sollten sie sich bereits ein Portfolio Anteil in solchem Segment organisiert haben.
    Anscheinend haben sie es noch nicht getan, und der Staat will sie nun nicht nur aufmuntern, sondern sie sogar zwingen, solche Investitionen vorzunehmen. Das bedeutet, dass diese Investoren aus der Sicht des staatlichen Vormunds doch dumm sind, …oder dass sie eben clever sind, dadurch dass sie in einem Verlustgeschäft nicht investieren.

    Dumm oder clever: wer entscheidet?

  • Warum nicht Bibel, Talmud und Koran in die Kassenstatuten? Oder noch besser: ab ins Casino mit den Beiträgen?
    Einfach durchgedreht.

  • Markus Saurer

    Im Casino – etwa beim Roulette – könnte das Risiko noch besser dosiert werden. Bei Klimapolitikinvestitionen, wie sie sich die Bundesverwaltung wohl vorstellt, kann man hingegen im Vergleich zu anderen Investitionen nur auf der Verliererseite sein – sonst wäre ja diese Offensive der Beamten gar nicht nötig.

    Und es geht nicht an, dass die Pensionskassen als Sachwalter unseres Altersvermögens, so etwas in Kauf nehmen. Herrschten Wettbewerb und volle Freizügigkeit, wäre das kein Problem.

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