Milliarden gegen Corona

Wir erleben einen ordnungspolitischen Rückschlag für Marktwirtschaft, Freiheit und Demokratie.
Corona und Geld

Die Bundespräsidentin versprach vor einiger Zeit 10 Milliarden. Inzwischen hat der Bundesrat ein Paket für 42 Milliarden geschnürt und zwei ETH-Professoren haben sehr medienwirksam aber eher argumentarm 100 Milliarden vorgeschlagen. Einer davon hat inzwischen auch noch SP-Ständerat Levrat recht gegeben, dass selbst 130 Milliarden im Rahmen des Maastricht-Kriteriums einer EU-Schuldengrenze von 60 % des Sozialprodukts noch Platz hätten. Und nun kommt ein emeritierter Basel Professor namens Borner und schlägt 365 Milliarden vor: für jeden Tag 1 Milliarde Schadenersatz! Das ist doch ein gutes Argument.

Vor wenigen Jahren hat die Bundesverwaltung den Schaden einer Pandemie auf 100 Milliarden geschätzt, aber denjenigen einer Strommangellage auf 300 Milliarden! Das Risiko beider Katastrophen wurde auf etwa einmaliges Eintreffen innert 100 Jahren veranschlagt. (Bitte nebenbei beachten, dass eine Pandemie einen „globalen Unfall“ darstellt, eine Strommangellage jedoch die Folge eines Politikversagens ist. Ein AKW-Unfall würde etwa 50 Milliarden kosten, ist aber tausendmal weniger wahrscheinlich, also einmal in 100’000 Jahren.)

Die volkswirtschaftlichen Kosten sind etwas ganz anderes als die Schadensummen. Es geht um den Verlust an Wertschöpfung wegen einer zusammenbrechenden Wirtschaft. Im Moment droht diese Unbill weniger wegen Corona sondern viel stärker wegen der obrigkeitlichen Schliessung der Wirtschaft. Je länger dieser forcierte Zusammenbruch andauert, desto höher und dauerhafter werden die Produktions- und Einkommensausfälle, die letztlich mehr Tote zur Folge haben könnten als das Virus direkt verursachen könnte. Unternehmen in allen Ländern sind «dank» der Nullzinspolitik überschuldet, es herrscht faktisch bereits eine Kredit- oder  Schuldenkrise im privaten Sektor. Zudem stehen aber auch Länder wie Italien und Frankreich am Rande einer neuen Staatschuldenkrise, welche katastrophale Folgen für die EU haben könnte. Die geldpolitischen Dammbrüche verschieben bestenfalls den Kollaps etwas in die Zukunft, schlimmstenfalls führen sie, nunmehr verstärkt durch Coronamassnahmen, schnell in eine Stagflation (Kombination von Stagnation und Inflation). Aus politökonomischer Sicht liegt die grösste Gefahr für die Zukunft jedoch im unbeschränkten Machtanspruch der Regierungen «dank» Notstand. Oder anders gesagt: Wir erleben einen schwer umkehrbaren ordnungspolitischen Rückschlag für Marktwirtschaft, Freiheit und Demokratie.

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2 Kommentare

  • Louis Odermatt

    Ich bin der gleichen Meinung. In Italien sind es nur ganz vereinzelte Regionen und Städte, wo die Infektions- und Todesrate derart hoch ist. Man könnte dort wie hier die älteren Menschen wirksam und spezifisch mittels „cocooning“ schützen. Risikoethisch ist das jetzige Vorgehen bei uns und woanders in Europa kaum zu verstehen und ich habe auch wenig dazu gehört. Am wenigsten von PolitikerInnen. Die Folgen der anhaltenden nicht abzusehenden Wirtschaftskrise werden wesentlich höhere Zahl an Opfern hinterlassen. Wie soll das 18 Monate – bis ein Impfstoff gefunden ist, weitergehen? Es gibt kein Konzept, keine Strategie.

  • Philippe Huber

    Das ist richtig, aber unsere westlichen Gesellschaften waren für eine solche Pandemie ungenügend vorbereitet und haben dann die Chinesischen Massnahmen mit Verzögerung kopiert … Das ist eher ein Armutszeugnis für den Westen und macht Sorgen für die Zukunft unserer Kinder.

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