Klimawandel und Naturkatastrophen: Was sagen die Daten?

Martin Schlumpf und Hans Rentsch unterhalten sich über die Naturgefahren, die in der öffentlichen Debatte mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden.
Schlumpf&RentschII

Auch im Vorfeld der Volksabstimmung über das revidierte CO2-Gesetz wird von offizieller Seite gewarnt, Naturereignisse wie Überschwemmungen oder Murgänge würden bei uns immer häufiger und verursachten höhere Schäden und mehr Opfer. Die Daten aus Quellen des Bundes (Bundesamt für Umwelt BAFU und Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL) zeigen aber, dass der Trend bei Unwetterschäden und bei Todesfällen aus Naturereignissen in den vergangenen Jahrzehnten gerade gegenläufig zu den steigenden Temperaturen verlief.

Im zweiten Teil des Gesprächs folgt die globale Perspektive. Aufgrund von Daten der EM-DAT „International Desaster Database“, der besten weltweiten Datenbank über Naturkatastrophen, lässt sich zeigen, dass die Anzahl Todesfälle durch Naturereignisse seit Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute stark rückläufig war. Auch wenn man nur diejenigen Ereignisse betrachtet, die oft mit dem menschengemachten Klimawandel begründet werden (Stürme, Überschwemmungen, Extremtemperaturen, Dürren und Brände), sieht die Entwicklung nicht anders aus: Seit 1920 bis heute trotz einer vier mal grösseren Weltbevölkerung ein stark sinkender Trend, also gegenläufig zur Temperaturentwicklung. Selbstverständlich lassen sich diese positiven Trends für langfristige Voraussagen nicht einfach in die Zukunft verlängern. Ob aber die heutigen Prognosemodelle der Klimaforschung die vergangene Entwicklung korrekt replizieren können, ist ein Thema für ein kommendes s&r-Gespräch.

Alle Podcasts von Hans Rentsch und Martin Schlumpf sind auf ihrem YouTube-Kanal schlumpf&rentsch zu sehen. Kommentare und Weiterleitungen sind willkommen.

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1 Kommentar

  • werner plüss

    «Abstimmungsfrage: Wollen Sie das Bundesgesetz vom 25. September 2020 über die Verminderung von Treibhausgasemissionen (CO2-Gesetz) annehmen?
    Empfehlung von Bundesrat und Parlament: Ja.
    Hitzewellen, Trockenheit, Erdrutsche: Gehen wir nicht entschieden gegen den Klimawandel vor, verursacht er grosse Schäden und hohe Kosten.»

    So stehts im Abstimmungsbüchlein. Und noch einiges mehr an insinuierten Katastrophen, die wir angeblich vermeiden können, wenn wir Ja stimmen, CO2-Abgaben bezahlen. Wie Schlumpf und Rentsch klar präsentieren, ist das vorsätzlich falsche und irreführende Information, die uns von der Mehrheit von unseren Volksvertretern und der Regierung serviert wird. Ohne Immunität würde ein solcher Beschiss für den Normalo bedenklich strafbar riechen. Auf alle Fälle stinkt das zum Himmel. Definitiv Nein stimmen.

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