Info 3: Was bedeutet Netto-null für Konsumentinnen und Konsumenten?

Kritische Rückmeldung zur Sendung von Radio SRF 3 / info 3 von 28. Januar 2020, 17 Uhr.
info3

Ich habe Radio SRF 3 / Info 3 folgende Rückmeldung geschickt:

Diese Kritik von Hans Rentsch erschien eben auf Weltwoche Daily und erzielte eine extrem hohe Zustimmung. (Nachtrag durch Blogredaktion/MSa, 10.2.21.
(Klick auf Bild für Vergrösserung.)

Guten Tag
Auf info3 wurde gestern (28. Januar) Wissenschaftsredaktor Thomas Häusler zur Klimastrategie des Bundesrats bis 2050 befragt. Häusler argumentierte strikt auf der offiziellen Linie. Genau wie Energieministerin Sommaruga sprach er immer wieder von «wir» ohne zu sagen, ob wir Schweizer oder wir Weltbewohner gemeint sind. So antwortete Häusler auf die Frage, was passiere, wenn wir bis 2050 netto null nicht erreichen: Ja dann haben wir ein Problem, weil die Klimaschäden dann noch grösser werden. Meinte Häusler „wir Schweizer“, ist diese Behauptung Schwachsinn, weil unsere Klimapolitik keinen Einfluss auf das Klima hat. Meinte er aber „wir Weltbewohner“, war die Aussage ebenso daneben, weil unsere Klimastrategie 2050 die Schweiz betrifft und wir keine Weltklimapolitik machen können. Geradezu absurd war Häuslers Antwort auf die Frage, was es bedeuten würde, wenn das CO2-Gesetz abgelehnt würde. Häusler: Dann hätten wir einen Scherbenhaufen, und das Klima würde sich noch weiter erhitzen. So geht Wissenschaft auf den SRF-Medien! Als informierter Mensch und Zwangsgebührenzahler wird man spontan zum klimapolitischen Wutbürger.
Hans Rentsch

Rentsch Hans
Bitte teilen Sie diesen Beitrag mit

6 Kommentare

  • Hans, deine Überlegungen zum «Wir» bringen die Sache super auf den Punkt. Ich war auch enttäuscht bzw. erzürnt über die Reklamesendungen in Radio und TV. Können es die SRF Journalisten nicht besser oder dürfen sie es nicht besser machen. Es ist nicht gut, wenn die Kontrollfunktion der Presse entfällt.

  • Höhener Emanuel

    Hans,

    Zudem kann man Bezug nehmen auf die letzten Mitteilungen aus Bundesbern – Klimaneutral bis 2050 (!!) als Ziel welche vergangene Woche 4 publik gemacht wurden. Dabei hat sich auch die Sommaruga wieder einmal besonders auffällig aus dem Fenster gelehnt.

    Da muss man sich schon was einfallen lassen, wenn wir Schweizer uns solches vornehmen wollen. Es bräuchte entweder einen gigantischen NEE Ausbau mit noch gigantischerem Speicherausbau (hydraulisch in der CH nicht mehr machbar – Batterien gehen als saisonale Leistungsspeicher nicht) oder man macht sich jetzt endlich seriös hinter die Kernkraftwerksplanung. Heisst auch, Marschhalt bei der laufenden Energiestrategie- Umsetzung und das Ganze neu überdenken. Aus welchen Gründen auch immer hat man es sträflich unterlassen, einen «Contingency» Plan zur Energiestrategie zu erstellen. Jedem privaten Unternehmen würde solches schwer angelastet.

    Zudem, wartet ein ebenso gigantischer Ausbau des Verteilnetzes (mittlere und tiefe Spannungsebene). Die Zeit dazu bis 2050, dann müsste alles stehen, wird verdammt knapp.

    Und weiter, wie und wo stellen sich die CH Ideologen vor, dass bis ins 2050 verschiedene Konstruktionsmaterialien wie Metalle (besonders Roheisen und Stahl) oder auch Cement (usw.) im grossen Stil CO2 frei hergestellt werden könnten und somit erhältlich wären?

    Dazu meine Kommentare zum «Nordmann / Bericht und Gilgen Kommentar im Blog vom «Fantasien vor Wissen» vom 9. Oktober 2020.

  • Hanspeter Vogel

    E. Höhener bringt es auf den Punkt:
    Das was der Bund «Klimastrategie» nennt besteht bloss aus einer Wunschvorstellung (Netto null Emissionen bis 2050) und 6 schwammig formulierten und so nicht operablen Subzielen wie z.B: «Die Finanzflüsse der Schweiz sind bis 2050, in Übereinstimmung mit der entsprechenden Zielsetzung des Übereinkommens von Paris, im Einklang mit einer emissionsarmen und gegenüber Klimaänderungen widerstandsfähigen Entwicklung». (Wenn ich dden 4seitigen Kommentar zu diesem Subziel richtig verstanden habe, sollen regulatorische Massnahmen das «greenwashing» nicht «strategiekonformer» Investitionen verhindern und diese Politik durch ein grünes «Gehirnwashing» des Bankpersonals absichern.) Die übrigen 61 Seiten der «Strategie» enthalten nicht enden wollende und oft nichts mit der Sache zu tun habende historische Betrachtungen, Gemeinplätze, unbelegte Behauptungen, Lobpreisungen des CO2-Gesetzes und (allerdings fast keine, dafür aus dem Hut gezauberte statt hergeleitete) undifferenzierte Zahlen.
    Dazu passt, dass auch die «Energistrategie» nicht viel mehr ist als eine auf vieles vernachlässigenden überschlagsmässigen arithmethischen Uebungen beruhende Vision. Erst die Konkretisierung der globalen Annahmen und deren Herunterbrechen auf abgegrenzte geographische Kleinäume (wo werden welche Pumpspeicherwerke gebaut und mit Strom aus welchen Anlagen werden sie gespiesen, etc) könnten Hinweise auf die technische und finanzielle Machbarkeit des ganzen Vorhabens geben. Auch danach gäbe es noch viel zu tun, bevor ein Mitglied der Landesregierung eine seriöse Aussage machen könnte.

    Was die Steuergeldvernichtungsmaschine Deutschschweizer Radio und Fernsehen betrifft: mindestens so gefährlich wie offensichtlich falsche Aussagen scheint mir die Dauerberieselung mit linkem bis extrem linkem Gedankengut, die entsprechende Betonung und Mimik einzelner Nachrichtensprecher, die Auswahl der «unabhängigen Experten»…..

  • SRF, ein irreführendes Lückenmedium. Staatsradio, eben. Wen wundert’s. Es wird unkritisch übernommen, was vom Brötligeber kommt. Und da will man, vorsichtshalber, ja keine (Job-) Risiken eingehen. Lieber einen solchen Humbug verbreiten. Private aber jetzt nicht gleich jubeln: wenn ihr dann einmal, wie gewünscht, kräftig am Subventionentropf hängt, werdet auch ihr folgsam Staatsweisheiten nachplappern. Gleichgeschaltete Schweizer Medien. Heil Dir Helvetia.

  • Hanspeter Vogel

    SRF scheint mir nicht so pro gouvernemental zu sein wie W. Plüss das darstellt. Sonst hätten sie nicht kräftig bei der Absetzung von Elisabeth Kopp, Christoph Blocher und Philipp Hildebrand mitgeholfen, dasselbe bei Kaspar Villiger und Johann Schneider Ammann versucht, seitenweise Weisheiten aus der WOZ wiedergegeben, die Terroristin Leila Khaled (Sprengung Swissairmaschine in Zerqa), Jean Ziegler, Daniel Cohn Bendith, etc. als Helden gefeiert und in ihren Sendungen ausgiebig zu Wort kommen lassen.

  • Gouvernemental ist SRF, wenn das Gouvernement auf der links-grünen Linie Politik macht – wie eben in der Klima- und Energiepolitik.

Bitte hinterlassen Sie Ihren Kommentar