Generationenübergreifender Konsens – Eine Annäherung an die Klimajugend

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Klimajugend.pngGastbeitrag von Leena Raass* Derzeit spaltet keine Thematik die Gesellschaft derart stark wie diejenige des Klimawandels. Dabei reagieren …

Gastbeitrag von Leena Raass*

Derzeit spaltet keine Thematik die Gesellschaft derart stark wie diejenige des Klimawandels. Dabei reagieren wir alle auf unterschiedlichste Art und Weise auf die neuen Herausforderungen und bevorstehenden Probleme. Besonders intensiv ist dies zwischen den Generationen zu beobachten. Baby-Boomer und die «Klimajugend» stehen im Clinch. Für alle Beteiligten steht ausser Frage, «ob» vermehrt nachhaltige und klimafreundliche Politik betrieben werden sollte. Vielmehr ist es die Frage nach dem «Wie», wo diese beiden Generationen auseinanderdriften. Während vor allem Baby-Boomer den Forderungen der Klimajugend mit Skepsis begegnen, wenn diese beispielsweise «Netto-Null-Emissionen bis 2030» verlangen, entgegnen die Jugendlichen, ältere Generationen interessiere der Fortbestand unserer Erde nicht.

Die Absicht der Klimabewegung ist es, die Gesellschaft wachzurütteln und auf die Problematik des Klimawandels hinzuweisen. Man erinnert sich: Mit Argwohn wurde beispielsweise bereits die Frauenbewegung im letzten Jahrhundert beobachtet. Was auf uns heute absurd wirkt, passiert ähnlich nochmals. Zu Unrecht. Die Klimajugend ist getrieben von Hoffnung und Optimismus auf eine lebenswerte Zukunft. In ihrem Interesse liegt ebenfalls, die durch Jahrhunderte aufgebaute Kultur zu leben, zu bewahren und auf ihre eigene Art zu prägen.

Auch wie radikal die Forderungen des Klimastreiks und der dazugehörigen Jugend klingen: Sie polarisieren. Die Streiks haben das lange stillgeschwiegene Problem des Klimawandels ausgegraben und auf die politische Bühne gehievt. Nur wegen der lauten Klimajugend wird heftiger als jemals zuvor über den Einfluss des Menschen auf den Klimawandel diskutiert. Die Debatte ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und mit ihr der Wunsch der Klimajugend, dass nun alle Generationen mehr Verantwortung für unseren Planeten übernehmen.

Was in der Klimadebatte vermisst wird, sind der Mut und Wille zum Konsens. Diese einzigartigen Eigenheiten der Schweizer Politik haben unsere Demokratie erst zu dem gemacht, was sie heute ist. Dies muss sich auch möglichst bald wieder zeigen, denn es bleibt keine Zeit zu warten. Es geht gerne vergessen, dass die Suche nach «Schuldigen» keine Lösungen hervorbringt, sondern bei allen Beteiligten nur Frustration und Häme entstehen lassen. Nur gemeinsam und generationenübergreifend gelingt eine nachhaltige und konstruktive Lösung der Klimafrage, welche auf wissenschaftliche Erkenntnisse beruht statt vorschnelle Gedanken.

Leena Raass ist Studentin der Volkswirtschaftslehre, Nationalratskandidatin Kanton Bern Liste 16 und Präsidentin der Jungen Grünliberalen Universität Bern. Nebst dem Klima beschäftigt sie vor allem der Gesundheitssektor. In ihrem Engagement ist es ihr wichtig, auf wissenschaftliche Fakten zurückzugreifen und nicht auf emotionale Kurzschlusshandlungen.

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