Essay: Betrachtungen zum Energiesystem der USA

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In diesem meinem zweiten Essay (der erste Blogbeitrag erschien am 21. Februar dieses Jahres) versuche ich wie angekündigt, mit groben Pinselstrichen die Grundzüge des US-amerikanischen Energiesystems darzustellen. Nach einführenden Bemerkungen folgt

(1) Ein Ueberblick über den amerikanischen Energiefluss,

(2) Ein Kurzporträt der vier Verbrauchssektoren,

(3) Eine Uebersicht über das hiesige Elektrizitätssystem,

(4) Ein kleiner Exkurs zur möglichen Zukunft einer «Wasserstoffwirtschaft»,

(5) Ein Kurzporträt des im Moment heftig diskutierten «GND», dem sogenannten «Green New Deal»

Im Sinne eines Fazits folgen dann einige Schlussfolgerungen, welche ich aus meiner Analyse gezogen habe. Zentrale Erkenntnis bleibt der Umstand, dass Energiesysteme – auch jenes der USA – ein enormes Beharrungsvermögen aufweisen. Wie immer auch eine «Energiewende» aussehen wird – sie wird wesentlich mehr Zeit beanspruchen, als dies viele Menschen heute wahrhaben wollen. Der nachfolgende Beitrag hilft, so hoffe ich, besser zu verstehen, weshalb dem so ist.

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Dateiname: Corti-M_Betrachtungen-zum-Energiesystem-der-USA_def_1.5.pdf
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Mario Corti

Mario A. Corti ist promovierter Volkswirt (Docteur en droit, mention “economie politique”) der Universität Lausanne. Seine 1971 auf französisch publizierte Dissertation befasste sich mit der Frage, wie die Agrarpolitik der damaligen EWG nach dem bevorstehenden Beitritt Grossbritanniens ausgestaltet werden sollte. 1973 – 1975 studierte er an der Harvard Business School und erwarb dort sein Diplom als MBA.
Beruflich war Corti im privaten und im öffentlichen Sektor tätig. Er begann 1972 bei Kaiser Aluminum & Chemical Corporation in Oakland, Kalifornien. Dieses Unternehmen verliess er Ende 1976, um in die Dienste der Schweizerischen Nationalbank zu treten. 1985 wurde er zum Direktor und Stellvertreter des Vorstehers des III. Departements ernannt. Dieses Departement war für die praktische Durchsetzung der Geldpolitik an den Finanzmärkten zuständig.
Im August 1986 erfolgte die Berufung zum Stellvertreter des Direktors des BAWI (Bundesamt fuer Aussenwirtschaft). Als Delegierter des Bundesrates für Handelsverträge war Corti u.a. für das Dossier “Energie” verantwortlich.
Im Frühjahr 1990 kehrte er zu einer Tätigkeit in der Industrie zurück. Bis März 2001 war er für Nestlé taetig; die ersten fünf Jahre verbrachte er in Glendale, Kalifornien. 1996 wurde Corti zum Finanzchef (CFO) und Mitglied der Generaldirektion von Nestlé ernannt.
Im Frühjahr 2000 war Corti als einfaches Mitglied in den Verwaltungsrat der SAirGroup gewählt worden.  Nach dem sich abzeichnenden Scheitern der “Hunter-Strategie” traten 9 der 10 Mitglieder gestaffelt zurück, und Mario Corti traf einen folgenschweren Entscheid: er stellte sich zur Verfügung, um das in Schieflage geratene Unternehmen zu retten. Erste Erfolge wurden erzielt, doch die Terroranschläge vom 11. September 2001 warfen alle Pläne ueber den Haufen. Die dringend benötigte Bundeshilfe wurde erst gewährt, nachdem der Gruppe Nachlasstundung und Grounding aufgezwungen worden waren. Jahrelange Prozesse folgten. Im Strafverfahren wurde Corti 2007/2008 in sämtlichen Anklagepunkten freigesprochen.
Seit Herbst 2002 lebt Corti wieder in den USA. Er hat dort insgesamt schon mehr als 26 Jahre verbracht. Neben Oekonomie und Geschichte beschäftigt er sich seit langem am liebsten mit Physik. Im Februar 2019 wurde er Mitglied des CCN-Netzwerks.
Mario Corti

4 Kommentare

  • Othmar Züger

    In der gelinkten Datei auf Seite 18, Graphik 13 „US Net Electricity Generation by Fuel“ und im Text: die Einheit sollte TWh heissen, nicht GWh.

  • Besten Dank fuer Ihren Kommentar, Sie haben voellig recht. Zwar wurde die Quelle genau zitiert, aber die Legende in der Quelle selbst verwendet irrtuemlicherweise Gigawattstunden anstatt Terawattstunden. Im Text des Essays werden wir das korrigieren.

  • Markus Saurer

    Wurde korrigiert. Download neu Version 1.4.

  • Philippe Huber

    Die Europäische Kommission strebt hingegen weiterhin Netto-Null Co2 bis 2050 an! Siehe https://www.eusew.eu/. Wer Recht hat, wird die Zukunft zeigen. Ob Europa in eine Sackgasse rennt, oder am Schluss die Gewinnerin sein wird?

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