Makroökonomik

Die Verfügungsrechte über Boden, Arbeit und Kapital werden traditionell als Produktionsfaktoren, die entsprechenden Märkte als Faktormärkte bezeichnet. Produktionsfunktionen stellen nichts anderes dar als bestimmte Kombinationen von Verfügungsrechten, mit welchen Güter und Dienste hergestellt werden. Produktionsfunktionen sind ein Bindeglied zwischen Mikro­ und Makroökonomik. Letztere aggregiert das Verhalten sämtlicher Akteure (Anbieter und Nachfrager) und postuliert Hypothesen zum Stand und zur Entwicklung der gesamten Volkswirtschaft. Die Aggregation basiert heute immer mehr auf mikroökonomischen Erkenntnissen – man spricht von mikroökonomischer Fundierung der Makroökonomik. Dies war früher weit weniger der Fall, weshalb die Makroökonomik mehr als die Mikroökonomik Phasen unterschiedlichen Denkens durchlaufen hat. Als Grundlage dient aber allen Denkschulen die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, welche die gesamtwirtschaftlichen Einkommens­ und Güterströme in einer Volkswirtschaft (Binnenwirtschaftsrechnung) sowie deren Wirtschaftsverflechtung mit dem Ausland (Aussenwirtschaftsrechnung) in einer Periode anhand von Einnahmen und Ausgaben erfasst. Sie liefert somit ex post einen quantitativen Überblick über das wirtschaftliche Geschehen in einer Volkswirtschaft.

Eine andere Art der empirischen Wirtschaftsforschung stellt InputOutput-Analyse dar, welche mit einer Input-OutputTabelle für ein geografisch abgegrenztes Gebiet als Grundlage arbeitet. Sowohl mikro­ als auch makroökonomisch von Interesse ist die Wertschöpfung einer menschlichen Tätigkeit. Sie beziffert den geschaffenen Mehrwert respektive das erzielte Einkommen. Konkret ergibt sich die Wertschöpfung aus dem Marktwert des hergestellten Produktes abzüglich sämtlicher Vorleistungen, Abschreibungen und indirekter Steuern, jedoch zuzüglich staatlicher Subventionen.

Auszug aus Hostettler M, Saurer M (2007). Kleines ökonomisches Glossar, Schweiz Z Forstwes 158 12: 364 – 367

Saurer Markus
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