Das Defizit der Klimawissenschaftler

Das Defizit der Klimawissenschaftler
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Etwas Grundlegendes, das man im Studium der Naturwissenschaften lernt, ist genaues Beobachten und Beschreiben. Erst aus der systematischen Beobachtung der Natur ist es möglich, eine These, zum Beispiel über dynamische natürliche Prozesse, zu entwickeln. Diese Beobachtungsgabe ist den heutigen Klimawissenschaftlern, auf jeden Fall jenen, von denen ich immer wieder lese, verloren gegangen. Die sitzen jahrelang hinter ihren Rechnern, lesen wissenschaftliche Publikationen und füttern Zahlen, die sie dort finden, in ihre Geräte, prozessieren das Ganze mit Algorithmen, die physikalischen Gesetze abbilden, und schauen, was dabei herauskommt. Das Erstellen numerischer Modelle ist eine grossartige Sache. Die Modellierung natürlicher Prozesse ermöglicht die systematische Überprüfung von Thesen.

Doch selbst die allerbesten Modelle bleiben ein unvollständiges Abbild der Natur, und solange sie einen Vorgang nicht genau reproduzieren können, sind sie falsch. Unwissenschaftlich wird es, wenn nicht verifizierte Modelle für Prognosen verwendet werden. Da hilft auch ein Konsens nicht, selbst wenn die Mehrheit einer Wissenschaftsgruppe findet, dies sei legitim. Wissenschaft ist nicht einer Mehrheit verpflichtet, sondern der Wahrheit. Das sollte meine Skepsis gegenüber Klimamodellen ausreichend begründen.

Ich gehe da wesentlich bescheidener vor. Ich begnüge mich mit der Beobachtung kleinerer natürlicher Phänomene und versuche, sie im Rahmen eines Grösseren zu verstehen. In meiner neuen Heimat gehe ich mehrmals pro Woche an unsere Sellicks Beach runter. Winterstürme hatten dort meterweise Sand abgetragen und haben eine grosse Menge von Steinen aus den dahinter liegenden Klippen losgelöst und über den ganzen Strand verteilt. Der schöne Sandstrand war völlig zerstört und wir waren besorgt, dass wir unsere wunderbare Beach verloren haben. Ich hatte mich in meinem Geologie Studium auf Sedimentologie spezialisiert und mit einem Thema zu fossilen Meeresablagerungen promoviert. Die Kräfte des Meeres und mariner Strömungen ist mir nichts Fremdes. Doch diese saisonale Dynamik hat mich überrascht. Vor allem an einem solch flachen Strand, der sich im relativ seichten St. Vincent Golf befindet und durch die Kangaroo Island von den grossen Stürmen im südlichen Ozean geschützt ist. Zu meiner Überraschung kam im Laufe des Frühlings der ganze Sand zurück. Nicht etwa dank grosser Strömungen, sondern einfach durch Ebbe und Flut die hier eine Gezeitenhub von knapp zwei Metern aufweist. Ich habe festgestellt, dass sich der Sand am besten bei geringem Wellengang aufbaut. Das kann man nun alles als triviale Beobachtung werten. Ich schaue da nur einen einzigen Strand an. Mich beeindrucken einfach die Kräfte, die hier wirksam sind. Wir sprechen bei wenigen Kilometer Strand schon von Millionen Tonnen Sand. Diese Kräfte kommen nicht von irgendwoher. Sie kommen von einer gigantischen sonnengetriebenen «Wettermaschine» und den Gezeiten. Das macht einen bescheiden. 

Was ich mit dieser kleinen Geschichte zeigen will, ist nur, dass sich die unzähligen Wechselwirkungen des Wetters und der Gezeiten in ihrer Ganzheit niemals vollständig erfassen lassen. Die zahllosen Einflüsse der Biosphäre und der Geosphäre auf das Klima- und Wettergeschehen sind hier nicht mal berücksichtigt.  Es ist schlicht überheblich zu meinen, man könne all diese Phänomene erfassen und in einem numerischen Modell nachbilden. Daraus dann noch Prognosen für eine Klimaentwicklung abzuleiten ist Hybris pur. Ich bitte deshalb alle Klimapropheten zu wesentlich grösserer Bescheidenheit und fordere sie auf, die Wahrscheinlichkeit ihrer Vorhersagen durch direkte Beobachtungen mit eigenen Augen zu  überprüfen. Ich empfehle ihnen, mit einem Spaziergang in unberührter Natur zu beginnen.

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