ETH: Mit Kernkraftwerken ist Netto-Null am günstigsten

Vor kurzem ist eine ETH-Studie erschienen, die sich dem Thema Energiesicherheit in einer CO2-neutralen Schweiz widmet (siehe hier). Damit ergänzt und erweitert Andreas Züttel, der an der ETH Lausanne (EPFL) als Professor tätig ist, eine frühere Studie zum gleichen Thema (siehe hier). Im Unterschied zur ersten Studie bezieht das Forscherteam um Züttel diesmal auch die Option Kernkraft in die Berechnungen mit ein. Und siehe da: Unter den technisch realisierbaren Varianten sind die Stromgestehungskosten bei den Kernkraftwerken am billigsten.

Was wichtig ist:

  • Eine neue Studie der ETH geht davon aus, dass die Schweiz bis 2050 ihren gesamten Energieverbrauch durch erneuerbare Energien deckt.
  • Für die Erzeugung der zusätzlichen Elektrizität, die dazu notwendig ist,  braucht es neben den bestehenden Quellen acht neue Kraftwerke von der Grösse des KKW Gösgen.
  • Jedes dieser Modell-Kraftwerke muss imstande sein, jederzeit abrufbaren Strom zu liefern.
  • Unter allen technisch denkbaren Varianten für die grüne Stromerzeugung sind Wasserkraft, Biogas und Kernkraft die finanziell günstigsten Lösungen.

[…]

Lesen Sie weiter im Originalbeitrag, der als „Schlumpfs Grafik 113“ im Online-Nebelspalter vom 27. Mai 2024 (mit Bezahlschranke) erschienen ist, oder im Blog des Autors.

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7 thoughts on “ETH: Mit Kernkraftwerken ist Netto-Null am günstigsten”

  1. Unglaublich ?
    Das Gesetz vom 9.6.24 „über eine sichere Stromversorgung“ wird sicher mit grosser Mehrheit angenommen.
    👉Das Gesetz hat aber kein Einfluss auf die „sichere Stromversorgung“, weil Sonne Wind Wasser und Intelligenz sich nicht vermehren werden, nur die Anzahl Anlagen und die Kosten werden sich vermehren.
    👉 Daher NEIN am 9.Juni 2024 zum “Bundesge­setz über eine „sichere“ Stromversorgung mit erneuerbaren Energien”
    https://www.admin.ch/dam/gov/de/Dokumentation/Abstimmungen/Juni2024/Erlaeuterungen_Juni_DE_web.pdf.download.pdf/Erlaeuterungen_Juni_DE_web.pdf

    👉Das Schweizervolk hat 2017 beschlossen bis 2050 den Energieverbrauch, Diesel, Benzin, Gas, AKW usw zu reduzieren auf NETTO NULL CO2 und mit Erneuerbaren zu ersetzen.!
    https://www.admin.ch/dam/gov/de/Dokumentation/Abstimmungen/Mai17/LowRes_Volksabstimmung_Erlaeuterung_21_05_2017_DE.pdf.download.pdf/Erläuterungen%2520des%2520Bundesrates%2520-%2520Volksabstimmung%2520vom%252021.%2520Mai%25202017.pdf

    1. 👉Bis 80% der Jahreszeit fehlen Sonne und Wind, exakt ablesbar am Betriebsstundenzähler jeder Anlage.

      1. 🌹„Das Gleichgewicht zwischen
        PRODUKTION und VERBRAUCH elektrischer Leistung muss IMMER gegeben sein“ (Naturgesetz). Die Stromzukunft ist Klar, mehr Stromproduktion oder weniger Stromverbraucher.
        👉Bis 80% der Jahreszeit fehlen Sonne und Wind, exakt ablesbar am Betriebsstundenzähler jeder Anlage.

  2. Bravo Martin Schlumpf. Elegant und nachvollziehbar dargestellt. Es geht eben nicht nur um GWh an Mehrproduktion – sondern vor allem um GW Mehrleistung. In der Winterzeit vorallem zu Spitzenverbrauchszeiten zwischen 05:00 und 09:00, wenn alle Industrie, Dienstleistungscomputer und Küchen anlaufen – aber auch zwischen 17:00 und 21:00, wenn die Leute heim kommen, ihre TESLAs aufladen, ihre Wärmepumpentemperatur höher stellen, sowie Küchenherde, Waschmaschinen und Geschirrspüler, TV und Computer einschalten. Solar produziert da nix – und Wind auch nicht immer. Dann ist die Blackout Gefahr am grössten. Da helfen auch flächendeckende PV- und Windkraftanlagen nichts. Die siasonalen Speicherkapazitäten lassen sich nicht im erforderlichen masse und in nützlicher frist umsetzen. Am 9. Juni ein klares NEIN!
    Das BFE soll endlich seine bisherigen Beratungsfirmen zum Teufel hauen – und selber mit kompetenten Leuten obige plausible Prognoserechnung von Prof. Züttel nachvollziehen

    1. Genau, wir sollten es an denjenigen festmachen, welche für das Debakel verantwortlich sind. Da ist einerseits das Beratungsbüro Prognos, welches im Wesentlichen die Energiestrategie für die Schweiz und Deutschland entworfen hat. Prognos betreibt eine bedeutende Zahl von Niederlassungen in Deutschland, der Schweiz und Österreich und hatte noch vor wenigen Jahren auf ihrer Website als Kernkompetenz die Beratung von Regierungen beim Ausstieg aus der Atomenergie aufgeführt. Die von den Auftraggebern gewünschten Schlussfolgerungen ihrer Studien hatte die ideologisch orientierte Prognos erreicht, indem sie bei Bedarf unrealistische Annahmen traf und wesentliche Aspekte, welche dem Wunschfazit widersprachen, ausblendete.

    2. Damit kommen wir zum zweiten Schuldigen: Der auftraggebenden Seite, dem damaligen Leiter des BFE. Walter Steinmann war zwar sehr umtriebig, aber weder charakterlich, noch fachlich für diese verantwortungsvolle und für die Schweiz so kritische Position geeignet. Sein vorhergehender Arbeitgeber, der Kanton Solothurn, eröffnete ein Strafverfahren wegen Misswirtschaft gegen ihn, welche in einer Verurteilung und einer Strafzahlung von CHF 100’000 mündete. Ein Urteil, welches sogar vom Bundesgericht bestätigt wurde (zahlreiche Medienberichte). Auf der fachlichen Ebene hatte Steinmann bloss seine strikte Ablehnung der Kernenergie vorzuweisen. Das genügte offenbar dem damaligen Leiter des UVEK, BR Leuenberger, um seinen SP-Parteikollegen und ideologischen Gesinnungsgenossen mit der Leitung des BFE zu betrauen. Leider wirkte Steinmann auch im BFE in gewohnter Weise. Er vergab Millionenaufträge ohne Ausschreibung unter der Hand und belohnte Firmen wie die Prognos für gefällige Studien mit lukrativen Folgeaufträgen (https://www.tagblatt.ch/schweiz/millionenauftraege-unter-der-hand-ld.708005). Im Anschluss an Fukushima ging es um zahlreiche BFE-interne Dokumente bezüglich des Ausstiegs aus der Kernenergie. Ein Fall analog Habeck (https://www.nzz.ch/international/habeck-und-akw-files-union-will-untersuchungsausschuss-nach-cicero-recherche-ld.1828109). Der Beobachter konnte zwar die Herausgabe der Dokumente erwirken, aber 85 von 98 Seiten waren vom BFE vollständig oder teilweise grossflächig geschwärzt worden, mit Ausnahme der Traktandenlisten von Sitzungsprotokollen (https://www.oeffentlichkeitsgesetz.ch/deutsch/2011/10/seitenweise-schwarze-balken/). Vertuschung im wörtlichen Sinne. Im Gegensatz zu Habeck hatte sich Steinmann leider durchgesetzt.

      1. Steinmann musste gewusst haben, dass die Studien von Prognos nicht sauber waren, denn im Kleingedruckten auf Seite 3 der Studien überwälzte er seine volle Verantwortung auf die Studiennehmer. Eigentlich ist es die Aufgabe des BFE, Bundesrat, Parlament und Bevölkerung mit objektiven und ideologiefreien Informationen zu beliefern. Schliesslich sind Regierungen und Parlamente aufgrund ihrer beruflichen Zusammensetzung in der Regel nicht in der Lage, auf fachlicher Ebene Sinn von Unsinn zu trennen. Wie nennt man nun das, wenn Auftraggeber und Auftragnehmer sich gegenseitig zu Lasten der Geldgeber und Hauptadressaten der Leistung begünstigen? Ja, genau so! Gefälligkeitskorruption ist die perfideste Form der Korruption, denn sie kann nicht so leicht festgemacht werden.
        Wie umgehen mit einer solch verfahrenen Situation? Im Obligationenrecht ist ein Vertrag ungültig, wenn er unter Vorgabe falscher Tatsachen erschlichen worden ist. Auf die Gesellschaft übertragen müsste analog auch das Abstimmungsresultat von 2017 für ungültig erklärt werden. Da die Kultur in Organisationen ein grosses Beharrungsvermögen hat, müsste die Führungscrew des BFE durch ideologiefreie und fachlich ausgewiesene Leute mit einem hohen Anteil an Ingenieuren ersetzt werden. Zudem müsste das BFE alle Geschäftsbeziehungen zu Firmen, welche Gefälligkeitskorruption praktizieren, abbrechen. Als Warnung für leitende Beamte der Bundesverwaltung wäre m.E. ein Strafverfahren gegen Walter Steinmann sinnvoll, wegen Missachtung der Sorgfaltspflicht, absichtlicher Täuschung von Bundesrat, Parlament und Bevölkerung, sowie wegen Begünstigung von Gefälligkeitskorruption.

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