Solaranlagen: Die Dummheit grün-linker Politiker schreit von den Dächern!

Kürzlich erfuhr man aus der Sonntagspresse, dass die grün-linken Energie-Ideologen eine neue Initiative einreichen wollen. Reisserisch steht da: «Grüne fordern Solaranlagen auf jedem Dach!» Weiter erfährt man, dass dies bis in 15 Jahren (!) umgesetzt werden soll und auch das linke Lager geschlossen hinter diesem Vorstoss stehe, jedenfalls habe die Spitze der SP dies bereits signalisiert.

Laut Medienmitteilung

  • fordert die Initiative weiter, dass künftig nicht mehr zu akzeptieren sei, wenn nur Teile eines Daches mit Solarzellen (PV) versehen würden – die gesamte Dachoberfläche müsse damit belegt werden.
  • Eine Dachausrüstung für eine Nennleistung von 20 [1] kW koste mit Montage etwa 30’000 (alle Preise oder Kosten in CHF). Mit 10’000 an Subventionen dürfe der Hauseigentümer rechnen und müsse also nur für 20’000 selbst aufkommen.

Die Initianten glauben nicht, dass dadurch Hauseigentümer in den Ruin getrieben würden. «Man darf nicht vergessen, dass es sich finanziell lohnt, weil man dann Strom gratis hat und für den ins Netz eingespeisten Teil vom Elektrizitätswerk entschädigt wird», so jedenfalls wird der Grüne Nationalrat Egger zitiert.

Was ist davon zu halten?

Oft gilt: «Eine Begründung ist einfach, einleuchtend jedoch grundfalsch», so jedenfalls eine leichte Ableitung eines der von L.J. Peter aufgestellten Management Prinzipien. So auch für diese vorliegenden Forderungen seitens der Grünen:

Nimmt man deren Begründung ernst, so muss man heute netto 20’000 ausgeben und hat dann für ewige Zeiten gratis Strom – zumindest solange die installierte Anlage nicht ersetzt werden muss. Gehen wir dagegen von 20 Jahren Anlagelebensdauer aus – gemäss den deutschen Prüfgesellschaften TÜV und Dekra ein guter Wert -, so könnte man alternativ die 20’000 heute auch anlegen zu einer konservativ angenommenen Rendite von 5% und bei einer Inflation von – sagen wir – 1% pro Jahr. So würde man mit dieser Finanzanlage in 20 Jahren brutto rund 24’000 verdienen, im Jahresmittel gerechnet 1’200. Dieser Betrag muss in Form entgangener Erträge (Opportunitätskosten) mitberücksichtigt werden.

Innerhalb von 20 Jahren müsste die Anlage zudem abgeschrieben werden, was bei einem linearem Ansatz 1’000 pro Jahr ergibt. Also belaufen sich die finanziellen Jahreskosten dieser Anlage auf 2’200, dazu kommen noch Kosten für Service und Unterhalt.

Leider ist es auch so, dass die PV-Anlage akkumuliert nur während rund 36 Tagen im Jahr Strom produziert, wovon rund 70% im Sommerhalbjahr. Der Hausbesitzer muss demnach während 324 Tagen Strom aus dem Netz beziehen, dies besonders im Winter, wenn allenfalls auch die ebenfalls von den Grünen geforderte Wärmepumpe zusätzlich mit Strom gefüttert werden muss.

Der Strommarkt ist im Sommer während Schönwetterperioden “dank” der Deutschen Energiewende mit Solarstrom buchstäblich übersättigt, weswegen zu solchen Zeiten die Preise erodieren und immer öfters sogar negativ werden. Konsequenterweise sind die Aussichten für den Schweizer Hausbesitzer, Geld mit Stromeinspeisung ins Netz zu verdienen, marginal bis gar nicht vorhanden.

Um Dunkelflauten zu begegnen, könnte der Hausbesitzer zusätzlich eine Pufferbatterie installieren. Ein Batteriespeicher mit 20 kWh Kapazität, könnte einen normalen Haushalt für etwa 24h versorgen. Allerdings wären damit rund 11’000 zusätzliche Investitionskosten in Kauf zu nehmen (wobei auch noch zu bezweifeln ist, ob eine derartige Batterie 20 Jahre hält). Wie auch immer, müssten die Hausbesitzer trotz Batterie noch während 288 Tagen im Jahr Strom aus dem Netz beziehen.

Und wie sieht es auf gesamtwirtschaftlicher Ebene aus?

Wie bereits erwähnt, sollen alle Schweizer Dächer spätestens 15 Jahre nach dem Inkrafttreten der Initiative gemäss Vorgaben ausgerüstet sein. Bis jetzt sind etwa 200’000 Dächer mit PV-Anlagen versehen worden. Dies in einer Zeit von rund 15 Jahren seit der Einführung von Fördermassnahmen. Also wurden im Jahresmittel rund 13’500 Dächer ausgerüstet. Aktuell gibt es in der Schweiz aber 2.75 Mio. Gebäude, davon 1.8 Mio. Wohnliegenschaften. Nehmen wir an, die Initiative würde angenommen, wäre ab 2027 gültig und bis dann würden noch 41’000 Anlagen gebaut, dann müssten in den 15 folgenden Jahren im Schnitt noch rund 167’000 Neuanlagen erstellt werden.

Konsequenterweise müssten die grünen Ideologen erklären, wie das denn konkret umgesetzt werden könnte. Bereits heute beträgt die Wartezeit für eine Neuanlage um die 2 Jahre, was einerseits auf den Fachkräftemangel und andererseits auf Lieferschwierigkeiten bei den Komponenten zurückgeführt werden muss. Das Installationsgewerbe ist mit 13’500 Anlagen pro Jahr bereits am Anschlag. Wie soll es seine Kapazität in kurzer Zeit um Faktor 12 erhöhen können, wenn querbeet in Industrie und Gewerbe Fachkräftemangel herrscht?

Und noch eine Gesamtkostenabschätzung

Angenommen, die 1,8 Millionen Wohneinheiten würden je mit einer PV-Anlage von 20 kW ausgerüstet, die 950’000 Gewerbegebäude mit einer solchen von 60 kW, dann ergäbe dies gemäss den oben angegebenen Preisen

  • Anlagekosten von 139.5 Mrd. [2]
  • Die Kosten für notwendige Pumpspeicherkapazität wären mit 46.5 Mrd. zu veranschlagen. (Kostenbasis Ausbau Linth-Limmern)
  • Und wollte man alle Wohneinheiten mit 20 kWh Kurzzeitspeicher ausrüsten, so kämen 20 Mrd. hinzu. [3]

Dies alles, für eine zu erwartende gesamte Nutzleistung einer solchen Anlagekonfiguration von nur rund 7 GW. [4] Ob das reicht, die Versorgung gemäss Energiewende und dem Ziel «Netto Null» sicherzustellen, wird hier nicht weiter behandelt.

Grober Vergleich mit Kernkraft

Ein Neues KKW der Generation IV (wie bereits im Markt) kostet etwa 6.2 bis 6.5 Mio. pro MW elektrisch. Etwa 7.7 GW elektrische KKW- Leistung müsste erstellt werden, was Investitions-Gesamtkosten von 50 Mrd. bedingen würde.

So liegt das Verhältnis der Investitionskosten von PV zu Nuklear zwischen 3.7 bis 4.2, je nach dem, ob bei Wohneinheiten Kleinspeicher miteingerechnet werden.

Der notwendige Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze ist hier noch nicht berücksichtigt, dieser wird jedoch für die dezentrale Variante PV massiv höher ausfallen. Auch die Frage des Natur- und Heimatschutzes bleibt offen – man stelle sich etwa eine Berner Altstadt mit PV-Dächern vor.

So bleibt die Frage, was eigentlich die grün-linken Ideologen mit dieser Initiative wollen:

  • Können oder wollen sie nicht richtig rechnen?
  • Wollen sie die Bevölkerung für dumm verkaufen?
  • Suchen sie nach weiteren Mitteln, um noch mehr staatlichen Zwang ausüben zu können?
  • Oder von all dem etwas?
  • Oder welche «hidden Agenda» steckt sonst noch dahinter?

Eines geht jedenfalls aus ihrer Initiative klar hervor: Einmal mehr wollen diese Kreise äusserst grosszügig mit dem Geld anderer Leute umgehen.


[1] Was eine sehr kostengünstige Annahme ist. Mir liegen Informationen vor, wonach eine 9 kW Dachanlage Anfangs 2022 bereits rund 27’000 Franken kostete. 

[2] Es müssen hier natürlich die vollen Kosten von 30’000 pro 20 kW Anlage eingerechnet werden, denn die Subventionen müssen volkswirtschaftlich auch bezahlt werden.

[3] Der Einfluss von kleinen Hausspeichern auf den Ausbau der Langzeitspeicherung ist gering und wird hier zur Vereinfachung nicht weiter eingerechnet. 

[4] Dabei wird angenommen, dass 10% des produzierten Solarstroms direkt verbraucht werden, 90% gehen dagegen über die Zwischenspeicherung (kurz- und besonders langfristig, d.h. saisonal). Die dadurch entstehenden Energieverluste Verluste werden mit 20% angenommen (Hydro- Speicherung). Für die PV-Panels muss man zudem mit einem Wirkungsgrad-Verlust von 0.5% bis 1% pro Jahr rechnen. Hier wurden vorsichtige 0.5% p.a. in Rechnung genommen.

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19 thoughts on “Solaranlagen: Die Dummheit grün-linker Politiker schreit von den Dächern!”

  1. Was immer unterschlagen wird: Bei staatlichen Subventionen gibt es nicht nur auf Käuferseite Mitnahmeeffekte, sondern auch auf Anbieterseite. Besonders in Knappsheitssituationen wie bei Dach-Solaranlagen können die Anbieter/Installationsfirmen einen Teil der Subventionen über höhere Preise für sich kassieren. Subventionen schaffen die Illusion einer Verbilligung, die voll dem Käufer zugute kommt. Dabei wirken sie zulasten des Käufers preistreibend.

  2. Es wäre jedem Schweizer dringend anzuraten, sich nicht leichtfertig auf diese Dummenfang-Initiative einzulassen. Lieber ein paar Jährchen abwarten. Der grosse Kanton im Norden ist derzeit dabei, sich mit Wind und Solar vollzupumpen und dabei die Volkswirtschaft mit Vollgas vor die Wand zu fahren. Schon jetzt schreit die deutsche Industrie angesichts dramatisch steigender Energiekosten lautstark um Hilfe. Die Produktion von Primäraluminium bricht aktuell bereits um 50 % ein. In wenigen Jahren wird uns Deutschland bewiesen haben, welche Sackgasse das ist. Wer dann seine Rappen noch nicht in solche Projekte gesteckt hat, hat dann gut lachen. Was wir hier erleben, ist nicht anderes als Betrug im Grösstmassstab

  3. Absolut korrekter und vorallem vernünftiger Beitrag. Seit 1 Jahr habe ich eine PV-Anlage auf unserem EFH-Dach. Insgesamt knapp 20kW(peak) incl. Carportdach. Und eine 20kWh-Batterie im Keller. Das ganze war recht teuer, produziert im Sommer soweit gut. Wir hatten keine Netzstromkosten mehr seit ca. Mai – mit Ausnahme der Schlechtwetterphasen in diesem Sommer, wo die Batterie teilweise nur bis 40% geladen wurde. Vorteil: die tägliche 400-l-Boileraufheizung sobald die Batterie voll ist. Doch wir können gar nicht soviel verbrauchen, wie wir da produzieren, obschon ich für das oberste Stockwerk eine 8kW-Klimaanlage ständig tagsüber laufen lasse. Die Rückerstattung für den massenhaft überproduzierten Sommerstrom ins öffentliche Netz der EKZ ist lächerlich niedrig.

    Im Winter war im grossen und ganzen tote Hose. Von November bis April. Wärmepumpen und E-Autos kann man damit in dieser Jahreszeit sicher nicht betreiben. Die Installation lohnt deshalb einfach nicht. Vielleicht in 10 Jahren, wenn die Strompreise aufgrund der immer verrückteren subventionierten Elektrizitätsmarktes beim Vierfachen angelangt sind. Aber dann haben wir auch andere Probleme.

    Ich habe die PV-Anlage angeschafft, weil ich mir es leisten kann – und weil ich nun damit etwas rumexperimentiere. Und sicher nicht wegen des Klimas. Denn das rettet niemand und muss auch nicht gerettet werden. Um es klar zu sagen, ich sehe absolut keine moralischen oder ökologischen Gründe die dafür sprechen – und finanzielle Vorteile sehe ich nun nach 1,5 Jahren Erfahrung auch nicht mehr.

    Also jedem, der knapp bei Kasse ist, kann ich davon nur abraten. Das rentiert wirklich nicht. Es wird das ein Hobby von ein paar Wohlhabenden bleiben. Und wer das installiert hat, wird natürlich das Gegenteil von mir behaupten. Denn wer will schon als Fehlinvestor und als Rechenschwacher dastehen? Ich schwöre weiterhin auf günstige, ökologische Kernenergie und Wasserstrom. What else?

    1. Ehrlich und Klartext. Und ja, viele PV- und Batteriebesitzer werden ihre Anlage schönreden oder schöntrinken, wie das ja scheinbar jetzt heisst. Das ist die sog. selektive Wahrnehmung oder auch kognitive Dissonanz, mit der man sich selber schützen will.

      Aber ich vermute, dass die Initiative für die Grünen und deren andere Supporter zum Debakel wird. So könnten wir dann letztendlich damit sogar noch weiterkommen… paradoxerweise…

  4. Von der Sonne geblendet und nicht mehr fähig klar zu denken, wegen Hitzeschlag!
    Nur so kann die Initiative der Grünen kommentiert werden. Aber bald sind Wahlen und so bleibt man in den Medien präsent .., leider!

  5. Mit der Opportunitätskostenrechnung von Höhener müsste man demnach auch die Produktionsanlage eines AKW belasten. Das macht dann in einer (vereinfachten) Darstellung bei einer Leistung eines herkömmlichen AKW und dessen Stromertrag von jährlich rund 8 Mrd. KWh bei AKW-Kosten von 10 Mrd. CHF, also 500 Mio Opportunitätskosten, rund zusätzliche 6,25 Rp. pro Kilowattstunde. Guet Nacht am Sächsi für die Atomkraft….

  6. Geehrte Leser dieses CCN Blogs,
    Einmal mehr scheint es, dass ideologisch dominierte Grundsätze Herrn Rehsche daran hindern, seinen Verstand auch nur ansatzweise zu gebrauchen.
    Nachstehendes ist als Erklärung für die allgemeine Leserschaft gedacht: Ausgangslage zu meinem obigen Beitag war, dass gemäss den Plänen (und der Initiative) der Grünen jeder Hausbesitzer in Zukunft gezwungen würde, sein privates Geld in eine Anlage zu investieren, welche nie Profit – auch im übertragenen Sinn – abwerfen wird und für welche vermutlich die Mehrzahl der Hausbesitzer niemals Geld ausgeben würden. Also staatlich verordneter Zwang, Private nicht unbescheiden zur Kasse zu bitten. Der Leser mag sich vielleicht erinnern, Frau Leuthard hat immer behauptet, die Energiewende koste pro Jahr und Vierpersonen- Haushalt nur 40 Franken.

    Herr Rehsche zieht einen Vergleich zu angedachten Oportunitätskosten von Nuklearanlagen. Dieser Ansatz geht voll daneben, denn alle traditionellen Kraftwerksanlagen in der Schweiz und so auch die Kernkraftwerke wurden mittels Anleihen über den offenen Kapitalmarkt finanziert (wie dies übrigens auch in den meisten Europäischen Ländern der Fall war). D. h. private Kapitalgeber haben aus freien Überlegungen, Anlagen in Kraftwerke immer als interessante, sichere, rentable und langfristige Investitionen gesehen. Die Kapitalkosten der Werke waren immer Teil des Betriebskostenblocks und somit auch Teil der Strom-Gestehungskostenrechnung.

    Beispielsweise kritisch wird dieser marktwirtschaftliche Ansatz jetzt in Deutschland, wo die Politik den Kernkraftwerk- Betreibern einen vorzeitigen Produktionsstop auferlegte und somit unter anderem auch die Frage nach der Deckung der (noch) offenen Laufzeit der Finanzierungs-Konditionen diskutiert werden muss – was mit grosser Wahrscheinlichkeit, die Öffentlichkeit zu tragen hat.

    1. Ihr ellenlanges (Ovomaltine-) Geschwafel, wie stets mit saftiger Beleidigung eingeleitet, ändert nichts daran: In volkswirtschaftlicher Sicht kann man sehr wohl eine Opportunitätkostenrechnung vornehmen zur Errichtung eines AKW. Hier ausgeführt mit Ihren Parametern – und siehe da, AKW-Strom wird unerschwinglich!

      1. Wie Emanuel Höhener und Markus Saurer richtig schreiben, besteht der Unterschied im staatlichen Zwang. Ihre Rechnung ist nur richtig, wenn Sie unterstellen, dass das Parlament ein Gesetz erlässt, das jeden Hauseigentümer dazu zwingt, von seinem Privatvermögen alle zwanzig Jahre CHF 100’000.- in den Bau eines neuen Atomkraftwerks zu investieren.

        1. Mit Verlaub, das ist ausgemachter Nonsens – Opportinitätskosten haben rein gar nichts mit staatlichem Zwang zu tun! Nachzulesen in jedem Ökonomie-Lehrbuch, aber offenbar nicht bei den vermeintlichen Experten auf dem C-C-Blog!

          1. Ihre Rechnung macht keinen Sinn, da Sie zwei völlig unterschiedliche Ausgangslagen miteinander vergleichen: Auf der einen Seite ein Gesetz, das Hauseigentümer zu Zwangsinvestitionen in unwirtschaftliche Fotovoltaikanlagen verpflichten soll. Dieses Geld könnten Sie als Hausbesitzer anders investieren. Hier muss man sehr wohl von Opportunitätskosten sprechen. Zum anderen eine Situation, bei der sich Investoren unter Berücksichtigung ihrer Renditerwartungen (und erforderlichen Mindestrenditen) eine Beteiligung an einem Grosskraftwerk erwerben. Der Investor hat seine Überlegungen zu seinen Opportunitätskosten bereits vorgängig gemacht und ist zum Entscheid gelangt, dass dies für ihn das lohnendste Investment ist. Dies im Gegensatz zum Hauseigentümer, der nach den Vorstellungen gewisser Politiker qua Gesetz zu einem Verlustgeschäft gezwungen werden soll.

            Wer andere Leute zu Investitionen in Fotovoltaik-Anlagen zwingen will, muss sich die Frage gefallen lassen, ob es ihm/ihr tatsächlich um eine sichere und nachhaltige Stromversorgung der Schweiz und nicht vielmehr um ein risikofreies Geschäftsmodell für Fotovoltaik-Anbieter geht: Ein solches Gesetz ist nichts anderes, als ein staatlich abgesegneter Transfer des Unternehmerrisikos zum Endkunden.

      2. Der Unterschied ist ganz einfach, dass die AKW mit Fremdgeld finanziert sind, und die Geldgeber damit eine Rendite erzielen.

        Wer jetzt noch Opportunitätskosten draufrechnen will, macht zwei Fehler: Die Opportunitätskosten beim Geldgeber sind: Gebe ich das Geld für AKW oder woanders? Für den Betreiber gibt es diese Rechnung nicht, weil ja sein Geld gar nicht drin steckt. Er muss nur den Betrieb sicherstellen, so dass er die Zinsen zahlen kann.

      3. Beim Solardach sind die Opportunitäten

        – von Netz beziehen und sein Geld anlegen
        versus
        – eine Anlage bauen

        Genau dies vergleicht Herr Höhener.

  7. Photovoltaik-Strom ist ein saisonales Produkt. Ein saisonales Produkt per Gesetz und mit Hilfe von Subventionen dann auf den Markt bringen zu wollen, wenn die Nachfrage tief und der Markt ohnehin schon übersättigt ist, ist weder nachhaltig noch sinnvoll, sondern reinste Ressourcenverschwendung. Oder um es etwas pointierter zu sagen: Eine besonders perfide Form der Aneignung und Verteilung privater Vermögen an einige wenige Profiteure.

    Was die Schweiz braucht, ist zusätzlichen Winterstrom. Den werden auch die viel beschworenen künftigen PV-Parks in den Alpen – so sie denn überhaupt realisiert werden (können) – nicht liefern: Auf dem 47igsten Breitengrad Nord, auf dem die Schweiz bekanntlich liegt, beträgt die Tageslichtdauer im Dezember weniger als acht Stunden. Die effektive winterliche Stromproduktion der alpinen PV-Parks dürfte damit wohl auf maximal 6 Stunden pro Tag zusammenschrumpfen. Egal, wie man es dreht und wendet – am Ende der Überlegungen kommt immer das gleiche Resultat heraus: Die Schweiz braucht neue AKW’s, um ohne Stromabschaltungen und wirtschaftlichen Niedergang durch die Winter zu kommen.

  8. Ob PV, Wind oder ein Velostand mit Dynamo in jedem Wohnzimmer, spielt keine Rolle. Diese Initiative ist eine weitere dieser schlechten Ideen, die angeblich aus guten Gründen lanciert werden, in Wirklichkeit aber absurd oder noch schlimmer sind.
    Es besteht keine Frage der Opportunitätskosten, wenn keine Alternative offeriert wird.
    Sich als souveränes Volk zu verpflichten, eine Energieversorgung aufzubauen, die auf verwässerten, stotternden und unzureichenden Produktionsweisen beruht, ist ein weiterer linksgrüner Schwachsinn. Warum denken sie so?

    1. Ja, Michel kommt der Sache schon näher. Emanuel hat – richtigerweise – die Opportunitätskosten der PV Anlage ermittelt, und zwar in Form entgangener Erträge, wenn die Hausbesitzer ihre 20 KCHF Eigenleistung alternativ in einer Finanzanlage anlegen würden.

      Die Opportunitätskosten der “Lösung” gemäss Energiestrategie 2050+ sind die Kostendifferenz zu besseren und günstigeren Lösung mit einem optimierten Mix aus Nuklear/Hydro (in dem NEE bestenfalls ein Nebenschauplätzchen verbleibt)… diese Opportunitätskosten sind exorbitant, wie wir hier im Blog und in Studien zur Genüge belegt haben.

      Die Opportunitätskosten dieser besten aller Welten aus Nuklear und Hydro sind an sich negativ. Kosten ergeben sich, wenn wir auf diese Lösung zugunsten einer anderen Lösung verzichten – und zwar nicht nur pekuniärer, sondern in extremis auch in umweltbelastender Art.

      Der Hausbesitzer kann auf eine PV-Anlage verzichten… darum seine Opportunitätskosten entgangener Nettoerlöse. Die Wirtschaft und Gesellschaft kann aber nicht auf eine sichere Stromversorgung verzichten. Darum ist hier der Verzicht und die Anlage der Mittel in anderer Form keine Opportunität.

      Ich werde jetzt dann einmal bei Rehsche vorbeigehen, um mir seine Sammlung an ökonomischen Werken anzusehen.

    2. Herr Nordmann erklärt in seinem Buch, wie das geht: Wenn der Staat viel Geld für solche Anlagen ausgibt, dann sind sie quasi gratis.

      Er will übrigens etwa 450 Milliarden ausgeben für etwas, das man mit 30 Milliarden erledigen kann (6x APR-1000). Das Geld soll mit 8 Milliarden pro Jahr vom Staat und 12 Milliarden pro Jahr durch Zwang an Firmen und Privaten gebracht werden.

      Die Zusammenstellung ist durchaus amüsant. So will er nur 3TWh saisonal speichern und weiterhin 6TWh im Winter importieren. Die Speicherung soll mittels P2G geschehen (was 100 Mia kostet) und damit die Elektrolyseure durchlaufen können, will er 7GWh Batterien (30 Mia). Undsoweiter.

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