JSC Automotive bestätigt: Kein Aus für den Verbrenner in China absehbar

Am 3. August 2022 erschien in der Stuttgarter Zeitung ein bemerkenswerter Beitrag mit dem Titel „Das lange Leben des Verbrenners in China“. Es gibt eine Bezahlschranke. Der Inhalt erscheint mir aber so wichtig, dass ich einige Punkte in meinen Worten wiedergeben möchte.

Das Consultingunternehmen JSC mit Sitz in Stuttgart und Shanghai rät von einem All-Electric-Kurs ab. Die hohen Subventionen für E-Autos hätten sich in China nicht bewährt, sondern zu einer Stagnation der Verbrennungsmotortechnik geführt. Darum würden sie schon seit längerem wieder heruntergefahren.

Nichts deute darauf hin, dass China dem Verbrennungsmotor künftig die Daseinsberechtigung absprechen werde. Schon aus Gründen der Versorgungssicherheit will man es dort keinesfalls so wie die EU machen, die nur auf eine Technik setzt.
Im Gegenteil: Energiespartechniken wie die Rückgewinnung von Bremsenergie und das Anfahren mittels E-Motor werden dem Verbrenner regulatorisch positiv angerechnet. Vorbehalte gegen E-Fuels gibt es hier nicht; das Potenzial zur Speicherung zukünftig temporär überschüssiger Energie ist erkannt.

So erwarte JSC für Mercedes in China auch im Jahre 2028 einen Anteil von 80 % Verbrennern.

Fazit des Autors Klaus Köster:

  • Jenseits der EU kann von einem Aus für Verbrenner keine Rede sein.
  • Europa macht sich durch seinen einseitigen Kurs abhängig vom Rohstofflieferanten China. China hingegen versucht, solche Risiken zu vermeiden.
  • Die EU verhält sich blauäugig, so wie einst Deutschland beim Erdgas.

Ich sehe mich in meiner Einschätzung bestätigt, dass China auch im Bereich des Individualverkehrs eine kluge und die EU eine ausgesprochen dumme Politik verfolgt. Die Gründe meine ich zu kennen: Europa und ganz besonders Deutschland haben darunter zu leiden, dass fachlich ungeeignetes Personal von dysfunktionalen Auswahlprozessen in politische Entscheidungsträger-Funktionen gespült wird. Beispiele siehe dort (etwa ab Mitte des Beitrags).

Dieser Beitrag ist kurz zuvor im Blog des Autors erschienen.
Das Bild zeigt ein chinesisches Verkehrszeichen. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:China_road_sign_%E7%A4%BA_29.svg

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4 thoughts on “JSC Automotive bestätigt: Kein Aus für den Verbrenner in China absehbar”

  1. Wer glaubt, dass:
    a) die Politik der CO2 Reduktion (und z.B. die Verabschiedung vom Verbrennermotor) zukünftig von der ganzen Welt kopiert wird, der soll – ruhig weiter – den Entwicklungsländern (z.B. China), gemäss dem Pariser Übereinkommen, finanziell unter die Arme greifen
    b) Russland seine Panzerflotte und seine Flugzeuge – wegen der ‘guten’ Beziehungen zu Europa – auf CO2 neutrale E-Fuels umstellen wird
    c) die westliche Welt noch nicht genügend Schulden hat und sich eine Energiewende nach grünem und linkem Denkmuster leisten kann
    d) die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Industrie und ihre Arbeitsplätze nur mit einer utopischen – und damit sicher nicht nachhaltigen – Energiewende aufrecht erhalten werden können
    e) er so nachhaltig handelt und die Welttemperatur senken kann
    der irrt!

    1. Genau. Aber da irren sich leider immer noch viele gewaltig. Schlimm ist aber auch, dass es sicher immer mehr ex-Proponenten der aktuellen Energieirrfahrt gibt, die an sich einsichtig wären, dass es so nicht geht. Aber sie versuchen, ihr Gesicht zu wahren, indem sie trotzdem immer noch mehr vom Gleichen fordern. Eine falsche Strategie zu verfolgen, kann ja schon mal passieren, ist vermutlich sogar oft der Fall – aber eine als falsch erkannte Strategie nicht sofort fundamental zu revidieren, dass darf nicht sein!

      Wenn wir jetzt im Hinblick auf die kurzfristigen Mangelprobleme Sofortmassnahmen auch immer noch an der ES 2050 ausrichten, wird der Haufen später gestrandeter Investments immer grösser.

      Die SVP sollte nicht einen Energie- oder Stromgeneral fordern, sondern “DAS GANZE HALT! SICHERN! UND ERST MAL NACHDENKEN – ODER NACHDENKEN LASSEN.”

    2. ‘Russland seine Panzerflotte… auf CO2[-]neutrale E-Fuels umstellen wird.’ Wäre als Persiflage noch origineller Nebengedanke. Da aber ernst gemeint: Hinweis auf Schwäche im quantitativen Überlegen, denn ein Panzer braucht zwar im Kriegsfall enorm viel Treibstoff, weshalb er verladen wird zum Einsatz, aber im Normalbetrieb auf dem Übungsgelände wenig, vor allem im Vergleich zum Rest.

      .

      1. Ein Panzer verbraucht auch im Übungsbetrieb viel Treibstoff.
        Meinten Sie den Gesamtverbrauch aller Panzer im Vergleich zum Verkehrssektor?

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