Harald Leschs Kotau vor der E-Auto-Blase

Harald Lesch war lange Zeit als E-Auto-Skeptiker bekannt. Nun ist er ins Lager der Elektromobilität übergelaufen.

Diesen Schritt versucht er in einem auf Youtube verfügbaren Video des Zweiten Deutschen Fernsehens zu begründen – und scheitert gründlich. Er geht von Annahmen aus, die er gleich darauf selbst widerlegt, behauptet nachweislich Falsches und macht Flüchtigkeitsfehler. Doch der Zweck ist erfüllt, denn die E-Auto-Blase jubelt.

Eine detaillierte Kritik finden Sie dort sowie unten eingebettet.

Die vielen Nachlässigkeiten lassen vermuten, dass es ihm eigentlich wurscht ist, ob das E-Auto tatsächlich eine bessere Klimabilanz aufweist. Das mag daran liegen, dass Lesch keineswegs zu einem Fan der Elektromobilität geworden ist, sondern ganz andere Ziele propagiert. Seiner Meinung nach haben die Menschen das Autofahren zukünftig zu unterlassen. In einem anderen Video zur Elektromobilität hatte er dies recht deutlich gesagt:

„Die schönen Zeiten des einfach Losfahrens und irgendwo Ankommens, die sind vorbei. Das wird sich auch mit Elektromobilität nur noch ein bisschen verschieben lassen. Da werden halt die Reichen Elektroautos fahren und die Armen werden sie sich nicht leisten können, die werden den Strom nicht bezahlen können, vor allem dann nicht, wenn wir nicht schnell genug mit dem Stromausbau werden, oder wir werden insgesamt solche Schäden anrichten, dass es ohnehin völlig wurscht ist, weil das Klima sich dann so dramatisch verändert, dass wir ganz andere Probleme haben als darüber zu sprechen ‚Ja, aber wenn ich in Urlaub fahre, dann brauche ich aber…‘ weil dann fährt keiner mehr in Urlaub.“

Da die Zeit des Automobils seiner Meinung nach ohnehin zu Ende geht, kann Harald Lesch kein Interesse mehr daran haben, jetzt noch in einen Konflikt mit der E-Auto-Blase zu geraten. Er zieht es daher vor, seine Fähnchen nach dem Wind zu hängen und dem Zielpublikum zu erzählen, was es hören will. Mit solchen Auftritten versucht er, Abbitte zu leisten für seine frühere Kritik an der Elektromobilität. Vergrätzte E-Auto-Fans sollen als Zuschauer und Leser zurückgewonnen werden.

Dieses Ziel erreicht er tatsächlich. Die Elektroauto-Gemeinde beglückwünscht Lesch zu seiner Läuterung: „Das dürfte mit das beste und informativste Video zu dem Thema sein.“

Bildnachweis: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6f/2018-01-26-DFP_2018-7311.jpg


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3 thoughts on “Harald Leschs Kotau vor der E-Auto-Blase”

  1. (Professor) Harald Lesch wäre zu verpflichten, seine Sendungen als Satire zu bezeichnen. Er ist ein Kipp-Punkt-Experte seiner selbst. Was wir haben, ist ein bekanntes Verkehrsproblem: zu viele Autos. Es wäre ein Traum für die Verkehrsexperten, wenn alle elektrisch fahren würden. Mit den smarten Stromzählern (bald Pflicht) könnte der Stecker gezielt gezogen werden. Aber: erstens kommt es anders als zweitens als man denkt -oder ähnlich?

  2. Prof. Uwe Gärtner, Experte für Thermodynamik und Antriebskonzepte, nannte das Video von Harald Lesch eine “öffentliche Demonstration von Defiziten im MINT-Bereich” (s. https://twitter.com/UweRGGaertner/status/1520662016461090816).
    Solche Stimmen der Vernunft finden leider kaum Beachtung, wohingegen das Video von Lesch schon fast eine halbe Million Zugriffe hat. Der obligatorische Rundfunkbeitrag diente in diesem Fall der Volksverdummung.

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