Martin Schlumpf in der Somm-Show

Unter dem Titel “Atom war schlecht, Solar einfach gut. Es kommt ja gratis” macht der Chefredaktor des Online-Magazins “Nebelspalter” Markus Somm ein Video-Interview mit mir über Fragen der Energie- und Klimapolitik. Dabei kommt meine Biografie vom Atomgegner zum -Befürworter zur Sprache, die mit der Gründung der “Eichlebutzer” in Würenlingen in den 1980er Jahren begonnen hat.
Somm schliesst die Show mit den Sätzen: “Lest immer die Beiträge von Martin Schlumpf im “Nebelspalter”, er ist meiner Meinung nach einer der interessantesten Publizisten in der Schweiz.” Danke, Markus!

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6 thoughts on “Martin Schlumpf in der Somm-Show”

  1. Schlumpf wiederholt das Märchen von der gegenüber Solar- effizienteren Atomtechnologie. Dabei sind die jeweiligen Effizienzen nicht direkt vergleichbar. Während Atom effektiv zu 2/3 Energie erzeugt, die als Wärme verpufft (oder über Kühlwasser Flüsse erwärmt, weshalb im Sommer AKW bei hohen Wassertemperaturen abgeschaltet werden müssen), wird bei Solar lediglich die durch den PV-Effekt theoretisch mögliche Stromerzeugung nicht effektiv in Strom umgesetzt. Hier wird also keine (!) Energie erzeugt, die künstlich vernichtet werden muss. Atomtechnologie in diesem Zusammenhang als effizienter als Solartechnologie zu bezeichnen, ist entweder Humbug, technisches Unverständnis oder bewusste Irreführung!

    1. Bei dem äusserst geringen Ressourcenbedarf mag es diese absolute Ineffizienz noch lange leiden…. im Vergleich zu PV u.a. NEE ist Kernkraft um Grössenordnungen komparativ (relativ) effizienter.

    2. Sie reiten auf irrelevanten Sachen herum, die nicht entscheidend sind.
      1. Energie wird immer nur umgewandelt, auch bei der Kerntechnologie. Ihr Vorwurf, dass nur dort Energie “erzeugt” würde ist physikalisch falsch: In beiden Fällen wird Primärenergie in Nutzenergie umgewandelt.
      2. Dabei aber schneidet – wie Sie teilweise selber zugeben – die Solarenergie gegenüber der Kernenergie um den Faktor 9 schlechter ab: Der “Power factor” oder die Arbeitsauslastung gemessen in Volllaststunden beträgt in der Schweiz bei Solar 10% und bei KKW 90%.
      Wenn das nicht effektiver ist!

      1. Jetzt führen Sie den Begriff des Power factor ein – diesbezüglich bin ich völlig einverstanden mit der Darstellung. Das ist ja beileibe weder neu noch bestritten. Ausser vielleicht, dass dieser andernorts doppelt oder dreifach so hoch liegt wie in der Schweiz – und hier in den Bergen auch bei rund 15%. Ob allerdings die Effizienz in Ihrem ursprünglich erwähnten Sinn bei der Atomtechnologie eine irrelavante Sache ist (wie Sie schreiben), wird die Zukunft zeigen. Dann nämlich, wenn AKW wieder (wie schon mehrfach) in heissen Perioden abgestellt werden müssen, weil die Kühlkapazität der Flüsse nicht mehr ausreicht.

  2. Es ist völlig egal, ob die Kernenergie heute einen Wirkungsgrad von 30% hat .

    1.) Der extreme Energiespeicher Uran kann praktisch für keine anderen Anwendungen genutzt werden.

    2.) Der heute zwischengelagerte sog. “ausgebrannte” AKW-Brennstoff enthält ein veritables, in der Zukunft ausschöpfbares Energiereservoir (–>Uran 238) von > 95% – welches uns als sog. hochaktiver radioaktiver Abfall ja weiterhin erhalten bleibt.

    2. Es werden in absehbarer Zeit Atomreaktoren der 4.ten Generation existieren, die brüten & mutieren können, und genau mit diesem 90 % Brennstoffreservoir betrieben werden. ….Wenn das nicht effizient ist…

    3.) Mit der 4ten Generation wird es Hochtemperaturreaktoren geben mit bis zu 55 % Wirkungsgrad, die chemische Prozesswärme und synthetischen Treibstoffe erzeugen. …..Und das die ganze Nacht durch, bei schlechtem Wetter und im Winter….

    4.) Die EU-TaxonomieVerordnung sieht seit genau 3 Wochen die (neuen heutigen und künftigen) AKW-Technologien als GENAUSO nachhaltig an, wie die Erneuerbaren. …das sage ich übrigens schon sehr lange…

    5.) Der Wirkungsgrad der Gesamtkette PV-Produktion + saisonale Speicherung ist bei Photovoltaik recht schlecht, wenn man seriöserweise die Wirkverluste bei der notwendigen saisonalen Speicherung mit einberechnet, wie es Herr Rehsche (und die meisten PV-Protagonisten) leider nicht tun. “Speicherbarkeit” ist übrigens auch ein wichtiges Nachhaltigkeitskriterium. Gleiches gilt eben auch für die gesamthaften Kosten der PV bei Miteinbezug von Saisonspeicherung.

    1. Herr Nöggerath gibt eine sehr seriöse, sachliche und konstruktive Antwort. Er unterstreicht mit Recht das enorme Energiereservoir, welches hinter den riesigen heutigen Mengen von U-238 steckt. Ähnlich wie in diesen Wochen in China Th-232 in U-233 verwandelt wird, wird in den künftigen Reaktoren der Generation IV das nicht spaltbare U-238 in spaltbares Pu-239 verwandelt.

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