1 Grad mehr, und schon brennt Australien! (Reblog)

Zu den Waldbränden in Kalifornien und Australien.
Kombo-Karte-Waldbraende

(Zuerst veröffentlicht am 3. Januar 2020 im Blog des Autors „voll daneben“.)

Es ist kaum übertrieben, zu behaupten, Waldbrände in Kalifornien und in Australien hätten Tradition. Wer kein ganz kurzes Gedächtnis hat, erinnert sich an die jedes Jahr erscheinenden Berichte in den Medien. Diese verpassen natürlich nie eine dramatische Geschichte mit Bildern abgebrannter Häuser und fliehender Bewohner. Katastrophenkitzel verkaufte sich schon immer gut, nicht zuletzt, wenn sich damit noch die Möglichkeit bot, Mitgefühl für die Opfer in fernen Ländern zu markieren.

Was sich geändert hat, ist die zunehmend unverfrorene Einbettung der heutigen Berichterstattung der Medien in das aktuelle Lieblingsthema westlicher Wohlstandsgesellschaften, den bedrohlichen Klimawandel. Als Zeugen holt man sich dann willige Experten, die den Zusammenhang Klimawandel-Waldbrände bestätigen. So erklärte ein australischer Experte am Fernsehen, die Durchschnittstemperatur sei in Australien seit 1900 schon um ein Grad gestiegen, und dies erhöhe die Gefahr von Waldbränden beträchtlich. Dieser Trend in den Medien, ausserordentliche Naturereignisse unbesehen mit dem Klimawandel zu verbinden, hat gute Gründe – vor allem geschäftliche – zeitigt jedoch eigendynamisch selbstverstärkend problematische Folgen.

Meinungen und Vorurteile über die Gefahren des Klimawandels verfestigen sich in der Bevölkerung aufgrund des aus der Börsenpsychologie bekannten «availability bias». Wenn wir etwas glauben (wollen), sehen wir selektiv nur diejenigen Teilrealitäten, die naheliegend zur Verfügung stehen und das Geglaubte bestätigen. Genau so verhält es sich mit dem von den „Klimajugendlichen“ entfachten neuen Klima-Hype, der die ganze Medienwelt und in der Folge die Masse der klimapolitisch naiv gläubigen Menschen erfasst hat.

Die aktuellen Waldbrände bestätigen in der öffentlichen Meinung den gefährlichen Klimawandel, Überschwemmungen und Stürme ebenso. Jedes einzelne auffällige Naturereignis wird unter dem Diktat einmal gemachter Meinungen mit der selbstverständlich vom Menschen verursachten Erderwärmung in Verbindung gebracht. Kaum jemand kennt die relevanten Fakten, nämlich das durch statistische Daten erhärtete Gesamtbild. Es gibt für die meisten dieser potenziell schädlichen Naturereignisse weder global, noch regional einen eindeutigen Aufwärtstrend. Und über die vergangenen Jahrzehnte haben die verursachten Schäden dank Anpassungsmassnahmen praktisch durchwegs abgenommen, zum Teil sogar dramatisch.

Die etablierten Medien spielen eine zentrale Rolle in der verzerrten Meinungsbildung und der Entstehung einer Meinungs-Orthodoxie betreffend Klimawandel und Klimapolitik. Wir haben es mit einer wahren Gehirnwäsche zu tun, und daran sind seit Jahren auch politisierte Klimaforscher beteiligt, die zur Propagierung des „IPCC-Konsenses“ und von politischen Programmen in die mediale Arena steigen oder parteiische oder mit materiellen Interessen verbundene klimapolitische Projekte unterstützen, jedoch der offenen Auseinandersetzung mit IPCC-Skeptikern ausweichen. Gelegentlich treten sie sogar als Kronzeugen gegen „Klimaleugner“ auf und machen sich zu Komplizen bei der Diffamierung von Skeptikern des „IPCC-Konsenses“. In der Schweiz engagieren sich insbesondere die von den Medien hofierten Professoren Thomas Stocker (Universität Bern) und Reto Knutti (ETH Zürich) in einer Art und Weise, die mit den „good governance“-Regeln renommierter Hochschulen kaum zu vereinbaren ist.

Das breite Publikum stört sich keineswegs daran, ist doch dessen Sensibilität für die Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnis im Allgemeinen und jene der modellbasierten Klimaforschung im Besonderen massiv unterentwickelt. Die verbreitete klimapolitische Naivität findet ihren Ausdruck im viel gehörten Seufzer „aber wir müssen doch etwas tun!“ Wenn aber Politiker unter dem Druck von unten möglichst rasch „etwas“ tun, kann man sicher sein, dass das „etwas“ nicht das Richtige ist.

Hans Rentsch / 4. Januar 2020

3 Kommentare

  • Sehr einverstanden! Genau so ist es. Wer sich nicht in alternativen Medien zusätzlich informiert, erfährt z.B. nicht, dass es in Brasilien seit Jahrzehnten sowohl spontane als auch anthropogene Wald- und Buschbrände gegeben hat und dass es im vergangenen Jahr sogar vergleichsweise wenige waren. Angst und Panik taugen nicht als Basis für gemeinsames politisches Handeln im Sinn einer wirksamen Gefahrenabwehr von tatsächlichen Gefahren oder noch besser: Für den konstruktiven Umgang mit Tatsachen. Ich warte schon lange auf eine wissenschaftliche polit-psychologische Untersuchung der Angst vor dem Waldsterben. Wenn ich mich recht erinnere, haben damals die Forstwissenschaftler an ETH nicht mit den Wölfen geheult. Die überwiegende Zahl der staatsangestellten Forstingenieure war aber damals bei den Warnern. Endlich war „ihr“ Wald ein politisches Thema, bei dem man „mehr Staatsgeld für das Forstwesen“ fordern konnte. Die zur Vernunft mahnenden ETH-Forstwissenschaftler hätten eine Auszeichnung für wissenschaftliche Standhaftigkeit verdient. Aber es gibt Stimmen, die ernsthaft behaupten, das Waldsterben sei durch die Einführung des Katalysators „gestoppt“ worden. Die Waldfläche in der Schweiz nimmt aber aus andern Gründen zu. Gut für das Klima.

  • Dem australischen Premier Morrison wird vorgeworfen, er bzw. die Regierung seien schuld an dem verheerenden Ausmass der Brände, weil sie in der Vergangenheit nichts gegen den Klimawandel (sprich CO2-Ausstoss) unternommen hätten. Nun ja. Angenommen, Australien hätte vor 10 Jahren die Kohleförderung und Stromproduktion aus Kohle beendet, den Import und die Nutzung von Öl eingestellt, so stellt sich die Situation heute in meiner Phantasie so dar: Der Premier steht vor einer Menschenmenge aus arbeitslosen und verarmten Australiern (vielleicht 4 Millionen Überlebende von 20 Millionen) in Sydney und teilt mit, dass gegen die Buschbrände (deren Ausmass von der australischen Klimapolitik wegen des weltweit bedeutungslosen CO2-Ausstosses unbeeindruckt ist) mangels dieselgetriebener Löschfahrzeuge, kerosingetrieberer Löschflugzeuge usw. leider gar nichts unternommen werden könne. Auch Hilfe für die von den Bränden betroffenen Einwohner könne mangels (CO2-trächtiger) Verkehrs- und Gesundheitsinfrastuktur nicht geleistet werden….hier muss ich meine Phantasie abklemmen, sonst wird mir schlecht.

  • Guntram Rehsche

    Dumm gelaufen: Australiens Premierminister Scott Morrison hat erstmals einen Zusammenhang zwischen Klimawandel und dem besonders heißen Sommer akzeptiert. Die Regierung will angesichts der seit Wochen andauernden Waldbrandkatastrophe einen nationalen Plan zur Reduzierung solcher Gefahren entwickeln. Das Innenministerium werde für Busch- und Waldbrände, Zyklone, Überschwemmungen und Dürren zuständig sein und mit kommunalen Behörden vor Ort zusammenarbeiten, teilte Morrison mit. Da bleibt als letztes Fähnlein der Aufrechten der Klimaleugner nur noch C-C-N!

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